Eine Trümmerlandschaft

Großbrand in Syker Gewerbegebiet hinterlässt Millionenschaden

Abgelegte Feuerwehrhelme liegen vor den Trümmern ausgebrannter Hallen auf einer Mauer.
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Tag eins nach dem Großbrand im Syker Gewerbegebiet: ein Bild der Verwüstung auf gut 7000 Quadratmetern Fläche. Und Knochenarbeit für die Einsatzkräfte.

Einen Tag und eine Nacht dauerten die Löscharbeiten beim Großbrand eines Lagerbereichs im Syker Gewerbegebiet. Erst nach rund 24 Stunden war das Feuer gelöscht. Der Schaden geht in die Millionen.

  • Beim Großbrand in Syke sind nach Feuerwehrangaben 7000 Quadratmeter Gesamtfläche ausgebrannt.
  • Löscharbeiten in voller Besatzung bis nach Mitternacht.
  • Gefahrstoffmessungen ergeben keine erhöhten Werte.

Syke – Eingestürzte Dächer, verkohlte Türstürze und Fensterrahmen, tragende Betonteile, die aus meterhohen Trümmern ragen und entlang der Industriestraße eine doppelt mannshohe Wand aus Metallschrott: Es ist ein Bild der Verwüstung, dass sich am Tag danach auf dem ehemaligen Weser-Feinkost-Gelände im Gewerbegebiet am Bahnhof bietet.

Montagvormittag hatte dort ein Unfall beim Starten einer Motorsense ein kleines Feuer ausgelöst, das sich binnen einer halben Stunde zum Großbrand entwickelt hatte (wir berichteten). Auch am Tag danach lässt sich das gesamte Ausmaß des Schadens eher erahnen als benennen.

Drei Firmen verlieren durch Brand ihren Sitz

Laut Auskunft der Feuerwehr sind Industriehallen mit mehr als 7 000 Quadratmeter Gesamtfläche ausgebrannt. Drei Firmen hatten dort ihren Sitz, der Rest diente als Lagerfläche.

Der Syker Unternehmer Lars Eickhoff ist Eigentümer und Vermieter. Dienstag sah er sich noch nicht in der Lage, einen Überblick über den Schaden zu geben. „Ein Gutachter wird den Umfang klären müssen. Die Frage wird sein, was man wiederherstellen kann und was man neu aufbauen muss.“

Zweimal mannshoch türmt sich der Metallschrott, den Feuerwehr und THW nachts mit dem Bagger aus den Hallen geräumt haben.

Auch die Polizei ist in ihrer Einschätzung der Schadenshöhe vorsichtig und spricht lediglich von „mehreren Millionen“.

Rest-Löscharbeiten bis 24 Stunden nach Ausbruch des Feuers

Dienstag gegen 12 Uhr konnte Stadtbrandmeister Stefan Schütte „Feuer aus“ melden. Bis dahin waren sämtliche Feuerwehren aus dem Stadtgebiet sowie Verstärkungen aus den Nachbargemeinden im Einsatz. „In der Hochphase über 300 Feuerwehrleute plus Technisches Hilfswerk plus DRK plus Polizei plus Stadtverwaltung“, zählt Schütte auf. „Bis Mitternacht waren wir hier in voller Besetzung, danach haben wir langsam ausgedünnt.“ Dienstagvormittag waren noch etwa 40 Feuerwehrkräfte für Restarbeiten auf dem Gelände.

In der Nacht hatte die Feuerwehr mit Baggern und Radladern Brandgut aus den Hallen nach draußen befördert. Einzelne Glutnester konnten so im Freien gelöscht werden. „Das THW hatte für uns das gesamte Gelände ausgeleuchtet“, sagt Kreis-Feuerwehrsprecher Dieter Wendt. „Das DRK hatte die Versorgung mit Essen und Getränken übernommen.“ Am Morgen begann die Feuerwehr, einsturzgefährdete Gebäudeteile einzureißen. Und gegen Mittag wurde die Einsatzstelle – und damit auch die Einsatzleitung – wieder an die Ortsfeuerwehr Syke übergeben.

Das war einer der größten Einsätze im Landkreis überhaupt.

Stefan Schütte, Syker Stadtbrandmeister

„Das war einer der größten Einsätze im Landkreis überhaupt“, sagt Stadtbrandmeister Stefan Schütte. Sowohl vom personellen als auch vom logistischen Aufwand her. Um die zehn Kilometer Schlauchleitung musste die Feuerwehr verlegen. Allein schon drei, um die Wasserversorgung aufrecht zu erhalten. „In den Spitzenzeiten haben wir 10 000 Liter pro Minute verbraucht“, sagt Schütte. „Das haben wir nicht komplett aus den Hydranten gezogen, aber das war schon Oberkante von dem, was die Pumpen leisten können.“ Schütte weiß, wovon er spricht: Er arbeitet selber bei der Wasserversorgung.

Bis die Trümmer (Bild: alter Landrover) weggeräumt sind, dürfte noch einige Zeit ins Land gehen. Und noch viel mehr, bis dort wieder Menschen arbeiten können.

Zusätzlich hatte die Feuerwehr auch das Rückhaltebecken am Wohngebiet Westlich der Sulinger Straße angezapft. „Wir haben das Löschwasser auch wieder dorthin zurückgepumpt und es mehrfach verwendet“, erklärt Schütte. Grund: „Damit wir möglichst wenig kontaminiertes Wasser haben.“

Denn: Was genau da so alles buchstäblich in Rauch aufgegangen ist, wusste auch am Dienstag noch niemand mit Sicherheit zu sagen. „Unsere Gefahrstoffmessungen haben nichts Dramatisches ergeben“, sagt Sprecher Dieter Wendt. „Aber wir können auch nur das messen, wofür wir Geräte haben.“

Das Löschwasser aus dem Rückhaltebecken macht jetzt übrigens der Stadtverwaltung noch einige Arbeit. „Das ist doch ziemlich schwarz“, sagt Bürgermeisterin Suse Laue lakonisch. Sie muss jetzt dafür sorgen, dass das Becken ausgepumpt und das Wasser in Spezialfahrzeugen abtransportiert und entsorgt wird.

Von Michael Walter

Nächtliche Versorgungsstation für die Feuerwehr am Straßenrand.

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