Hundertmal totgesagt

Am Ende der Fahnenstange: Hansa Kino Syke kämpft sich durch die Corona-Pandemie

Süßes Popcorn oder doch die würzigen Nachos? Für die Verpflegung beim Kino-Besuch im Hansa Kino Syke sorgt Michael Fritsch.
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Süßes Popcorn oder doch die würzigen Nachos? Für die Verpflegung beim Kino-Besuch im Hansa Kino Syke sorgt Michael Fritsch.

Der rote Vorhang der Leinwand öffnet sich langsam. Knabberzeug und Getränke für die kommenden zwei Stunden stehen bereit. Die 3D-Brille sitzt – oder auch nicht. Im Kinosaal verstummen die Besucher und richten ihre Blicke gespannt auf das projizierte Bild. Aus den Boxen des Kinosaals ertönt die bekannte Einspielmusik. All das macht das Kino-Erlebnis aus.

Syke – So auch im Hansa Kino Syke. Geschäftsführerin Silvia Kahle spricht mit der Kreiszeitung über die Folgen der Corona-Pandemie, die neuesten Blockbuster und die Zukunft der Kinos.

Die gesamte erste Hälfte des vergangenen Jahres musste das Hansa Kino an der Herrlichkeit in Syke seine Türen geschlossen halten. Kahle: „Ohne Worte und nicht nachvollziehbar.“

2G-Regelung bei Auslastung von 70 Prozent

Bei einer Auslastung von 70 Prozent der Plätze darf sie ihr Kino unter der 2G-Regelung aktuell öffnen. Die Gäste würden sich verständnisvoll für die Maßnahmen zeigen: „Die, die kommen, sind gut gelaunt und machen alles mit. Es ist sehr erfreulich für Syke, dass bereits so viele geimpft sind, auch Jugendliche“, findet die Geschäftsführerin. Die kurzfristig auferlegte, und nun wieder gelockerte, 2G-plus-Regelung fand Kahle „blöd“. Trotz einer Impfung gegen das Coronavirus ein zusätzliches Testergebnis nachweisen zu müssen, sei bei einigen Gästen auf Unverständnis gestoßen. Außerdem habe es bis vor ein paar Wochen kaum Testmöglichkeiten in Syke gegeben, was einen Besuch des Kinos erschwert habe.

Die Umsätze in der Kino-Branche seien nicht mit denen aus dem Jahr 2019 – vor Corona – vergleichbar. Obwohl der Staat die laufenden Kosten während der pandemiebedingten Schließung getragen hätte, habe das Syker Kino „ums Überleben gekämpft“.

Kosten wurden gedeckt

Dennoch gebe es laut Kahle andere Branchen, die es härter getroffen habe. „Wir haben zwar in dieser Zeit nichts verdient, die Kosten wurden aber gedeckt. Ich habe Glück, dass ich mit der alten Crew weiterarbeiten kann“, sagt Silvia Kahle. Die Stamm-Mitarbeiter hätten ihr die Treue gehalten.

Die Geschäftsführerin habe zu Beginn der Lockdown-Zeit gedacht, dass die Streaming-Angebote den Kinos das Geschäft vermiesen würden. „Als wir wieder aufgemacht haben, haben wir aber gemerkt, dass das Kino einen anderen Stellenwert bei den Leuten hat. Gemeinsamkeit ist das, was das Kinoerlebnis ausmacht“, sagt sie heute.

Wenn bei einer Komödie alle Besucher im Kinosaal lachen, habe man ein anderes Gefühl, als wenn man sich den Film zu Hause anschaue. Mütter könnten mit ihren Kindern einen gemeinsamen Nachmittag im örtlichen Kino verbringen. „Es geht um das Rauskommen und das gemeinsame Erleben. Menschen treffen, die sich amüsieren wollen.“

Lockdown für Renovierung genutzt

Während des ersten Lockdowns nutzte das Team die Zeit und renovierte das Kino-Foyer. Auch die Stühle im Kinosaal bezogen sie neu. „Das war bereits vorab geplant, ist aber schwierig im laufenden Betrieb umzusetzen“, sagt Kahle.

Für die Installation des Surround-Sound-Formates „Dolby Atmos“ sei die Deckenhöhe des Syker Kinos zu gering.

Auf die Frage, ob das klassische Kino eine Zukunft hat, entgegnet Silvia Kahle: „Kino ist schon hundertmal totgesagt worden. Für mich liegt es an der guten Qualität der Filme. Nur so kann die Kino-Branche auch weiterhin eine Zukunft haben.“

Filmproduktionen und Premieren durch Corona verschoben

Auf welche Filme sich die Syker Kinobesucher wann genau im Laufe dieses Jahres freuen dürfen, könne die Geschäftsführerin nicht sagen: „Durch Corona haben sich viele Filmproduktionen und damit auch die Premieren verschoben. Einen weitreichenden Plan kann man somit nicht voraussagen.“

Einen Film, den Kahle nicht im Kino gesehen hat, schaut sie sich auch nicht im Fernsehen an. „Den habe ich dann verpasst.“

Daran, dass es das Hansa Kino Syke bislang durch die Corona-Pandemie geschafft hat, sei das Publikum mit verantwortlich sagt Kahle: „Das tolle Feedback der Besucher motiviert mich zum Durchhalten und Weitermachen.“

Neben dem neuen Spider-Man-Film, der bereits jetzt gezeigt wird, präsentiert das Syker Kino ab dem 20. Januar den zweiten Teil des Disney-Films „Sing“.

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