Warum sie die Therapiewahl bereut

Elsa Küffel spricht beim NDR über den Krebstod ihres Mannes

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Elsa Küffel spricht gemeinsam mit Dr. Wilfried Wehner (Mitte) und Prof. Dr. Holger Wehner bei der NDR Plattenkiste über den Tod ihres Mannes sowie über die Arbeit der Forschungsförderungsgemeinschaft für Komplementärmedizin.

Syke - Von Robin Grulke. Diagnose: Prostatakrebs. Warum musste es ausgerechnet Gerd-Dietrich treffen? Und was konnte sie tun, mit 75 Jahren, um ihn zu retten? Elsa Küffel hat ihren Mann auf dem Weg von der Krebsdiagnose bis zur Metastasenbildung begleitet.

Bei der NDR Plattenkiste sprach die Syker Witwe über die Komplementärmedizin, die Leiden ihres Ehemanns und darüber, was vielleicht hätte sein können, hätten sie und ihr Mann sich früher informiert.

Der Routine-Besuch bei einem Bremer Urologen vor etwa fünf Jahren wurde für die Küffels zum Alptraum: Der Arzt diagnostizierte Prostatakrebs. Das Ehepaar entschied nach Rücksprache mit dem Arzt, die Prostata verkleinern zu lassen. „Das war der größte Fehler unseres Lebens. Hätten wir sie entfernen lassen, wäre er vielleicht noch am Leben!“, bedauert Elsa Küffel heute. Nach den Therapieversuchen wies ihr Mann einen PSA-Wert von 254 auf – ein Indiz, dass der Krebs noch da war. Ein gesunder Mann von etwa 70 Jahren hat normalerweise einen PSA-Wert von unter sechs.

Hausärztin gab den Tipp

Ihre Hausärztin erzählte Elsa irgendwann von einer Patientin, die ihren Brustkrebs erfolgreich mit einer Hyperthermie-Therapie bekämpft hatte: einer künstlich hervorgerufenen Erwärmung der Körpertemperatur, die den Krebszellen Einhalt gebieten soll.

In einer Wilhelmshavener Klinik, die auf Hyperthermie-Therapie spezialisiert ist, wurde Gerd-Dietrich schließlich mit dieser Methode behandelt. „Die hatten den Wert auf 25 runterbekommen, er brauchte keinen Rollator mehr“, erzählt Elsa Küffel. So war den beiden ein letzter gemeinsamer Urlaub vergönnt.

Von dem Erfolg begeistert trat Elsa in die Forschungsfördergemeinschaft für Komplementärmedizin ein.

Lediglich Ergänzung zur Schulmedizin

Die FoFöG unterstützt laut eigener Aussage naturheilkundliche Therapieverfahren, ohne dabei konventionelle Methoden auszuschließen – denn seriöse Komplementärmedizin bedeute immer eine Ergänzung zur Schulmedizin. Der Verein unterstützt außerdem die Forschung auf diesem Gebiet und vereinzelt auch die Behandlungen von Menschen, die sie sich sonst nicht leisten könnten.

Im Vorstand der FoFöG sind Dr. Wilfried Wehner und Prof. Dr. Holger Wehner als ehemaliger sowie aktueller Chefarzt der Wilhelmshavener Klinik vertreten. Die beiden Ärzte, Vater und Sohn, begleiteten Elsa Küffel kürzlich zur „Plattenkiste“ des NDR. In der Sendung erzählte die Syker Seniorin unter anderem, wie die Komplementärmedizin ihrem Mann den Abschied leichter machte.

Für Mann kam Hilfe zu spät

„Wenn wir von der Hyperthermie ein Vierteljahr vorher erfahren hätten, wäre alles gut!“, glaubt Küffel. Vielleicht wäre dann alles anders gekommen, vielleicht hätte ihr Mann dann noch eine Chance gehabt. Doch so musste sich Elsa von ihm verabschieden.

„Schatz, jetzt ist alles zu spät.“ Am Sterbebett ihres Mannes fand sie schließlich klare Worte: Die Ärzte konnten nichts mehr für ihn tun.

Seit dem Tod ihres Mannes engagiert sich Elsa Küffel ehrenamtlich in der FoFöG und teilt die Erfahrungen, die sie gemacht hat. Den Tod ihres Mannes konnte sie nicht verhindern, andere aber sollen eine Chance bekommen.

Weitere Infos:

www.fofoeg.de

www.krebsgesellschaft.de

Info: Hyperthermie

Seit rund 100 Jahren versuchen Ärzte, Krebspatienten durch Überwärmen des Tumorgewebes zu behandeln. Der Fachbegriff dafür lautet Hyperthermie. Sie soll Krebszellen zerstören und den Tumor empfindlicher machen, etwa gegenüber einer Chemo- oder einer Strahlentherapie. Hyperthermie wird grundsätzlich immer nur ergänzend dazu angewendet – nicht anstatt.

Info: PSA-Wert

PSA (prostataspezifisches Antigen) ist ein Eiweiß, das von der Prostata produziert wird und der Verflüssigung der Samenflüssigkeit dient. Grob gesagt: Je höher der Wert, desto größer die Prostata. Nicht immer bedeutet ein erhöhter PSA-Wert allerdings, dass die Prostata von Krebs befallen ist. Der Wert ist aber ein Indiz, mithilfe dessen eine frühzeitige Erkennung möglich ist.

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