Heiligenfelder Pastorensohn brachte es bis zur Abbildung auf einem Geldschein

Reformer, Minister und bedeutender Bankier

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Ab 1933 zierte das Konterfei des Heiligenfelder Pastorensohns David Hansemann die 50-Mark-Scheine der Deutschen Reichsbank. Grundlage für das Kopfbild war eine Fotografie des preußischen Hofphotografen Joseph Albert aus dem Jahr 1862.

Heiligenfelde - Von Dieter Niederheide. Ernst schaut David Hansemann aus dem 50-Reichsmarkschein mit Ausgabedatum 30. März 1933. Mit dem 82 Jahre alten Geldschein hat es eine besondere Bewandtnis für Heiligenfelde auf sich. David Hansemann (1790-1864) war das jüngste von elf Kindern des Pastors Eberhard Ludwig Hansemann, der von 1794 bis zu seinem Tod 1821 Seelsorger in Heiligenfelde war.

Gästeführerin Silke Lehmler überreichte kürzlich drei solcher Scheine an Ortschronist Ernst-August Goldmann, Jürgen Becker und Axel Lankenau als Dankeschön für deren Mitarbeit bei einer Führung.

David Hansemann brachte es als junger Kaufmann zu einem beträchtlichen Vermögen, das die Grundlage für seine weitere Karriere als Großunternehmer und Bankier bildete. Darüber hinaus war er ein zu seiner Zeit führender liberaler Politiker, sozial eingestellt und galt als Reformer.

Geboren in Finkenwerder, kam als er Vierjähriger nach Heiligenfelde, spielte dort vermutlich mit den Kindern des Dorfes und seinen zehn Geschwistern. Er besuchte die Dorfschule und wurde zudem von seinem Vater unterrichtet.

Als 14-Jähriger begann er 1805 eine kaufmännische Lehre im Handelsgeschäft von Ferdinand und Johann Daniel Schwenger in Rheda. Wahrscheinlich weil seine Eltern nicht allen Söhnen ein Studium finanzieren konnten. Später wurde Aachen sein Lebensmittelpunkt. Dort gründete David Hansemann 1825 die Aachener Feuerversicherung, aus der die heutige Aachen-Münchener Versicherungsgruppe hervorgegangen ist.

Der Pastorensohn aus Heiligenfelde bekleidete außerdem im Lauf der Jahre höchste politische Ämter bis hin zum preußischen Finanzminister von März bis September 1848. Anschließend setzte er seine Tätigkeit als Bankier fort, und in den Jahren 1861 und 1862 war Hansemann Präsident des Deutschen Handelstags. Er starb 1864 während eines Kuraufenthalts im Taunus.

Die Stadt Aachen sieht in David Hansemann bis heute einen ihrer berühmtesten Söhne. Ihm wurde in Aachen ein Denkmal errichtet, das ihn seit 2011 mit zwei Strahlern ins rechte Licht rückt, und nach ihm wurde eine Realschule benannt.

Während der Großen Inflation von 1923 hat die Handelskammer Aachen einen Notgeldschein über fünf Millionen Mark mit seinem Bild versehen, und ab 1933 zierte sein Konterfei die 50-Mark-Scheine der Deutschen Reichsbank.

Obwohl David Hansemann eine Ansammlung höchster Ämter auf sich vereinte und eine geachtete Persönlichkeit war, verlor er nie den Kontakt zu seiner Familie. Ein- bis zweimal jährlich soll er seine Verwandten in Heiligenfelde besucht haben und per Korrespondenz zu ihnen Kontakt gehalten haben. Begraben liegt er in Berlin.

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