Barrier Sporthalle vor 50 Jahren in Eigenleistung aus Scheune umgebaut

Gymnastik auf dem Saal des Gasthauses Hollwedel

Arbeit 1966 in der Halle: (v.l.) Heinz Hüneke (TSV-Vorsitz), Herbert Iburg, Karl-Heinz Legenhausen und Wilhelm Thalmann.

Barrien - Von Heiner Büntemeyer.  Als vor 50 Jahren das neue Schuljahr begann, bekam der Sportunterricht in der Volksschule Barrien erstmals einen festen Platz in den Stundenplänen. Endlich war die erste Barrier Sporthalle fertig. Sie lag auch noch in unmittelbarer Nähe der Schule. Mitglieder des TSV Barrien hatten damals die Scheune des ehemaligen Hofs Wehrenberg in Eigenarbeit zu einer kleinen Halle umgebaut.

Zwar gab es in Barrien bereits einen Sportplatz, aber der lag etwa einen Kilometer von der Schule entfernt und wurde für den Sportunterricht nur sporadisch genutzt. Geräteturnen und Gymnastik gab es auf dem Saal des benachbarten Gasthauses Hollwedel. Doch wenn auf diesem Saal eine Feier vorbereitet oder veranstaltet wurde, dann fiel der Sportunterricht aus.

Halleneröffnung 1966 mit Kreisoberamtsrat Helmut Engelke (links), Fritz Stubbe (2.v.r.) und Wilhelm Thalmann (r.).

Als Ende der 50er-Jahre in ähnlich großen Gemeinden Sporthallen errichtet wurden, drängten auch Barrier Sportler und Pädagogen auf den Bau einer Sporthalle. Aber erst 1964, als der Hof Wehrenberg in Gemeindebesitz überging, bot sich eine Gelegenheit dazu. Das Wohnhaus sollte zwar zum Barrier Rathaus umgebaut werden, aber die anderen Gebäude spielten in diesen Umbauplänen keine Rolle. Eines wurde zum Feuerwehrgerätehaus ausgebaut. Die Gemeinde bot die Scheune dem Sportverein an und stellte für den Umbau einen Zuschuss von 10 00 Mark zur Verfügung. Auch damals schon war das ein ziemlich geringer Betrag, zumal die Halle im Besitz der Gemeinde blieb und der Sportverein sich verpflichten musste, die Halle vormittags für den Schulsport zur Verfügung zu stellen.

Daher war es schon beispielhaft, wie intensiv sich insbesondere die Tischtennsspieler und Radsportler an den Arbeiten beteiligten: Sie schütteten Bodenvertiefungen zu, zogen freitragende Binderkonstruktionen für das Dach ein, errichteten eine Tribüne, installierten Toilettenanlagen und bauten Umkleideräume und ein kleines Materiallager. Die Barrier Geschäftsleute honorierten dieses Engagement, blieben bei ihren Forderungen kulant und waren auch zu Preisnachlässen bereit. Nach rund 3500 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden waren die Arbeiten erledigt.

Am 11. März 1966 wurde die Sporthalle im Beisein von Kreisoberverwaltungsrat Helmut Engelke eingeweiht. Er war vom Ausmaß der ehrenamtlich erbrachten Arbeiten sehr angetan: Ausmaß und Geldwert der ehrenamtlich erbrachten Leistungen hätten den Kreis veranlasst, den Finanzierungsplan für die Halle nochmals zu überprüfen und den Zuschuss zu erhöhen. „Die Barrier sind zu bescheiden, denn sie haben die Selbsthilfe-Leistungen bei der Finanzierung überhaupt nicht eingesetzt“, so Engelke.

Den Schlüssel für die neue Halle übergab der TSV-Vorsitzende Heinz Hüneke dem damaligen Barrier Bürgermeister Willy Meyer, der ihn dann an Gemeindedirektor Heinz Olensky weiterreichte.

Dort sei etwas geschaffen worden, das Anerkennung verdiene, erklärte der Vorsitzende des Kreissportbundes, Wilhelm Lülker, und fügte hinzu: „Für Sie bin ich immer zu sprechen, wenn der Verein einmal in Not sein sollte.“

Das veranlasste Bürgermeister Willy Meyer zu der Aussage, der Sportverein möge bezüglich der Einrichtung der Halle noch Wünsche äußern, die Gemeinde wolle den Sportlern etwas für ihre Opfer an Zeit und Arbeitskraft schenken.

Er gestand überraschend offen, was der Gemeinderat anfangs von dem Projekt erwartet hatte: „Die Gemeinde hat nicht geglaubt, dass man aus einer Scheune so etwas machen kann.“

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