Heiligenfelder Johann Lienhop feiert heute seinen 95. Geburtstag

Einer der letzten Zeitzeugen der harten Häuslingsarbeit

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Das alte Foto zeigt Johann Lienhop bei seiner Arbeit.

Heiligenfelde - Von Dieter Niederheide. Reichlich Besuch gibt es heute im Hause Lienhop an der Königstraße in Heiligenfelde. Der Grund: Johann (Hans) Lienhop wird 95 Jahre alt. Erste Gratulanten werden Sohn Wilfried und Schwiegertochter Irma sein. Ihnen schließen sich drei Enkelkinder und drei Urenkel an.

Nach wie vor ist der geistig rege Heiligenfelder, der am 9. September 1920 in Schorlingborstel geboren wurde und in Henstedt zur Schule ging, am Tagesgeschehen in der Welt und seinem Wohnort interessiert. Die Kreiszeitung, die er schon seit jungen Jahren bezieht, und das Fernsehen sind seine Informationsquellen.

Über Jahrzehnte war sein Lebensweg von der harten Arbeit als Häusling geprägt. Ein Handicap als Erinnerung an die Arbeitszeit hat er behalten: Beide Knie sind kaputt.

Lienhop ist einer der letzten Zeitzeugen, die berichten können, wie schwer es seinerzeit als Häusling war, seine Familie zu ernähren. Stets musste er für den Landwirt einsatzbereit sein, wenn der ihn bei der Feldarbeit oder zur Erntezeit als Helfer benötigte.

Schon sein Vater Fritz war Häusling. Nach Feierabend galt es, das eigene Stück Land und Viehzeug zu versorgen. Bis ins Jahr 1949 war Johann Lienhop in Henstedt wohnhaft und bewohnte das Häuslingshaus Henstedt Nr. 6 des Landwirts Dietrich Drücker.

Der einzige Sohn Wilfried (71) erinnerte sich daran, dass damals drei Kühe und zwei Schweine mit in dem Häuslingshaus lebten. Dieses Haus in Henstedt steht heute nicht mehr, nur der alte Brunnen, aus dem damals das Wasser geschöpft wurde, ist noch vorhanden. Die nächste Station als Häusling war in Halbetzen beim Landwirt Gerd Ritterhoff, verbunden mit einem Umzug in ein Häuslingshaus, das heute noch steht.

Johann Lienhop erinnert sich noch daran, dass er damals das Feld mit einem Ochsengespann bearbeitete. Erst 1951 erwarb er einen dreijährigen Trakehner von der seinerzeit bekannten Züchterin Gerda Weiß.

Als Häusling reichte das Geld zum Leben nicht aus. Johann Lienhop war auch noch Milchwagenfahrer. Er brachte zunächst die Milch von den Milchbauern aus Henstedt zur Molkerei Heiligenfelde und später von Henstedt zur Molkerei Neubruchhausen.

1967 kam der Umzug mit der Familie des Sohnes Wilfried an die Königstraße. Sie hatten gemeinsam ein Haus gebaut. Dort lebten im Laufe der Jahre vier Generationen zusammen.

Für Johann Lienhop war die Zeit als Häusling vorbei. Er hatte noch zwei Arbeitsstellen, fuhr am frühen Morgen Milchwagen und arbeitete am Nachmittag für die Genossenschaft.

Das Leben stellte hohe Anforderungen an ihn, als seine Frau erkrankte. Er pflegte sie 25 Jahre lang liebevoll. Sie starb 1993. Ein weiterer Verlust traf ihn jetzt schwer, als sein Freund Heinrich Brüning verstarb.

Lienhop ist seit 70 Jahren Mitglied der Kyffhäuser-Kameradschaft Henstedt, deren Fahnenträger er 40 Jahre war. Die Kreiszeitung gratuliert herzlich.

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