Private Initiative und Kirchengemeinde Barrien

Coronavirus: Syker bieten Hilfe an

Helfen mithilfe der modernen Technik: Auf Video-Konferenzen haben die Teamer der Barrier Bartholomäus-Kirchengemeinde die Einzelheiten zu ihrem Projekt „Kirche Barrien hilft“ abgesprochen und koordiniert. Foto: Bernd Breckner
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Helfen mithilfe der modernen Technik: Auf Video-Konferenzen haben die Teamer der Barrier Bartholomäus-Kirchengemeinde die Einzelheiten zu ihrem Projekt „Kirche Barrien hilft“ abgesprochen und koordiniert.

Behörden dicht, Geschäfte dicht, Treffpunkte dicht,... Mehr als alle anderen trifft das alte Leute. Oft brauchen sie ohnehin schon Unterstützung im Alltag oder haben nur noch wenige soziale Kontakte – nicht selten trifft beides auf sie zu. Und die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Epidemie machen all das noch schlimmer für sie. „Da müssen wir was tun“, haben sich Menschen in Barrien und Syke gedacht und unabhängig voneinander die praktisch gleiche Idee gehabt.

Syke  /  Barrien – Jaqueline und Mario Wohlgemuth haben die Initiative „Syke für Syke – füreinander da!“ gegründet. Ziel: Senioren jetzt bei der Bewältigung des Alltags nach besten Möglichkeiten zu helfen.

„Das war zuerst nur eine Schnapsidee“, erzählt Mario Wohlgemuth. „Wir sind da ganz blauäugig rangegangen und haben auf Facebook einfach mal gefragt, wer sich für so was interessieren würde.“ In kurzer Zeit ist daraus eine Gruppe mit 120 Mitgliedern entstanden. Von denen hat sich allerdings bisher nur ein kleiner Teil konkret als Helfer angeboten.

„Ich glaube, viele haben ein bisschen Angst, dass da schnell ein Fulltime-Job draus wird“, sagt Mario Wohlgemuth. „Das ist keineswegs die Absicht. Wir suchen Leute, die Bock haben, zwischendurch mal irgendeine Hilfstätigkeit zu übernehmen. Ganz ohne Verpflichtung. Zum Beispiel, wenn sie ohnehin gerade beim Einkaufen sind, für andere miteinzukaufen. Oder die mal mit dem Hund Gassi gehen. Oder Fahrdienste anbieten.“ Besonders auf den Dörfern gebe es da schon einige Resonanz.

„Syke für Syke“ - Ehrenamtliche Vermittler in Corona-Zeiten

Jaqueline und Mario Wohlgemuth selbst sehen „Syke für Syke“ dabei lediglich in der Rolle eines kostenlosen ehrenamtlichen Vermittlers. „Wir sammeln Leute, die helfen wollen, und Leute, die Hilfe brauchen, und dann stellen wir Kontakte her“, sagt Mario Wohlgemuth. „Wir vermitteln Paten. Wobei wir finden, dass das ein blödes Wort ist. Deshalb sprechen wir lieber von Buddys.“

Mit einem ähnlichen Konzept sind die Teamer der Kirchengemeinde Barrien am Donnerstag in die Öffentlichkeit gegangen. Unter dem Stichwort „Kirche Barrien hilft“ bietet das Team gemeinsam mit Diakon Bernd Breckner und dem FSJler Ole Gröger Unterstützung für Menschen an, die derzeit Hilfe benötigen – etwa beim Abholen von Rezepten oder beim Einkaufen.

Die Umsetzung der Idee liegt komplett in den Händen der Teamer. Unter anderem haben sie sich im Vorfeld per Video-Konferenzen organisiert, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren.

Jaqueline und Mario Wohlgemuth haben die Initiative „Syke für Syke“ gegründet. Er ist im richtigen Leben Zugbegleiter, sie ist Verkäuferin in Syke.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 25 Jahren bieten ihre Hilfe allen Menschen aus „Risikogruppen“ im Kirchspiel Barrien an – das können Senioren mit eingeschränkter Mobilität sein, aber auch Menschen mit anderen körperlichen Einschränkungen oder auch Menschen, die etwa eine Knochenmarkspende hinter sich haben. „Alle Helfer haben klare Handlungsanweisungen“, sagt Breckner. Zum Beispiel: so wenig Kontakt wie möglich, so viel Aufwand wie nötig. „Die Einkäufe können auch erledigt werden, wenn man sowieso für sich einkauft“, nennt Breckner ein Beispiel.

Corona in Syke: Mit Solidarität helfen

Mittelfristig könnte er sich vorstellen, die Leistungen und Zielgruppen zu erweitern – etwa auf die Krankenschwester, die nach ihrer Schicht einfach nicht mehr die Energie hat, um mit dem eigenen Hund eine Runde zu drehen.

Die Helfergruppe soll vorerst relativ klein und persönlich gehalten werden, so Breckner. Im Moment seien es zehn bis zwölf Personen, die Zeit und Engagement zur Verfügung stellen. Breckner ist sicher, dass mit der Verbindung zur Kirchengemeinde die Hemmschwelle für viele ältere Menschen, nach Hilfe zu fragen, sinkt. In der Kirchengemeinde Syke laufen derzeit Überlegungen, ob und gegebenenfalls wie man sich an der Aktion beteiligt.

Zwei Syker Aktionen, die mit Solidarität helfen und Hoffnung erzeugen wollen. Und wie wäre es, vielleicht irgendwann die Kräfte aller Initiativen zu bündeln und zusammen zu helfen? Das ist ein Szenario, das sich Diakon Bernd Breckner durchaus vorstellen kann. „Man ist ja schließlich miteinander auf dem Weg.“

Kontakt

„Syke für Syke“

04242 / 655 81 22 (9-17 Uhr) sykewirhelfen@web.de

„Kirche Barrien hilft“

04242 / 937 74 33 (9-20 Uhr)

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