Noch vor der Sanierung müssen neue Sozialräume her

Hallenbad Syke: Neue böse Überraschung

Das Syker Hallenbad ist nach vier Jahrzehnten intensiver Nutzung ein Sanierungsfall. Doch bevor sich die Stadt damit intensiv beschäftigen kann, muss sie erst mal neue Sozialräume für die Mitarbeiter schaffen. - Archivbild: Heinfried Husmann

Syke - Von Michael Walter. Die Sitzung war praktisch schon gelaufen, da brachte der Steimker Ortsrat am Donnerstag Abend in Wessels Hotel eine Frage aufs Tapet, die noch einmal Leben in die Runde brachte: „Was ist eigentlich mit dem Syker Hallenbad?“, wollte Ralf Borchers wissen. Und Hein Sievers von der Syker Stadtverwaltung musste erst mal kräftig durchatmen, bevor er Antwort geben konnte.

Eigentlich wollte Borchers nur darauf hinaus, wie man das Bad mit wenig Aufwand attraktiver gestalten könnte. Doch das Thema hat es in sich. Die Stadt hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, das den Umfang aller erforderlichen Sanierungsarbeiten feststellen sollte. Das Ergebnis liegt vor. Intensiver beschäftigen könne sich die Verwaltung damit allerdings erst nach den Sommerferien, so Sievers.

Was schon jetzt feststeht: Die Belüftungsanlage und der gesamte Sanitär- und Umkleidebereich müssen kurzfristig erneuert werden. Und was bei der Stadt bis dahin noch niemand richtig auf der Rechnung hatte: Zuvor muss die Stadt dringend neue Sozialräume für das Personal schaffen, wenn sie den Betrieb aufrecht erhalten will.

Keine Toleranz für fehlende Räume 

„Als das Bad gebaut wurde, war sowas kein Thema“, so Sievers. Das Schwimmmeister-Team – anfangs alles Männer – richtete sich im Keller selbst einen kleinen Umkleidebereich mit Duschmöglichkeit ein. Später kamen dann Frauen dazu. „Die müssen sich bis jetzt in den Besucherumkleiden umziehen“, so Sievers. Und genau das würden Berufsgenossenschaft und Aufsichtsbehörden in Zukunft nicht mehr tolerieren.

Die Stadt muss also neue Mitarbeiterräume schaffen. Möglichkeiten dazu gibt es eigentlich nur im Keller. „Dort gibt es einen Bereich, der ursprünglich mal für Umkleiden vorgesehen war, wenn an dem Hallenbad ein Freibad angebaut worden wäre“, erklärt Sievers. Das Problem: Dort gibt es kein Tageslicht. Das ist für Mitarbeiterräume aber vorgeschrieben. Also müsste die Stadt den Boden vor diesem Kellerbereich abgraben.

Allein für diesen Sozialtrakt schätzt der Gutachter laut Hein Sievers die Kosten auf bis zu eine Million Euro. Und die eigentlichen Sanierungsarbeiten hätten dann noch nicht einmal begonnen.

Energiekosten sparen 

Eine Größenordnung, bei der auch der Ortsrat erst einmal schlucken musste. Ralf Borchers sieht allerdings auch ein enormes Sparpotenzial: „Wenn im Winter Eis und Schnee liegt, ist rund um das Hallenbad ein breiter Streifen aufgetaut. Da geht die Energie so raus. Wenn wir das Geld, das sich da einsparen ließe, wieder in das Bad investieren, wären wir schon einen Schritt weiter.“

Der Ortsrat will sich jetzt gemeinsam mit der Stadtverwaltung das Gutachten näher ansehen. Ob es denn nicht auch sinnvoll wäre, einen Förderverein zu gründen, kam die Frage aus den Zuhörerreihen. Ortsbürgermeister Peer Schmidt unterstützte diesen Ansatz. Ralf Borchers erklärte sich darüber hinaus bereit, Ideen und Anregungen aus der Bevölkerung zu sammeln, wie sich das Bad attraktiver für die Besucher gestalten ließe.

r.borchers@proklima-bau.de

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