Bassumer Fotografin Hella von Beckeradt stellt im Café Alte Posthalterei aus

Heimatwasser: Bilder von der Hache

Hella von Beckeradt hat sich schon immer dem Wasser verbunden gefühlt. Im Café Alte Posthalterei zeigt sie ab heute Fotos, die an der Hache entstanden sind. - Foto: Tobias Kortas.

Syke - Von Rainer Köster. Aus einigen Metern Entfernung wirken die Bilder wie abstrakte Aquarelle aus verwaschenen Farben. Erst beim Herantreten erkennt man, welchem Element sich die Künstlerin widmet: Es ist Wasser.

Hella von Beckeradt fotografiert Flüsse, und sie nähert sich ihnen so weit wie möglich an. Mit der Kamera dicht über der Wasseroberfläche hält sie Ausschnitte des fließenden Wassers fest, es entstehen Momentaufnahmen, „Augenblicke positiver Vergänglichkeit“, wie die Künstlerin ihre Werke selbst beschreibt.

Nachdem sie Anfang des Jahres im Kreismuseum ihre Bilder spanischer und portugiesischer Flüsse ausgestellt hat, präsentiert sie seit gestern im Café Alte Posthalterei ihre Bilder von der Hache, und der Betrachter ist vom ersten Moment überrascht, welche unterschiedlichen Effekte sie aus unserem „Heimatwasser“ hervorzaubert.

Obwohl – „zaubern“ tut sie eigentlich nicht, denn bearbeitet werden an den fertigen digital erstellten Fotos nur die Kontraste. Für die Farben sind ausschließlich der sich spiegelnde Himmel und der Untergrund verantwortlich. „Das Wasser ist ja im besten Fall durchsichtig. Die blaue Farbe ist immer der Himmel.“

Und so entstehen abwechslungsreiche, mal leuchtende, mal – wenn bei bedecktem Himmel entstanden – in reinem Schwarz-weiß kontrastierende Ornamente, deren unterschiedlich intensive Grundfarben vor allem durch den wechselnden Untergrund entstehen. Hell bei Sandböden, dunkler bei Lehm.

Die Unschärfe, die den meisten Bildern ein Moment des Irrealen, Illusionären verleiht, bekommen sie durch die Bewegung des Wassers.

Manchmal spiegeln sich Bäume als Einfluss der Realität im Fluss, doch meist entfalten die Motive ihre zum Teil verblüffende Wirkung in der Reduktion auf die drei Elemente Wasser, Erde, Luft. Und „jeder Fluss ergibt andere Bilder“, so die Künstlerin.

Die detaillierten Wasserbilder des spanischen Malers Joaquin Sorolla und die unscharfen Farbflächen des Fotografen Klaus von Gaffron hätten sie beeinflusst, erzählt die in Düsseldorf geborene studierte Grafik-Designerin, die inzwischen schon lange in Bassum wohnt. Aber auch die Flussbeschreibungen der Hildegard von Bingen würden sie inspirieren. Und so plant sie als eines ihrer nächsten Projekte eine Ausstellung rund um deren Texte.

Dem Wasser, speziell den Flüssen, hat sich Hella von Beckeradt schon immer eng verbunden gefühlt und sie nennt als ihren Lieblingsort einen Campingplatz direkt am Rhein. Und doch ist ihre Beziehung zum feuchten Element eine rein visuelle, eine platonische, wenn man so will: „Ich gehe so gut wie nie ins Wasser.“

Ende Mai werden die nun zu sehenden Bilder durch weitere Exponate ergänzt. Zurzeit hängen sie noch in einer Ausstellung in Barnstorf. Und am 25. Juni, so Organisator Henning Greve, gibt es um 18 Uhr einen kleinen „Ausstellungsempfang“ im Café.

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