Grenzüberschreitende Bebauung

Grüne Straße in Barrien ist schmaler, als sie eigentlich sein müsste

Syke - Von Frank Jaursch. Wieder ein Schritt näher zur Umsetzung der Lückenbebauung südlich der Grünen Straße in Barrien.

Der Bauausschuss hat am Donnerstagabend die Beschlussvorlage der Verwaltung bestätigt. Die endgültige Entscheidung dazu wird im Stadtrat fallen.

Ausschuss votiert für Satzungsbeschluss

Gesprächsbedarf hatte es dennoch zuvor gegeben: Mehrere Anwohner hatten, unter anderem auf einer Sitzung des Barrier Ortsrates, moniert, dass die Straße nicht die in der Verwaltungsvorlage vorgegebene Breite von fünf Metern hätte. Stadtplaner Wolfram Schneider bestätigte, dass der tatsächliche Zustand von den Angaben auf der Liegenschaftskarte abweicht. Der Grund: Mehrere Anwohner hatten offenbar auch jenseits ihres Grundstücks gebaut.

Auf Fotos dokumentierte Schneider, wie Gebäudeteile oder Zäune zum Teil deutlich sichtbar in den eigentlich als Straßenbereich vorgesehenen Raum hineinragen. Er betonte, dass die Zufahrt zum Baugebiet trotz dieser Einschränkungen – „wenn auch unter Schwierigkeiten“ – weiterhin möglich sei.

„Wie gehen wir mit dieser grenzüberschreitenden Bebauung um?“, fragte der Ausschussvorsitzende Günter Brockhoff (FWG). Reinhard Hansemann (FDP) zeigte sich irritiert darüber, dass gerade die Anwohner mit der zu schmalen Straße argumentiert hätten. „Wenn sie nicht zufrieden sind, sollen sie eben zurückbauen. Dafür gibt's Grenzen.“

Versöhnlichere Aussagen kamen von Wilken Hartje (CDU) und Florian Kastner (FWG). Hartje erklärte, man könne bei zum Teil viele Jahrzehnte zurückliegenden Bautätigkeiten den heutigen Eigentümern keinen Vorwurf machen. Er sah dort einen Fall von „Bestandsschutz“.

Abgekoppelt vom Satzungsbeschluss, gab der Ausschuss der Verwaltung den Auftrag, sich um eine zweite Zuwegung zu dem Gebiet zu kümmern. Konkret soll eine schmale Verbindung zur Blumenstraße, bislang nur als Fuß- und Radweg nutzbar, auf eine Breite von 3,50 Meter ausgebaut werden.

Zweite Zuwegung über die Blumenstraße

Zu diesem Zweck muss ein 2,50 Meter breiter Geländestreifen von einem Grundstück, auf dem ein Pumpwerk steht, abgezwackt werden. Hintergrund: Angesichts der reduzierten Breite der Grünen Straße soll ein weiterer Rettungsweg ins Gebiet ermöglicht werden.

Der Forderung von Gerhard Thiel (Grüne), die Kosten für die Erschließung dem Investor des Neubaugebietes in Rechnung zu stellen, machte der Stadtplaner kaum Hoffnungen: Die Zuwegung liege außerhalb des Geltungsbereiches des B-Plans. „Da sehe ich wenig Chancen.“

Rubriklistenbild: © dpa

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