Grundschule am Lindhof reduziert Schulordnung auf ein knappes Regelwerk

Vier Sätze zum Miteinander

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Jeder Schüler signalisierte mit seiner Unterschrift symbolisch, die neuen Regeln zu akzeptieren.

Syke - Von Frank Jaursch. Die alte Schulordnung hängt noch im Forum der Grundschule am Lindhof: Schwarz auf gelb stehen dort, auf einem dicht beschriebenen Din-A-4-Blatt, die Regeln, an die sich alle Schüler zu halten hatten. Doch das alte Modell hat ausgedient: Seit Dienstag reduzieren sich die Regeln an der Schule auf vier knackige Sätze.

„Ich bin freundlich und hilfsbereit“, „ich verhalte mich friedlich“, „ich verhalte mich im Schulhaus leise und gehe“ und „ich achte Gegenstände und halte die Schule sauber“. Mehr als diese Bekenntnisse braucht man nicht für ein funktionierendes Miteinander. Davon ist Ursula Buchwald-Wachendorf überzeugt.

„Weniger ist manchmal mehr“, erklärt die Schulleiterin zum neuen Regelwerk. Die vier Sätze, ausgearbeitet von einer Arbeitsgruppe innerhalb der Schule, definieren grundsätzlich, „wie wir miteinander umgehen wollen“ – respektvoll und freundlich. Der Rest ergibt sich fast von allein. Buchwald-Wachendorf erklärt: „Wir wollen die emotionalen und sozialen Kompetenzen unserer Schule stärken und uns dadurch in unserer Schule wohlfühlen.“

Um das zu erreichen, bedient sich die Schule einiger durchaus kreativer Maßnahmen und Kniffe. So leisteten alle Schüler ihre Unterschrift unter das Regelwerk. „Und daran muss man sich halten“, betonte die Rektorin in einer kurzen Ansprache vor allen Schülern. Die Unterschriften haben einen besonderen Platz im Forum gefunden: Die 18 dreieckigen Unterschriften-Blätter bilden gemeinsam die Strahlen einer Sonne.

Darüber hinaus stehen künftig nicht (wie bislang) nur jene Schüler im Fokus der Lehrkräfte, die sich nicht an die Regeln halten. Der Weg geht jetzt genau anders herum: „Wir bestärken und belohnen die Kinder, die sich richtig verhalten.“

Für diese (hoffentlich sehr große) Gruppe gibt es Belohnungsstunden – Toben auf dem Pausenhof zum Beispiel, oder eine Vorlesestunde. Was da passiert, entscheidet jede Lehrkraft für sich. Wer aber für regelwidriges Verhalten eine „Rote Karte“ kassiert hat, darf nicht mitmachen und verbringt stattdessen eine Stunde bei Beratungslehrerin Wiebke Schmitt oder bei der Schulsozialarbeiterin Susanne Hagenbücher.

„Wir erhoffen uns davon eine Eigendynamik“, erläutert Buchwald-Wachendorf. Wie gut das klappen kann, war bei der Feierstunde zum neuen Regelwerk sichtbar: Die Klassen des vierten Jahrgangs hatten die vier Sätze in kurzen Gedichten und Geschichten, Liedern und Sketchen dargestellt.

Und die Kleinen sahen aufmerksam zu, wie die Älteren sich gegenseitig halfen und respektierten, sich bei Fehlverhalten entschuldigten oder Außenseiter und Neue zum Mitmachen aufforderten.

Klar, dass die Sketche nicht in vollem Umfang die Wirklichkeit widerspiegelten. Aber die vier Sätze zum Miteinander schienen zumindest in den Köpfen der allermeisten angekommen zu sein.

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