Festakt mit Ansprachen und Musik

Gratulation an eine Idee: DRK-Seniorenheim in Barrien wird 90

Bei der Jubiläumsfeier im DRK-Seniorenheim in Barrien gratulieren unter anderem Erika Mönch (v.l.), Petra Hüneke und Birgit Thalmann dem Heimleiter Thorsten Kerth zu vielen Jahren erfolgreicher Arbeit.  J Foto: Husmann

Syke - Es hat sich viel bewegt, viel verändert. Doch vieles ist auch so geblieben, wie es damals war, vor 90 Jahren, als das DRK-Seniorenheim in Barrien ins Leben gerufen wurde. Gestern kamen Bewohner, Mitarbeiter, Politiker und Gäste zusammen, um das zu feiern.

Horst Wiesch, Präsident des Kreisverbands Diepholz im DRK, sprach anerkennend von der Arbeit, die dort geleistet wird. „147 Heimplätze, das ist einer Menge. Doch leider sind nicht alle besetzt“, so Wiesch. Er nahm den Festakt zum Anlass, auch kritische Worte zu äußern. Kritik, die sich in erster Linie an die Politik richtete. Der Fachkräftemangel, Grund für die nicht besetzten Plätze, sei nichts Neues. Es bestehe schon lange Handlungsbedarf, und es passiere nicht genug.

Auch Ulf Schmidt, stellvertretender Landrat, griff die Problematik auf. Leider sei die Kommunalpolitik immer auch abhängig von der Bundespolitik. Doch es gehe voran. Nach den Sommerferien startet in Syke das Fachkompetenzzentrum, in dem eine erstklassige Pflegeausbildung angeboten werde. „Dadurch wird die Ausbildung attraktiver und mehr Pflegeplätze belegt“, ist er sich sicher.

Stellvertretend für Bürgermeisterin Suse Laue kam Edith Heckmann. Sie selbst sei vor einigen Jahren dort ein- und ausgegangen. „Meine Mutter wohnte hier von 2005 bis 2010, bis zu ihrem 90. Lebensjahr“, erzählte Heckmann. Und sie habe eine wunderschöne Zeit gehabt. Mit den Menschen werde sehr viel unternommen, und ihre Mutter habe sich nie gelangweilt. Das, betonte Heckmann, sei nur möglich, weil die Leitung und die Mitarbeiter stets vollen Einsatz zeigten. „In den vergangenen acht Jahren hat sich viel verändert, der Pflegenotstand hat uns eingeholt“, sagte sie. Es sei aber Besserung in Sicht, das Pflegekompetenzzentrum kommt und auch bezogen auf das Gebäude bemerke man positive Entwicklungen. „Umbau, Anbau, Neubau. Das hier ist wohl der einzige Jubilar, der moderner und jünger wird“, schloss sie ihre Ansprache ab.

Ulrike Hirth-Schiller, Kreisgeschäftsführerin des DRK, stellte sich die Frage, wem sie eigentlich gratulieren sollte. Dem Gebäude? Den Mitarbeitern? Der Leitung? „Niemand davon ist 90 Jahre alt“, sagte sie. Doch im Jahr 1928 sei etwas entstanden, dass nun Geburtstag feiere: eine Idee. Und dieser wolle sie gratulieren. Der Idee, Menschen ein Zuhause zu bieten, der Idee, es ihnen so schön wie möglich zu machen. Und diese Idee habe 112 Pflegereformen überlebt. Deshalb lohne es, ihr zu gratulieren und sich auch zukünftig von ihr leiten zu lassen. Ein entscheidender Aspekt dabei sei Humor. „Mit jedem Lachen stirbt ein Problem.“ Und auch alte Menschen würden skurrile, verrückte Dinge mögen und hätten gerne Spaß. Das solle man nicht vergessen.

Zum Schluss der Veranstaltung berichtete Einrichtungsleiter Thorsten Kerth über die Geschichte des Hauses. Er sprach seinen Dank und Respekt an alle ehrenamtlichen Helfern aus. 60 Personen widmen ihre Freizeit den Menschen im Seniorenheim. Doch auch das Personal leiste großartige Arbeit. In diesem Zusammenhang stellte er die ehemaligen Heimleitungen vor. Wie auch bei ihm selbst, sei es immer wichtig gewesen, dass an diesen Posten „nicht irgendwelche BWLer gelassen werden, sondern Menschen, die Erfahrung in der Pflege haben und so auf Probleme des Personals eingehen können“, so Kerth.

Bereichert wurde der Festakt durch musikalische Beiträge von Stephan und Sabine Steinkühler (Violine und Cello) sowie Reinhard Schmiedel am Klavier.  

sil

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