Hohe Krankenstände

Syke im Griff der Grippeviren

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Laut Statistik hat derzeit jeder Fünfte die Grippe. Und die „normalen“ Erkältungskrankheiten kommen da noch hinzu.

Syke - Von Michael Walter. Leere Schreibtische in Büros, krankheitsbedingte Terminabsagen, Unterrichtsausfall an den Schulen und übervolle Wartezimmer bei den Ärzten: Die Grippewelle hat die Stadt fest im Griff. Gefühlt ist sie allgegenwärtig. Aber wie krank ist Syke tatsächlich?

Die Antwort darauf ist einerseits einfach: „Ziemlich!“ Andererseits aber auch nicht. Denn es gibt keine verlässlichen Zahlen für einzelne Kommunen.

Sowohl die Krankenkassen als auch die Kassenärztliche Vereinigung können nur mit einiger Zeitverzögerung sehen, wann wo wieviele Fälle behandelt wurden. Nämlich erst dann, wenn die Abrechnungen der Ärzte vorliegen. Und die Gesundheitsämter werten nur sehr bedingt auf lokaler Ebene aus. Das Landesgesundheitsamt erstellt auf der Grundlage von Meldezahlen ausgewählter Arztpraxen zwar wöchentliche Hochrechnungen, doch auch die reichen „nur“ bis auf Landkreis-Ebene.

Laut aktuellem Grippereport des Landesgesundheitsamts lag der grippebedingte Krankenstand in der vergangenen Woche bei knapp 20 Prozent – und damit deutlich höher als der Maximalwert der vergangenen Jahre. Anders ausgedrückt: Jeder Fünfte hat die Grippe und so schlimm wie jetzt war es noch nie.

„Wir werden hier überrollt“

Momentaufnahmen vor Ort bestätigen diesen Eindruck. „Wir werden hier derzeit geradezu überrollt“, heißt es etwa aus der Hausarztpraxis Nordstraße von Maren Lueßen und Holger Klee. Und die Mitarbeiterinnen in der Praxis ihres Kollegen Alexander Schleicher sprechen vom doppelten Patientenaufkommen im Vergleich zu normalen Verhältnissen. „Wir arbeiten auch intern gerade mit doppelter Besetzung, weil wir es sonst einfach nicht mehr schaffen.“

An der Grundschule am Lindhof herrschte in den letzten Tagen geradezu Personalnotstand. „Die ganze Schule ist ziemlich krank, auch die Kinder“, sagt die stellvertretende Leiterin Tina Lehmann. Bei den Lehrern wirkt es sich nur schlimmer aus. Seit Tagen fehlen permanent mehr als zehn Kollegen. 

Das habe sich auch durch Vertretungskräfte nicht mehr auffangenlassen. Zum Teil auch, weil die selber krank gemeldet waren. In der Folge musste der Unterricht am Donnerstag für den kompletten dritten Jahrgang und gestern für den vierten Jahrgang ausfallen. „Nächste Woche wird es hoffentlich wieder besser.“

Lage in Kindergärten entspannt

Weniger dramatisch sah es diese Woche bei den Kindergärten aus. Laut Auskunft der Stadtverwaltung waren von insgesamt 85 Erzieherinnen 6 krank gemeldet. „Es scheint, als wäre die Grippewelle bei uns schon durch“ sagt die zuständige Fachbereichsleiterin im Rathaus Claudia Prößler. 

„Die ein, zwei Wochen davor war es etwas schlimmer.“ Da hätten in einzelnen Kindergärten vorübergehend Gruppen zusammengelegt werden müssen. „Aber es ist uns gelungen, überall den Betrieb aufrecht zu erhalten.“

Allgemein scheint ein Nachlassen der Grippewelle nicht in Sicht, sie scheint aber ihren Höhepunkt erreicht zu haben. Das Landesgesundheitsamt geht von einer gleichbleibenden Tendenz aus.

Und was können die, die noch gesund sind, tun, um sich zu schützen? – „Vor dem Problem stehen wir selber ja auch“, heißt es aus der Praxis Schleicher. „Wir schwören da auf Omas Methode: Heiße Zitrone, viel trinken und zum Einschlafen eine Wärmflasche auf die Brust.“

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