Neues Programm fertig

Hoffnung auf Lockerung der Corona-Maßnahmen: Gleis 1 will im September wieder durchstarten

+
Joachim Schröder ist zuversichtlich, ab September wieder Kabarett und Comedy im Gleis 1 präsentieren zu können. Wenn auch vermutlich unter verschärften Bedingungen. Das Programm für die neue Saison ist jedenfalls fertig.

Syke - „Wenn wir uns alle weiter so diszipliniert verhalten wie bisher, gehe ich davon aus, dass wir ab September auch wieder ein bisschen Spaß haben dürfen“, sagt Joachim Schröder. Er und sein Team gestalten jetzt im zehnten Jahr das Kabarett- und Comedy-Programm im Gleis 1. Und ein bisschen fühlt er sich wie beim Fußball unterhalb der Profi-Ligen: Die laufende Saison vorzeitig abgebrochen und keine Ahnung, wann die nächste losgeht.

Den Plan dafür hat Schröder jedenfalls fertig. Die Flyer werden schon verteilt. „Das ist alles prä-corona“, sagt Schröder. „Die Termine standen im Januar schon fest. Wir haben das Ticketkontingent auf 50 halbiert. Und wenn wir dann doch nicht spielen können, müssen wir eben wieder verschieben.“ Schröder zuckt die Achseln. „Was sollen wir sonst machen? Wir können ja nicht erst mit der Planung beginnen, wenn das hier alles durch ist.“

Schröder und seinem Team kommt im Moment zugute, dass der Bühnenbetrieb im Gleis 1 von Anfang an nur ihr Hobby gewesen ist. Awo Trialog betreibt im Syker Bahnhof eine Tagesstätte für Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung. Das Gleis 1 ist eigentlich die Kantine und darüber hinaus als „Begegnungsstätte“ – so heißt das auf Amtsdeutsch – für den Kontakt mit anderen Menschen gedacht. „Es gab nie wirtschaftliche Interessen hinter dem Bühnenbetrieb. Wir machen das nur zum Spaß.“

Covid-19-Pandemie: Gleis 1 will im September wieder mit Comedy-Programm starten

Mit Sorge blickt Schröder dagegen auf die vielen professionellen Kleinkunstbühnen, denen der Lockdown das Wasser abzugraben droht. „Das wirkliche Drama spielt sich aber bei den Künstlern ab“, sagt er. „Weil die überhaupt keine Einkünfte mehr haben. Für uns ist der Lockdown nur traurig und doof, aber kein wirtschaftliches Problem. Von daher sind wir in einer sehr privilegierten Situation.“

Ändert nichts daran: „Uns fehlt einfach ein bisschen der Blödsinn.“ Nicht nur Joachim Schröder und seinen hauptamtlichen Mitarbeitern. Auch den Klienten. Denn etliche wirken schon lange vor und hinter der Bühne an den Comedy-Aufführungen mit. „Es sind immer mindestens vier in die Abend-Arbeit involviert“, erklärt Schröder. „Für Aufbau und Vorbereitung sind es meistens nochmal fünf bis sechs. Insgesamt zehn, zwölf verschiedene Personen, die an Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltungen beteiligt sind. Und für die ist es jetzt richtig blöd. Weil auch die Tagesstätte geschlossen ist und sie im Moment überhaupt nicht mehr zu uns kommen können.“

Und so hofft Schröder auf weitere Lockerungen der Kontaktbeschränkungen bis September. „Da bin ich halsstarrig optimistisch.“

Vielleicht noch ein Wort zum Programm? „Das ist unser zehntes Jahr, und somit haben wir ein paar Leute eingeladen, die uns schon so lange treu sind. Die Bullatschek, zum Beispiel. Die ist im Grunde von Anfang an dabei und hat auch tatsächlich zehn Abende bei uns auf der Bühne gestanden. Die Schönleber ist auch mit jedem Programm bei uns aufgetreten. Nagelritz genauso, und zwischendurch sogar noch mit einer Ausstellung, die ich übrigens großartig fand.“

Programm 2020/2021

Freitag, 25. September, 20 Uhr Carmela de Feo: „Allein unter Geiern“ Freitag, 2. Oktober, 20 Uhr Timo Wopp: „ULTIMO (Die Jubiläumstour)“ Freitag, 13. November, 20 Uhr Nagelritz: „Expedition Mond“ Freitag, 27. November, 20 Uhr Vera Deckers: „Wenn die Narzissten wieder blühen“ Freitag, 11. Dezember, 20 Uhr Sweet Sugar Swing: „Swingin’ Santa“ Freitag, 29. Januar, 20 Uhr Krämer & Tschirpke: „Ich’n Lied – du’n Lied, Level 2“ Sonntag, 7. Februar, 18 Uhr Sascha Korf: „Aus der Hüfte, fertig, los!“ Samstag, 20. Februar, 20 Uhr Dagmar Schönleber: „Die Fels* in der Brandung“ Freitag, 12. März, 20 Uhr Ole Lehmann: „#Tacheles Jetzt mal Butter bei die Fische“ Samstag, 17. April, 20 Uhr Uli Masuth: „Mein Leben als ICH“ Samstag, 8. Mai, 20 Uhr Markus Barth: „Haha... Moment, was?“ Freitag, 28. Mai, 20 Uhr Sia Korthaus: „Lust auf Laster“ Samstag, 12. Juni, 20 Uhr Sybille Bullatschek: „Pflägeparty – Best of zehn Jahre“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

FC Bayern krönt sich gegen Leverkusen zum Doublesieger

FC Bayern krönt sich gegen Leverkusen zum Doublesieger

Sieg im Elfmeterschießen: Wolfsburg wieder Doublesieger

Sieg im Elfmeterschießen: Wolfsburg wieder Doublesieger

Trumps düstere Botschaft zum Unabhängigkeitstag

Trumps düstere Botschaft zum Unabhängigkeitstag

„Ist das noch Relegation oder schon Kreisliga?“ - Netzreaktionen zu Werder gegen Heidenheim

„Ist das noch Relegation oder schon Kreisliga?“ - Netzreaktionen zu Werder gegen Heidenheim

Meistgelesene Artikel

Brücken-Neubau beendet: A1-Engpass bei Stuhr nach Jahren voller Staus und vielen Unfällen aufgehoben

Brücken-Neubau beendet: A1-Engpass bei Stuhr nach Jahren voller Staus und vielen Unfällen aufgehoben

Keyboard ergänzt die Orgel

Keyboard ergänzt die Orgel

Pastoren-Schmiede Barrien

Pastoren-Schmiede Barrien

Arbeiten liegen im Zeitplan

Arbeiten liegen im Zeitplan

Kommentare