Außergewöhnliches Konzert mit Otto Maier und Svavar Sigurdsson in der Christuskirche

Mit Hang zu Höherem bei Magia Largo

Skurril sehen sie aus, die Hang-Hang von Otto Maier. Sie erinnern eher an einen Wok als an ein Musikinstrument. An der Orgel Svavar Sigurdsson. - Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Dagmar Voss. Höhere Sphären lockten beim gut besuchten Konzert am Freitagabend in der Christuskirche – und das nicht nur wegen des Umfeldes, sondern vor allem wegen der ungewöhnlichen Klangwelten. Manch ein Besucher schloss die Augen und „schwebte träumend in bessere Welten“, so beschrieb es Zuhörer Otto Kirmse. Andere machten es sich auf den hinteren Bänken des Gotteshauses bequem, um die Musik noch besser genießen zu können, die bei „Magia Largo“ Ohren und Herzen füllten.

Dank der beiden Musiker Otto Maier und Svavar Sigurdsson gelang es aufs Beste, der „großen Magie“ zu verfallen. Für ihre Instrumente Orgel, Keyboard und Hang (oder auch HangHang, Singular Hang, Plural HangHang) hatten sie eine Menge ruhiger Stücke komponiert.

Außerdem zog Sigurdsson ab und zu etliche Register der Großen Orgel, um Bach’sche Choralwerke zu spielen. Vor allem die meditativen Klangfarben der HangHang jedoch sorgten für die sphärischen Dimensionen, die die Seele entspannten.

Schon der Auftakt hatte es in sich, angereichert mit einem Ocean Drum, einer runden flachen Trommel, in deren Innerem kleine Stahlkugeln den Klang einer Meeresbrandung imitieren. Dazu gesellten sich im Laufe des zweistündigen Konzerts ein großer Gong und ein ebenfalls großes Donnerblech.

Der fantasievolle Perkussionist aus Bremen und der isländische Organist begeisterten ihr Publikum, wie sie es anfangs versprochen hatten: „Alles wird ungewöhnlich für euch, manchmal auch für uns.“

Mal als Duo mit solchen Kompositionen wie „Gemini“, wobei der Titel schon auf die zwillingshaften musikalischen Variationen hinwies, oder mit „Unterwegs nach Transsilvanien“. Sanfte Akkorde und ethnomusikalische Tonskalen veredelten das Hören zum sinnlichen Genuss.

Eher temperamentvoll und mit harten, blechernen Schlägen, die an eine Steeldrum erinnerten, klangen solche Stücke wie „Two note Samba“ oder „Takita Takadime“. Wahrscheinlich verhalfen die HangHang manch' einem Zuhörer zu einem neuen Hörerlebnis.

Erfunden wurden die HangHang im Jahr 2000 von einem Schweizer Musikerpaar, die zwei Halbschalen aus einem Blech kombinierten, um Eigenschaften der indischen Ghatam und der Steelpan in einem mit der Hand gespielten Instrument zu vereinen. Die eingebauten Klangfelder (sehen aus wie Dellen) gelten als Zonen harmonischer Ordnung und sorgen für diesen sphärischen Klang.

Am Schluss konnten sich die Musiker dem langanhaltenden Beifall nicht entziehen und gaben eine Zugabe.

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