Virtuell von Syke auf die Bahamas

Golfclub Syke: Datenerfassung mit neuer Trackman Range

England, Schottland oder doch Bahamas? Mit dem System lässt sich das Spiel an weltberühmten Golfplätzen simulieren, wie Wiebke Koch erklärt.
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England, Schottland oder doch Bahamas? Mit dem System lässt sich das Spiel an weltberühmten Golfplätzen simulieren, wie Wiebke Koch erklärt.

Die Zukunft hat Einzug gehalten im Syker Golfclub. Nun stellte der Club eine neue durch Radar gestützte Messanlage auf der Driving Range, die sogenannte Trackman Range vor. Die bietet viele Möglichkeiten, von Übungsspielchen bis hin zu virtuellem Golf. Unser Reporter macht den Test.

Syke – Beide Beine fest auf dem Erdboden verankert, beuge ich mich leicht mit dem Oberkörper nach vorne. Ich visiere einen kleinen, gelben Ball vor mir an und hole so ausladend wie möglich aus. Dann schwinge ich voll durch und treffe mit dem kalten Eisen in meinen Händen den Ball krachend an seiner Seite. Er macht sich auf den Weg und landet nach kurzer Flugphase auf der Rasenfläche vor mir.

Es war mein erster Schlag in einem Golfspiel. „Gar nicht so schlecht“, lautet das wohlwollende Urteil der Expertin in meinem Rücken. Auf einem Bildschirm neben uns blinkt eine Zahl auf: 35 Meter weit habe ich den Golfball geschlagen. Mit meinem allerersten Schlag.

Datenerfassung per Dopplerradar

Weit mehr beeindruckend als die Tatsache, dass ich den Ball überhaupt getroffen habe, ist die Tatsache, dass ich eine genaue Angabe über meine geschlagene Weite erhalte. Doch seit Kurzem ist das im Golfclub Syke auf der Driving Range keine exklusive Information mehr. Als einer von nur zehn Golfclubs in ganz Deutschland ist der Club Besitzer einer neuen Trackman Range.

Das Radar misst den Schlag von Golferin Birthe Lentzen

Die funktioniert folgendermaßen: Auf dem Dach des Abschlaghäuschens an der Driving Range befindet sich ein Dopplerradar, auf der Rasenfläche zwei weitere. Jeder geschlagene Ball wird von den Geräten erfasst. Nahezu in Echtzeit werden Parameter des geschlagenen Balles wie Geschwindigkeit, Weite, Höhe oder Entfernung zum anvisierten Ziel ermittelt und dem Golfer zur Verfügung gestellt. Auch zur Trackman Range hat die Expertin, das ist Wiebke Koch, ein eindeutiges Urteil: „Eine super Ergänzung zum normalen Training, das macht richtig Spaß!“, sagt die Verantwortliche für Marketing und Kommunikation des Syker Golfclubs.

Vielfältige Möglichkeiten

Doch die Anlage ist nicht nur eine Unterstützung beim Training, sie bietet noch weitere Möglichkeiten. Etwa kleine Spiele, bei denen man mit einem Schlag so nahe wie möglich an markierte Ziele zu gelangen versucht; je näher der Ball landet, desto mehr Punkte erhält man. Das sei, so Wiebke Koch, für Kinder besonders interessant, doch die Anlage ziehe alle Altersklassen an. „Das wird erstaunlich gut angenommen, vor allem von älteren Spielern. Allerdings werden seitdem ständig Handys bei uns im Club vergessen und abgegeben“, berichtet Wiebke Koch lachend. Denn um von den Möglichkeiten des neuen Systems zu profitieren, reicht bereits der Besitz eines Smartphones. Über eine App und einen QR-Code können Spieler auf die Funktionen der Trackman Range zurückgreifen, sämtliche Spiel- und Trainingsdaten abspeichern und vergleichen.

Per App lassen sich viele Parameter des eigenen Spiels automatisch erfassen.

Waren Sie schon mal auf dem weltberühmten Old Course in St. Andrews, Schottland, dem ältesten Golfplatz der Welt? Oder haben Sie unter der karibischen Sonne Nassaus auf den Bahamas ein paar Bälle geschlagen? Zwar kann die Trackman Range nicht die klimatischen Bedingungen für den Golfer simulieren, sie aber virtuell an jedes Loch ausgewählter Golfplätze holen und dort eine Partie virtuelles Golf spielen lassen; schon bald soll auch der Syker Golfplatz im System integriert sein. Dann brauchen die Golfer nicht mehr mit ihrer Ausrüstung über den Platz zu schlendern, sondern können ein Spiel am Simulator abhalten. „Im Herbst soll es soweit sein, dass unser Platz integriert ist“, sagt Wiebke Koch, die weitere Vorteile betont. „Die Spieldauer verkürzt sich massiv, von ungefähr vier Stunden für ein 18-Loch-Spiel auf nur noch etwa eine Stunde. Und man ist dann nicht mehr vom Wetter abhängig.“ Sobald auch der Syker Platz seinen Weg ins Spiel gefunden hat, seien so auch virtuelle Vereinsmeisterschaften möglich und denkbar.

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Und nicht nur an den Abschlagpunkten auf der Range hat die Zukunft Einzug gehalten. Was aussieht, wie ein übergroßer grauer Rasenmähroboter, ist in Wirklichkeit ein neuer Roboter, der über die Range fährt und die von den Golfern geschlagenen Bälle einsammelt und über ein unterirdisches Luftdrucksystem anschließend zum Golfclub zurückbringt. Somit seien keine Pausen an der Range mehr notwendig, in der die Mitarbeiter händisch die Bälle aufsammeln mussten.

Karriereende am Höhepunkt

Dann schnappt sich Wiebke Koch ihren Schläger und versucht sich an Loch 3 des Albany Golf Course auf den Bahamas. Obwohl der erste Schlag nicht gut war, schafft sie es noch mit vier Schlägen aufs Grün. „Putten muss ich nicht“, erklärt sie, „das rechnet das System für mich anhand meines Handicaps aus.“ Anschließend überreicht sie mir ihren Schläger. Erst ein paar Trockenübungen, meinen ersten richtigen Schlag kennen Sie bereits. Ich bin motiviert, meine persönliche Bestleistung von 35 Metern zu verbessern. Mein vierter Versuch lässt selbst die Expertin staunen: Nach 80 Metern kommt der Ball auf, nach 90 Metern bleibt er liegen. „Gut geschlagen, für einen Anfänger ohne Einführung durchaus brauchbar“, lautet Wiebke Kochs abschließendes Urteil. Dann lege ich das Achter-Eisen zur Seite und beende meine bewegte Golfkarriere an ihrem Höhepunkt. Wobei, Spaß gemacht hat es ja schon. Ein Comeback schließe ich erst mal noch nicht aus.

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