Kinder und Eltern begeistert von „lille kartofler“

Hässliches Entlein – schön gespielt

Ach du Schreck, was ist nur mit dem schönen Nest passiert? Matthias Kuchta spielt ein sehr lebendiges Theater. - Foto: Jantje Ehlers

Syke - Von Marc Lentvogt. „Schneeflöckchen, Weißröckchen, wann kommst du geschneit?“ Trotz des durchwachsenen Wetters, mutete diese Geräuschkulisse am Sonntag in der Stadtbibliothek etwas skurril an. Doch: Sie hatte ihre Berechtigung. Matthias Kuchta vom Figurentheater „lille kartofler“ erzählte dem hässlichen Entlein vor etwa 60 äußerst engagierten Zuschauern von seinem Erwachsenwerden – ohne den Winter ging das natürlich nicht.

„Das gehört hier nicht hin, das muss weg“, ließ Kuchta es aus dem Schnäbeln der Enten erschallen. Die Kinder, die sich eng um die Bühne versammelt hatten, waren damit nicht einverstanden. Traurige Blicke, als der junge Schwan nicht nur aus dem Nest, sondern mit groben Bewegungen auch vom Hof gejagt wurde.

Ein Glück, dass der glänzende Enterich sich des jungen Tieres annahm und diesem und den Kindern die Kunst des Lebens zeigte. Zusammen lernten Entlein und Kinder zu schnäbeln und mit dem Po zu wackeln. Nur beim Schwimmen, da hatten die Jüngsten dem Tier schon etwas voraus: „Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh’“, sangen sie.

Nach dem Abschuss des Enterichts (Kuchta: „Diese Stelle spiele ich selber nicht gern.“) mussten die Kinder dann noch einmal stark sein. Zwar stand der junge Schwan auf eigenen Füßen, doch nachdem der Winter herbeigesungen und ein warmes Nest gebaut wurde, kam der böse Rabe und vertrieb den Protagonisten.

Aber er hatte nicht mit dem kleinen Jan gerechnet, der den Raben wiederum mit einer Feder von der Bühne kitzelte. Dabei lief er gegen den Plan Kuchtas zwar durch das Moor, doch der Puppenspieler improvisierte um seine jungen Zuschauer herum. Immer wieder einbezogen wurde ihnen nicht langweilig. Mal saßen sie ruhig vor der Bühne, rückten immer näher heran oder liefen auch mal los, um die Ente zu streicheln, andere Male saßen sie freudig singend da.

Und bald schwappte die Begeisterung auch auf die erwachsene Begleitung über. „Kennste eine, kennste alle“, beschwert sich der Puppen-Mann über seine Frau, die zu lange braucht, um das Essen zu kochen. „Kennste einen, kennste alle“, beschwert sich die Puppen-Frau, als ihr Gatte die Kartoffeln im Winter draußen stehen lassen hatte. Einigen Kindern macht das sicher eine Freude, aber mit Zeilen dieser Art sorgte Kuchta vorallem dafür, dass niemandem langweilig wurde.

Das Märchen funktioniert natürlich nur mit einem Happy End und das gab es dann auch. Bestaunt von Menschen und Enten flog der wunderschöne Schwan in die Welt hinaus, direkt in ein Dutzend Kinderhände, die die Figuren des Puppenspielers anschauen und streicheln durften

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