Heute vor 50 Jahren feierte Barrien das Richtfest seines Rathauses

Ein Schmuckstück für 350000 Mark

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Das Bild von 1965 zeigt (v.l.) Bürgermeister Willy Meyer, Ratsherr Heinrich Böse jr., Ratsherr Emil Wiegner, Ratsherr Artur Blohme und Gemeindedirektor Heinz Olensky. Archivfoto: Niedfeldt

Barrien - Von Heiner Büntemeyer. 350000 Mark wären auch heute noch ein schöner Batzen Geld. 1965 war das ein reelles Vermögen. Damals verdiente ein gut ausgebildeter Handwerker im Schnitt 300 Mark im Monat. Dieses reelle Vermögen von 350000 Mark ließ sich vor 50 Jahren das damals noch selbstständige Barrien den Bau seines neuen Rathauses kosten. Am 10. September 1965 war das Richtfest.

Mit dem Neubau war ein beträchtlicher Aufwand verbunden: 1964 wurde der Hof Wehrenberg auf den Krusenberg ausgesiedelt. Umgekehrt sollte die Polizeistation vom Krusenberg ins neue Rathaus ziehen, wo auch eine Wohnung für den Polizeimeister Werner Tiefenbach und dessen Familie eingerichtet wurde.

Im rückwärtigen Bereich des neuen Rathauses bauten die Mitglieder des TSV Barrien eine alte Scheune zur ersten Barrier Turnhalle um. Auch die Volksschule Barrien nutzte diese Halle.

Ein Nebengebäude auf dem ehemaligen Hof wurde zum Feuerwehrgerätehaus umgebaut. Darin befand sich auch die Wohnung für Hausmeister Horst Frank.

Die erste Ratssitzung war im Juni 1966, einen Monat später wurde das Rathaus offiziell eingeweiht. Für den Neubau war es höchste Zeit: Die Einwohnerzahl war auf mehr als 3000 gestiegen und sollte durch starke Bautätigkeit noch weiter wachsen. Die Verwaltung sah sich mit immer weiteren Aufgaben konfrontiert und platzte aus allen Nähten.

Seit 1955 befand sich die Gemeindeverwaltung im Haus des Schusters August Sündermann an der Straße Im Sande. Heinz Olensky war Gemeindedirektor, Käthe Rückheim seine Sekretärin. Bürgermeister war Willy Meyer, der dieses Amt von 1956 bis Ende 1972 führte und bei seiner Verabschiedung den Titel des „Altbürgermeisters“ verliehen bekam.

Der Gemeinderat tagte abwechselnd in den Barrier Gaststätten. Das hatte zur Folge, dass die Ratssitzungen regelmäßig gut besucht waren und es beim nichtöffentlichen Teil im Lokal sehr still war, um möglichst nichts zu verpassen, was dort hinter verschlossenen Türen verhandelt wurde.

Die kommunale Gebietsreform in Niedersachsen brachte nur ein paar Jahre nach dem Bau umfassende Veränderungen mit sich: 1974 verlor Barrien seine Selbstständigkeit. Das Barrier Rathaus wurde noch jahrelang als Dependance des Syker Rathauses genutzt. In den folgenden Jahrzehnten nutzten unter anderem die VHS und das DRK die Räume. Heute beherbergt das Gebäude den Pädagogischen Mittagstisch der Grundschule und die Krippe des evangelischen Kindergartens.

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