Baugebiet-Planungen treten auf der Stelle

Es hakt im Lerchenfeld: Stadt am Zug

Syke - Von Michael Walter. Die Nachfrage ist da, der Anbieter ist da, der Wille bei allen Beteiligten offensichtlich auch – und trotzdem hakt es irgendwo gewaltig. Das Baugebiet Lerchenfeld 2 kommt nicht in Gang. Dabei hatten sich Stadtverwaltung und Politik schon Ende 2014 darauf verständigt, zügig einen Bebauungsplan aufzustellen. Anfang 2016 sollten die Planungen beginnen und Ende 2016 abgeschlossen sein.

Im Flächennutzungsplan steht das Gebiet schon viel länger: Seit in den 1980er Jahren das benachbarte Gebiet Lerchenfeld 1 entwickelt worden ist. Es gab sogar schon erste Skizzen. Mehr ist bislang aber nie daraus geworden.

Seit anderthalb Jahren ist der Bebauungsplan jetzt in der Entwicklung. Ausgang ungewiss. Etwa 80 Wohneinheiten könnten dort entstehen: Einfamilien- und Reihenhäuser sowie eine kleinere Anzahl Mehrfamilienhäuser. Die betroffenen Flurstücke sind seit Kurzem erstmals alle in einer Hand. Die Firma Parc-Bau aus Hoya hat sie sich per Option bei den Grundeigentümern gesichert. „Das letzte noch fehlende Grundstück haben wir im Dezember 2016 auf diese Weise erworben“, sagt Geschäftsführer Torsten Franz.

„Es gibt ja noch keinerlei Festsetzungen“

Die Kernfrage für die weitere Entwicklung des Gebiets war bisher die Bauträgerbindung: Die Parc-Bau wollte das Lerchenfeld 2 ursprünglich mit 100-prozentiger Bauträgerbindung realisieren. Stadt und Politik wollten sich auf maximal 50:50 einlassen (wir berichteten). „Es gab seitdem mehrere Planentwürfe“, sagt Bürgermeisterin Suse Laue. „Aber keiner erfüllt tatsächlich das Kriterium 50:50. Somit gab es bisher keinen mehrheitsfähigen Entwurf.“

„Wie soll ich das auch machen?“, fragt Torsten Franz. „Es gibt ja noch keinerlei Festsetzungen.“ Er konstruiert ein Beispiel: „Wenn ich jetzt mit 750 m² Mindestgrundstücksgröße plane und die Politik dann 850 festlegt, wie soll ich das Gebiet da 50:50 aufteilen?“ Die grundsätzliche Zusage liege der Stadt schon lange vor, betont er. „50 Prozent der noch zu vermessenden Fläche wird bauträgerfrei verkauft – das haben wir im Januar schon zugesichert.“

„Die Parc-Bau muss konkret benennen: Welche Grundstücke sind frei und welche mit Bauträgerbindung?“, sagt Suse Laue. Der bislang letzte bei der Stadt eingereichte Entwurf sei „sehr nahe an den 50 Prozent dran“. Jetzt sei die Stadt am Zug. Die Verwaltung müsse diesen Entwurf prüfen und dann zur Beratung an die Politik geben, so Laue.

Grundeigentümer machen Druck

Unterdessen kriegen beide Seiten – Stadt und Parc-Bau – mittlerweile Druck von Dritten: Einige Grundeigentümer wollen verbindlich wissen, wie und wann es weitergeht. „Das sind nicht die Syker“, sagt Torsten Franz, „die wissen, wie es hier läuft. Es gibt aber einige Erbengemeinschaften weit außerhalb. Und die möchten gerne Planungssicherheit.“ Die übrigens auch Franz gut gebrauchen könnte. Denn 80 Wohneinheiten baut und vermarktet man nicht mal eben so nebenbei. „Ich wüsste schon gerne, wann ich wo welche Kapazitäten vorhalten muss.“

Bürgermeisterin Suse Laue geht davon aus: „Der Beginn der politischen Beratungen müsste eigentlich noch dieses Jahr funktionieren.“

Rubriklistenbild: © dpa

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