Heike Veldmann geht: Gemischter Chor Heiligenfelde ist ab Juli ohne Leiterin

Die Angst vor der Stille

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Blumen gab es für die geehrten Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung des Gesang- und Theatervereins Heiligenfelde. Thematisch stand das Treffen allerdings ganz im Zeichen der Suche nach einem neuen Chorleiter für den traditionsreichen gemischten Chor.

Heiligenfelde - Von Frank Jaursch. Am Ende flossen Tränen – auf beiden Seiten. Die Jahreshauptversammlung des Gesang- und Theatervereins (GuT) Heiligenfelde nahm Heike Veldmann zum Anlass, um offiziell ihren Abschied von der Leiter-Position des Gemischten Chores anzukündigen. Den Vertrag, der bis zum 30.Juni läuft, möchte – und kann – sie nicht mehr verlängern.

„Das ist uns allen sehr nahe gegangen“, berichtet Schriftführerin Margret Scharringhausen. Die Entscheidung der Chorleiterin stieß bei allen auf „volles Verständnis“, betont die Chorsprecherin Helga Bargmann. Die Belastung der Arbeit mit mehreren Chören wurde für Veldmann einfach zu hoch.

Im Jahr 2010 hatte die Sulingerin den Chor übernommen – übergangsweise, wie es immer hieß. „Wir waren damals ganz dankbar, dass sie uns überhaupt kurzfristig übernommen hat“, erinnert sich Scharringhausen. Aus dem einen Jahr wurden fünf – und mit jedem stieg die Hoffnung auf Veldmann als dauerhafte Lösung.

Denn die Leiterin hatte einen guten Draht zum Chor. Sie sorgte dafür, dass die Disziplin, die das Ensemble auszeichnete, erhalten blieb. „Viele im Chor sind seit 40, 50 Jahren dabei“, berichtet Axel Lankenau, der Vorsitzende des GuT. „‚Keine Lust‘ gibt es bei denen nicht.“

Helga Bargmann schätzt die Beteiligung an den wöchentlichen Übungsterminen auf 95 Prozent. „Viele richten sogar ihre Termine danach ein.“ Die etwa 20 Mitglieder des Chores haben ein umfangreiches deutschsprachiges Repertoire erarbeitet, von klassischen Chorliedern bis hin zu alten Schlagern – von den „Capri-Fischern“ bis zu „Zwei kleine Italiener“. Erst 2014 feierte der Chor sein 50-jähriges Bestehen.

Nun sehen die Mitglieder die Zukunft ihres Chores in Gefahr – wenn sich kein neuer Leiter findet. Bisher sind die Versuche, einen Nachfolger für Veldmann zu finden, gescheitert. In den Reihen der Männer und Frauen geht die Sorge vor dem Verstummen des Chores um.

So weit soll es nicht kommen, erklärt Axel Lankenau. „Ich möchte den Chor nicht aufgeben müssen.“ Margret Scharringhausen wirbt mit der familiären Atmosphäre und der Tradition der Gruppe. Ein möglicher neue Leiter – oder eine Leiterin – muss sich dabei zunächst auch nicht für alle Ewigkeiten binden: „Und wäre schon geholfen, wenn es kurzfristig für ein Jahr wäre.“

In den eigenen Reihen könnte es vielleicht mittelfristig eine neue Leiterin geben. Doch noch nicht 2015. „Wir brauchen Hilfe – die kann jung oder alt sein“, so Axel Lankenau. Wer einen Tipp hat oder die Aufgabe gern übernehmen möchte, kann sich bei Lankenau unter 04240/252 melden.

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