Am Hallenbad will die Stadt erstmals seit Langem in Eigenregie ein Baugebiet entwickeln

Baugebiet am Hallenbad: Syke macht es selber

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Voraussichtlich um die 30 Bauplätze könnten auf der Wiese oberhalb des Hallenbads entstehen. Dieses Baugebiet möchte die Stadt gern selbst entwickeln. Die Vorbereitungen dazu sind schon relativ weit: Ende August könnte der Rat den Auftrag erteilen, einen Bebauungsplan aufzustellen.

Syke - Von Michael Walter. Wo jetzt noch Kaninchen munter ihre Löcher graben, könnte bald schon ein neues Baugebiet entstehen: Auf der Wiese oberhalb des Hallenbads. Fast schon revolutionär dabei: Zum ersten Mal seit etwa einem Vierteljahrhundert will die Stadt damit ein Baugebiet wieder selbst entwickeln.

Seit den 1990er-Jahren schwören Politik und Verwaltung in Syke auf städtebauliche Verträge mit privaten Investoren. Syke gibt den groben Rahmen vor, Planung und Umsetzung der Bauvorhaben ist Sache der Investoren. Am Hallenbad-Areal will Syke von diesem Prinzip abweichen und das Baugebiet selbst entwickeln. Grund: Der Gewinn daraus soll einen Teil der Kosten für die Sanierung des Hallenbads finanzieren. Die wichtigste Bedingung dafür ist erfüllt – Grund und Boden gehören der Stadt.

Voraussichtlich um die 30 Bauplätze könnten auf der Wiese geschaffen werden. Ein Problem dabei ist die Hanglage. „Wir werden da wohl mit Terrassierungen arbeiten müssen“, schätzt Stadtplaner Wolfram Schneider. Gleich nach den Sommerferien möchte er von der Politik den Auftrag erhalten, einen Bebauungsplan aufzustellen. Am 9. August soll sich bereits der Bauausschuss mit dem Thema beschäftigen. Dann könnte der Rat Ende August den sogenannten Aufstellungsbeschluss fassen. Im Idealfall könnte ein Jahr später der Bebauungsplan beschlossen werden.

Wolfram Schneider möchte nicht nur den Teil des Geländes beplanen, der im Flächennutzungsplan als Bauland ausgewiesen ist, sondern das gesamte Areal, das auch noch sogenannte Gemeindebedarfsflächen umfasst. Diese Flächen sind seit Mitte der 1970er-Jahre für eine mögliche Erweiterung des Hallenbads reserviert. Denn der ursprüngliche Plan sah vor, neben dem Hallenbad eines Tages auch ein neues Freibad zu errichten. Eine Idee, aus der bisher nie etwas geworden ist.

Geplanter Hallenbad-Außenbereich profitiert

Bürgermeisterin Suse Laue erklärt: „Wir müssen uns mit dem Rat darüber unterhalten, ob wir uns diese Möglichkeit weiterhin offen halten oder das Gelände anders nutzen wollen.“

Unabhängig von der Antwort auf diese Grundsatzfrage möchte Wolfram Schneider das Gesamtgelände noch aus einem viel pragmatischeren Grund in seine Planungen mit einbeziehen. „Mit der Sanierung bekommt das Hallenbad einen kleinen Außenbereich. Wenn wir das gesamte Areal beplanen, können wir besser sehen, wie das mit den Lärmemissionen und den dadurch erforderlichen Abständen funktioniert.“

Auch wenn die eigentliche Planung erst in der Anfangsphase ist – ab sofort nimmt die Stadtverwaltung Anmeldungen von Kaufinteressenten entgegen. Ansprechpartner dafür sind Marvin Godesberg (04242 / 164 418) und Stadtplaner Wolfram Schneider (04242 / 164 411). Wobei Schneider darauf hinweist: „Wir haben noch keine Grundstückspreise. Die können wir erst festlegen, wenn wir wissen, welche Planungs- und Erschließungskosten wir zu erwarten haben.“

Einen Hinweis in eigener Sache hat die Stadt noch zum Hallenbad: „Selbstverständlich öffnet das nach der Sommerpause wieder“, sagt Suse Laue. Und auch der erste Bauabschnitt der Sanierung könne bei laufendem Betrieb erfolgen. „Erst ab Herbst 2019, wenn es an die Sanierung des Beckenbereichs geht, wird das Bad für längere Zeit geschlossen.“

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