Vom Haus auf Rädern „infiziert“

Wohnmobil-Händler Olaf Büntemeyer weiß: Das Wetter stört die Camper nicht

Olaf Büntemeyer steht beruflich wie privat auf rollende Ferienwohnungen: Bis zu 15 Mal im Jahr reist er im Wohnmobil durch Europa. Hier sitzt er Probe in einem neuen Modell. - Foto: Heinfried Husmann

Barrien - Von Robin Grulke. Die Campingsaison ist vorbei, und hier im Norden war der Sommer nicht gerade eine Einladung, im Freien zu schlafen. Kein Grund, auf den Urlaub in der Natur zu verzichten, meint Wohnmobil-Händler Olaf Büntemeyer. Der Barrier weiß, welche Mobile im Trend liegen und wo die Leute am liebsten ihre freien Tage verbringen. Komischerweise läuft das Geschäft gerade dann, wenn’s draußen kalt ist.

Seinen ersten eigenen Camper hatte Büntemeyer im Alter von 21 Jahren. „Ich hatte ‘nen VW T3. Ich hab ein Hochdach raufgebaut und eine Küche installiert.“ Mit einem Bett war das erste eigene Haus auf Rädern fertig, aber der junge Bursche trotzdem nicht zufrieden: „Für das Geld hätte ich mir auch ‘nen fertig umgebauten Bus kaufen können.“

Nach der Erfahrung landete Büntemeyer schließlich in der Wohnmobil-Branche. Das brachte einige Vorteile mit sich: „Die Fahrzeuge müssen ja getestet werden“, meint er schmunzelnd. So ist er bis zu 15 Mal pro Jahr in fremden Städten und Ländern unterwegs – und schläft immer im selben Bett.

Das Wetter ist ihm dabei genauso egal wie seinen Kunden. „Wenn’s schlecht ist, fahre ich einfach in die andere Richtung.“ Und das scheinen auch andere Wohnmobil-Fans so zu sehen: Mit seinen 15 Leihfahrzeugen konnte Büntemeyer in diesem Jahr bei Weitem nicht die Nachfrage decken – viele landeten auf der Warteliste. Und das, obwohl der Sommer hierzulande nicht besonders sommerlich daher kam.

Tank bricht weg, ein Zurrgurt löst das Problem

Unterm Strich ziehe es die Syker eher nach Skandinavien als in wärmere Gebiete. „Ich hab ein Fahrzeug hier, das jetzt fünf- oder sechs Mal hintereinander in Norwegen war“, erzählt der Barrier. Das Land ist mit seinen Fjorden und Bergen ein Touristenmagnet sondergleichen.

Wer keine Lust auf das raue skandinavische Wetter hat, den zieht es mit seinem Mobil in den Süden, gerne auch nach Italien – allerdings nur, wenn man dort ankommt. Büntemeyer erinnert sich an den Anruf eines Kunden, der nahe München liegen geblieben war. „Der Abwassertank war fast weggebrochen“, erzählt er. Der ADAC konnte nicht helfen, also rief Büntemeyer einen bekannten Münchner Händler an. Der schnappte sich einen Zurrgurt, schnürte ihn einmal komplett ums Mobil rum und machte das Fahrzeug fit für die Reise in die Werkstatt. Zwei Stunden später konnte der Camper weiter Richtung Gardasee und schließlich zurück nach Barrien tuckern.

Nach dem Urlaub hellauf begeistert

In den meisten Fällen sind Büntemeyers Kunden nachsichtig genug, die Mobile vor der Übergabe zu reinigen. Als der Barrier vor zwei Monaten einen Camper fragte, ob er sein Fahrzeug gereinigt habe, sagte der aber einfach: „Nö.“ Büntemeyer schaute rein und ging geschockt wieder raus. „Das sah aus, als wären da 25 Esel durchgelaufen, und die Toilette war nicht geleert.“ Für die Reinigung hat er „ordentlich Geld genommen, aber das hat den nicht gejuckt“.

So verhalten sich allerdings nur die wenigsten Kunden. Die meisten halten sich an die Absprachen und sind nach ihrem Urlaub hellauf begeistert. Wenn Camper erst einmal eine Tour im Haus auf Rädern hinter sich hätten, würden viele von ihnen nichts anderes mehr wollen. „Die sind dann richtig infiziert.“

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