Halbzeit beim Hallenbad

Sanierungsarbeiten liegen zeitlich wie finanziell voll auf Kurs

Steht ein Baugerüst im Becken: Darüber demontieren die Arbeiter die Deckenverkleidung.
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Steht ein Baugerüst im Becken: Darüber demontieren die Arbeiter die Deckenverkleidung.

Syke – „Einmal Rohbau und zurück“ – das war die Devise beim Startschuss zur Sanierung des Syker Hallenbads. Das Bad soll quasi bis auf sein Grundgerüst abgetragen und dann wieder neu aufgebaut werden. Von diesem Weg haben die Stadt und die beteiligten Baufirmen inzwischen die halbe Strecke zurückgelegt. „Der Rohbau ist fast erreicht“, sagt Bauleiter Olav Rothauscher.

„Wir wollen in wenigen Wochen den Rückbau abgeschlossen haben und mit dem Aufbau beginnen.“

Das Bild, das sich derzeit dem Laien bietet, ist... sagen wir mal: unübersichtlich. Auf dem Vorgelände stehen reihenweise Container. Die einen sind für den Müll, der unweigerlich anfällt. Und der muss sortenrein getrennt werden. Das heißt: Ein Container ist für Holz, in einem zweiten liegen die Aluminium-Paneele von der alten Deckenkonstruktion und so weiter. Die Container in den Reihen zwei und drei enthalten das eingelagerte Material, das wiederverwendet werden soll. Einen Teil der Umkleideschränke zum Beispiel. Oder die Startblöcke.

Drinnen lässt sich noch ahnen, wie das Bad vor Kurzem ausgesehen hat. Aber die Glaswände zwischen den einzelnen Bereichen sind raus. Vom ehemaligen Foyer gehen wir durch das Babyplanschbecken direkt in die Schwimmhalle und weiter in die frühere Cafeteria.

Die Schwimmhalle dominiert ein Riesengerüst für den Rückbau der Deckenkonstruktion. Das alte Lehrschwimmbecken ist komplett eingeschalt. Was oben rausguckt, sind schon die ganzen neuen Anschlüsse.

Im großen Becken steht noch Wasser. „Wir halten dadurch den Druck auf die Kacheln aufrecht“, erklärt Olav Rothauscher. Und genau so wichtig: Das verhindert, dass der Fliesenkleber austrocknet und sich die Kacheln ablösen. Denn das Hauptschwimmbecken soll im Wesentlichen so bleiben, wie es bisher war. Und dem Baugerüst machen die nassen Füße nichts aus, sagt Olav Rothauscher.

Hinterm Hauptgebäude entsteht das neue Therapie- und Bewegungsbecken. Die Außenmauern für das Kellergeschoss stehen schon. Das Gelbe wird später mal der Umlauf ums Becken.

Gerade beginnen die Vorbereitungen für die Betonsanierung: Wo im Lauf von 40 Jahren Salze und andere Stoffe den Beton mürbe gemacht haben, werden die Oberflächen per Hochdruck-Wasserstrahl abgetragen. „Mal 5 Millimeter, mal 15 und mal 30“, erklärt Rothauscher. „Ganz unterschiedlich, je nachdem.“ Und dann wird neuer Beton aufgespritzt. „Im vierten Quartal wollen wir damit fertig sein. Dann geht es mit der Installation der neuen Gebäudetechnik weiter.“ Strom, Heizung, Lüftung und Wasseraufbereitung.

Bauleiter Olav Rothauscher erklärt Bürgermeisterin Suse Laue den Stand der Arbeiten.

Auch der Sprungturm wird übrigens saniert. Mit dem hatte vor Jahren im Prinzip alles angefangen, als die Stadt bei einer Überprüfung feststellen musste, dass er nicht mehr standsicher war. Eine Reparatur erwies sich als zu aufwendig. Also wurde der Turm zunächst einfach mal gesperrt. Darüber ergab sich aber die Diskussion, wie hoch eigentlich der Sanierungsbedarf insgesamt im Bad wäre. Und an deren Ende stand der Ratsbeschluss zur Kernsanierung.

Beim Sprungturm müssen die Techniker richtig an die Substanz. Da geht es nicht bloß um porös gewordenen Beton. Die Schäden sitzen tiefer. In den stählernen Stützen sitzt der Rost. Auch da folgt die Sanierung dem grundsätzlichen Prinzip: Abtragen, was befallen ist und verstärken, was übrig bleibt.

Wäre denn da abreißen und neu bauen nicht die vernünftigere Lösung? – „Nein“, sagt Olav Rothauscher klipp und klar. „Sanieren ist auf alle Fälle günstiger.“ Das gilt für den Sprungturm wie für das gesamte Projekt. Bürgermeisterin Suse Laue: „Wir haben uns die Alternativen damals ja vorrechnen lassen. Neu bauen wäre erheblich teurer geworden.“

Sowohl was den Zeitplan betrifft, als auch bei den Kosten liege man gut im Rahmen, betonen Suse Laue und Olav Rothauscher. Die wesentlichen Ausschreibungen seien noch vor der Kostenexplosion durch die aktuelle Baustoffkrise erfolgt. Bisher habe es auch noch keine Probleme wegen nicht lieferbarer Baustoffe gegeben, sagt der Bauleiter.

Von Michael Walter

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