Uwe Heusmann will mit Re-Enactment Geschichte lebendig machen

Von Waterloo nach Syke

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Uwe Heusmann (rechts) als Re-Enactment-Darsteller auf dem Schauplatz der Schlacht bei Waterloo. Das Schild im Hintergrund, das der Malermeister mit einem Kollegen zusammen restauriert hat, erinnert an ein Gefecht der King's German Legion.

Syke - Von Dieter Niederheide. Es war am 25. Januar 1816, als auch in Syke die Napoleonischen Kriege endgültig vorbei waren: Bonaparte war zu dieser Zeit zwar schon längst in der Verbannung auf St. Helena im Südatlantik. Doch an diesem Tag wurde die Königlich Deutsche Legion der britischen Armee aufgelöst, und deren 5. Linien-Bataillon stand zu dieser Zeit in Syke. Zum 200. Jahrestag treffen sich vom 22. bis zum 24. Januar in Syke rund 50 Re-Enactment-Darsteller in historischen Uniformen, um an dieses Ereignis zu erinnern.

Organisiert hat dieses Schauspiel der Syker Uwe Heusmann (51) mit Unterstützung des „Verein für europäische Kultur und Geschichte der napoleonischen Epoche“ mit Sitz in Osnabrück. Dem Verein gehört der Syker seit 2013 an.

Schon als Schüler hat ihn Geschichte fasziniert, und nach wie vor kann er sich für historische Themen begeistern.

Re-Enactment nennt man die Neuinszenierung konkreter geschichtlicher Ereignisse in möglichst authentischer Weise. „Wir sind keine Militaristen“, sagt Heusmann. „Es geht uns vornehmlich darum, Geschichte lebendig nachzustellen.“

„The King‘s German Legion“ wurde 1803 auf Befehl des Königs Georg III. von Major Colin Halkett und Baron Friedrich von der Decken aufgestellt. Sie stand in den Diensten Großbritanniens und kämpfte gegen die Franzosen.

Der englische Major Colin Halkett und der deutsche Baron Friedrich von der Decken (geboren 1769 in Langwedel) waren ehemalige Soldaten des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg, das durch Personalunion verbunden war mit dem Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland.

Die Legion war unter anderem 1815 an der Schlacht bei Waterloo (südlich von Brüssel) beteiligt und stand dort im Gefecht um das besonders schwer umkämpfte Anwesen La Haye Sainte. „Die Gedenktafel am Haus war total verrostet“, erzählt Heusmann von einem Besuch des historischen Schlachtfelds. Der Malermeister hat sie mit einem Kollegen restauriert.

Stadtarchivar Hermann Greve hat über die Zeit, als das Syker Bataillon der Legion aufgelöst wurde, recherchiert. Etliche Soldaten sind damals im damaligen Amt Syke geblieben, haben geheiratet und Familien gegründet.

Am Freitag, 22. Januar, werden die ersten Re-Enactment-Darsteller in Syke erwartet. Sie werden in der PHL-Schützenhalle in der Westermark untergebracht. Uwe Heusmann: „Die PHL-Schützen haben uns ihre Halle kostenlos zur Verfügung gestellt.“

Am Samstag, 23. Januar, marschieren die Darsteller nach Syke zur Kranzniederlegung am Ernst-Boden-Denkmal. Dort feuern sie aus historischen Vorderladern ein Ehrensalut ab. Das wiederholt sich gegen 16.30 Uhr auch am Denkmal des „Schwarzen Herzogs“ (Friedrich Wilhelm von Braunschweig-Oels) an der B6 am Krendel. Nach einem Kohlessen im Museum marschieren die Legionäre zurück. Am Sonntag zur Mittagszeit ist Abreise.

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