Ab Mitte Februar neue Einbahnstraßenregelung / Acht Monate Testphase

Hauptstraße andersrum

Das wird ab Mitte Februar nicht mehr möglich sein: Ab Einmündung Gesseler Straße (rechts) mit dem Auto in Richtung Bahnhofstraße durchzufahren. Die Stadt will die Einbahnstraße in diesem Abschnitt „umdrehen“. Und der Abschnitt im Rücken der Kameraperspektive – von der Plackenstraße bis zur Volksbank – wird komplett für Autos dichtgemacht.
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Das wird ab Mitte Februar nicht mehr möglich sein: Ab Einmündung Gesseler Straße (rechts) mit dem Auto in Richtung Bahnhofstraße durchzufahren. Die Stadt will die Einbahnstraße in diesem Abschnitt „umdrehen“. Und der Abschnitt im Rücken der Kameraperspektive – von der Plackenstraße bis zur Volksbank – wird komplett für Autos dichtgemacht.

Syke – Die Stadtverwaltung ändert die Einbahnstraßenregelung für die Hauptstraße: Ab dem 15. Februar ist sie für Kraftfahrzeuge nicht mehr durchgängig befahrbar. Die neue Regelung soll zunächst für eine achtmonatige Testphase bis zum 15. Oktober gelten. Danach wird sich entscheiden, ob sie endgültig bestehen bleibt oder noch einmal verändert wird.

Aktuell ist die Hauptstraße auf fast kompletter Länge eine Einbahnstraße mit Fahrtrichtung vom Mühlendamm in Richtung Bahnhof. Vom 15. Februar an ändert sich das. Dann werden auf etwa halber Höhe sozusagen die Einbahnstraße umgedreht und gleichzeitig der kurze Abschnitt zwischen An der Volksbank und Plackenstraße komplett für den motorisierten Verkehr gesperrt.

Für Autos aus Richtung Mühlendamm ist dann beim Schuhhaus Kastner Schluss. Wer nicht schon 100 Meter vorher an der Z-Kreuzung rechts oder links abgebogen ist, kommt nur noch über den Schleichweg An der Volksbank-Plackenstraße wieder weg.

Am anderen Ende wird die Hauptstraße in umgekehrter Fahrtrichtung vom Ernst-Boden-Platz bis zur Doppel-Einmündung Gesseler Straße / Plackenstraße zur Einbahnstraße. Geradeaus geht’s dann nicht mehr weiter, sondern nur noch nach links in eine dieser beiden Nebenstraßen. Und wer aus einer davon kommt, kann an der Einmündung gleich wieder auf die andere umkehren: Auf der Hauptstraße geht’s dann weder nach links noch nach rechts.

„Unser Ziel ist es, den Durchgangsverkehr auf der Hauptstraße in Richtung Bahnhof zu unterbinden“, erklärt Freya Söchtig, die Sachgebietsleiterin Verkehr bei der Stadtverwaltung. Sie verweist auf Messungen und Zählungen aus den letzten Jahren.

Die Hauptstraße ist eine verkehrsberuhigte Straße, auf der sich motorisierter Verkehr, Radfahrer und Fußgänger die gleiche Fläche teilen. Folglich ist dort nur Schrittgeschwindigkeit erlaubt. Gefahren wird laut Söchtig aber deutlich schneller.

Die Werbegemeinschaft begrüßt diesen Versuch ausdrücklich. Vorsitzender Florian Kastner: „Das von uns gewollte Flair ist an der Hauptstraße nie entstanden. Tagsüber ist dort relativ dichter Fahrzeugverkehr, nachts kommen die Poser, die dort mit ihren Autos angeben.“

Mit einer Fußgängerzone, die das Problem im Nu beheben könnte, hat sich die Werbegemeinschaft aber nie anfreunden können. Argument: Die Geschäfte müssen mit dem Auto erreichbar sein. „Die Betriebe brauchen den Zubringerverkehr.“ Das neue Konzept hält Kastner für eine „super Sache“. Der Durchgangsverkehr wäre damit weg, aber „es ist kein Grundstück abgeschnitten. Man kommt zu jedem Geschäft mit dem Auto hin.“

Nur nicht unbedingt auf dem direkten Weg. Aber genau das findet Florian Kastner gut. „Generell finde ich, dass man in Syke schnell mit dem Fahrrad von A nach B kommt und mit dem Auto dreimal so lange dafür brauchen sollte. Damit man sich überlegt, ob man das Auto wirklich gerade braucht.“

Die Stadtverwaltung ist sich bewusst: Mit der neuen Verkehrsführung dürfte es Beschwerden hageln. Freya Söchtig: „Die Leute brauchen im Regelfall mindestens drei Monate, bis sie sich an solche Änderungen gewöhnt haben. Es wird in dieser Zeit sicher Beschwerden geben.“

Aus dem komplett abgehängten Teil könnte später einmal eine Art Platz werden. Etwa wenn die Stadt es tatsächlich schafft, Wessels Hotel zu erwerben und die geplante neue Bibliothek dort unterzubringen.

Von Michael Walter

Dabei soll’s bleiben: Radfahrer dürfen weiterhin in beiden Richtungen auf der Hauptstraße fahren.
An der Z-Kreuzung wird künftig wohl der Großteil der Autos Richtung Georg-Hoffmann-Straße abbiegen.

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