Straßenmeisterei widerspricht

B6-Anwohner empört über Kahlschlag: „Heruntergemetzel ohne Verstand“

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Alles ratzekahl: Anwohner der B6 in Barrien beschweren sich über die radikale Abholzung des Böschungsgrüns.

Barrien - Von Michael Walter. Große Aufregung in der Barrier Heide: Anlieger der B 6 beschweren sich über die „sinnlose Abrodung der Böschung“ und die Vernichtung des Grüns „ohne Sinn und Verstand“. Die dafür verantwortliche Straßenmeisterei Bruchhausen-Vilsen weist die Vorwürfe zurück. Die Arbeiten seien - auch in dieser Form - notwendig gewesen.

Per E-Mail wendet sich Beschwerdeführer Tobias Rittermann „auch im Namen meiner Nachbarn“ an das Umweltministerium, die Straßenbauverwaltung, die Stadt Syke, mehrere Umweltverbände und die Presse. Die in den vergangenen Tagen ausgeführten Arbeiten seien „kein natürliches Ausdünnen des Baum- und Strauchbestandes, sondern ein Heruntergemetzel ohne jeden Verstand für Nutzen, Tierwelt und auch für die Anwohner der Straße“, heißt es in seinem Schreiben.

Was Rittermann besonders ärgert: 2013 war auf der anderen Seite der Bahnlinie das Böschungsgrün ähnlich radikal zurückgeschnitten worden. Damals hatte die Behörde den Anliegern dort zugesichert, zukünftige Rückschnitte nicht mehr auf ähnliche Weise durchzuführen.

Anwohner: Ganzes Stück Lebensqualität geht verloren 

Jetzt aber sei nahezu der komplette Bereich von der Bahnbrücke bis zur Einmündung Fuchsweg „radikal und ohne Rücksicht auf Tiere und Pflanzen bodengleich zurückgeschnitten“ worden. Für die Anwohner sei damit ein ganzes Stück Lebensqualität verloren gegangen sowie wertvoller Lebensraum für Vögel und andere Tiere. „Es gibt keine Begründung für dieses Handeln. Solch eine Fehlentscheidung muss personelle Folgen haben!“

Ganz anders sieht das Andine Sieling, die Leiterin der Straßenmeisterei Bruchhausen-Vilsen: „Wir haben seit 2013 verschiedene andere Formen des Rückschnitts ausprobiert, die uns aber absolut nicht weitergebracht haben.“

Sieling weiter: „Ich kann nicht einzelne Bäume stehen lassen. Das funktioniert einfach nicht. Die fallen beim ersten Sturm um und stürzen auf die Straße. Deshalb haben wir jetzt alles bis auf den Stock zurückgesetzt.“

Straßenmeisterei: Rückzugsmöglichkeiten bleiben erhalten

Einen Schaden für die Umwelt sieht sie darin nicht. „Das wird wieder durchgrünen“, sagt Sieling und verweist als Beispiel auf den Abschnitt, der 2013 so radikal zurückgeschnitten worden ist. Dort sei der Bewuchs heute wieder dicht.

Auch das Argument des zerstörten Lebensraums für Pflanzen und Tiere lässt Andine Sieling nicht gelten. „Deshalb machen wir solche Arbeiten ja immer nur abschnittsweise, und nie durchgehend am Stück. So bleiben genügend Rückzugsmöglichkeiten in der unmittelbaren Nähe erhalten.“

An dem jetzt zurückgeschnittenen Abschnitt sei ihres Wissens nach bisher noch nie im größeren Rahmen gearbeitet worden, sagt Sieling. Büsche und Bäume seien 30 bis 40 Jahre alt gewesen. „Da ist gerade vor ein paar Tagen erst ein Baum auf die Straße gestürzt“, sagt sie. „Das zeigt, dass es höchste Zeit war, dort etwas zu machen. Ich kann verstehen, dass die Anlieger es schöner finden, auf eine grüne Wand zu blicken. Aber unsere Priorität ist die Sicherheit.“

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