13. bundesweiter Vorlesetag

Großer Beifall der kleinen Hände

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Ingeborg Petersilge ist eine begnadete Vorleserin. Gestern kamen die Mädchen und Jungen in den Genuss der Künste der 88-Jährigen. Und sie sparten – wie auch später bei Bürgermeisterin Suse Laue – nicht mit Applaus.

Syke - Von Dieter Niederheide. Der 13. bundesweite Vorlesetag hat am Freitagvormittag auch vor den Türen der Stadtbibliothek und den Grundschulen Barrien und Heiligenfelde nicht Halt gemacht. Und das war sehr gut so. 

Sonst wären den Kindern aus dem Kindergarten Bullerbü (Schlossweide) oder aus dem Sprachheilkindergarten Syke die spannenden Geschichten vom dicken fetten Pfannkuchen oder von Herrn Hase und dem schönen Geschenk entgangen. Da hätten sie aber was verpasst!

Zunächst nahm die beliebte Syker „Lese-Omi“ Ingeborg Petersilge (88) die Kinder in der Stadtbibliothek mit auf die Spur des dicken fetten Pfannkuchens, der aus der Pfanne dreier Schwestern früh genug entwischte, um allerlei Abenteuer zu erleben.

Das Märchen wurde schon 1854 den Kindern erzählt. Ingeborg Petersilge bezog die kleinen Zuhörer beim Vorlesen mit ein und ließ sie teilhaben an der Geschichte, die, wie sie sagte, ihr auch schon von ihrer Mutter vorgelesen wurde. Damit nicht genug, sie zeigte auch die Seiten mit den lustigen Zeichnungen aus dem Buch. Ihre Frage: „Mögt ihr auch Pfannkuchen?“ wurde mit einem fröhlichen „Jaaaa“ beantwortet.

Zurück zum dicken fetten Pfannkuchen, der, nachdem er aus der Pfanne gesprungen war, über Straßen, Wiesen, Äcker und einem Wald rollte und dabei allerlei Tieren begegnete, die ihn alle am liebsten gleich gefressen hätten. Bei jeder Begegnung berichtete er, welchen Tieren er schon entwischt war. Die kleinen Zuhörer ahmten die Laute aller Tiere, die den Pfannkuchen gern gefressen hätten, nach – ganz gleich, ob es das „Muhhhh“ der Kuh oder das „Kikeriki“ des Hahns war.

Alle Märchen haben ein Ende – auch das vom dicken fetten Pfannkuchen. Die Hungersnot dreier Waisenkinder, die er unterwegs traf, rührte ihn. Er sprang in ihren Korb und ward gegessen. Für Ingeborg Petersilge, die als „Lese-Omi“ schon seit Jahren den Kindern in der Stadtbibliothek vorliest, gab es großen Beifall von kleinen Händen.

Den bekam auch Bürgermeisterin Suse Laue, die ihren Schreibtisch im Rathaus kurz verließ, um in der Stadtbibliothek 25 Kindern aus dem Sprachheilkindergarten die Geschichte vom Hasen, dem kleinen Mädchen und dem schönen Geschenk vorzulesen – so, wie es ihr ihre Mutter schon vorgelesen hatte. Es ist eine Geschichte von Charlotte Zolotow.

Nach diesem Märchen hockte sich die Bürgermeisterin mit Kindern auf den Boden und zeigte herrliche Bilder aus dem Buch vom großen weiten Meer. So wurde der bundesweite Vorlesetag auch in Syke zu einem Tag mit spannenden und sehr schönen Märchen. In den Grundschulen lasen Schüler der Realschule vor. Auch sie vermittelten ihren kleinen Zuhörern Freude am Lesen und Vorlesen.

Ins Leben gerufen wurde die Aktion Vorlesetag von der Stiftung Lesen, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, der Bahn-Stiftung und der Wochenzeitung „Die Zeit“. Im Vorjahr gab es die Rekordbeteiligung von mehr als 100.000 Vorlesern. Eine wichtige Aktion, um noch mehr Menschen für das Lesen und Vorlesen zu begeistern. Damit kann man schließlich nicht früh genug anfangen.

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