Der Schirmherr trainiert, der Titelverteidiger hadert

Für Gofus wurde Bosbach im Schnellverfahren zum Golfer

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Gofus-Golftrainer Petr Mik gab zahlreiche Tipps, da hörten (von links) Wolfgang Sidka, Wolfgang Bosbach und Stefan Beinlich genau zu. 

Okel - Von Björn Knips. Wolfgang Bosbach hatte ein glückliches Strahlen im Gesicht, dabei gelang ihm längst nicht alles. Doch dieses Einzeltraining auf dem Golfplatz in Okel ist für den CDU-Politiker nicht nur eine nette Ablenkung vom stressigen Alltag, sondern auch ein besonderes Anliegen. Bosbach ist vor drei Jahren Schirmherr der Gofus geworden – der Golf spielenden Fußballer, „obwohl ich nie einen Schläger in der Hand gehabt hatte“.

Mit dieser Information habe er viele Mitglieder damals bei seiner Antrittsrede geschockt. Doch er gab zugleich das Versprechen, sich dem kleinen Ball zu widmen. Und siehe da: Beim Gofus-Turnier in Okel trainierte der 65-Jährige am Sonntag nicht nur, sondern er spielte – längst mit Platzreife ausgestattet – im namhaft besetzten Feld munter mit.

Für den Sieg bei der zweitägigen Veranstaltung kommt Bosbach freilich nicht in Frage. Dafür sind die Fußballer einfach zu gut. Allen voran Karsten Hutwelker, der Ex-Profi ist nicht nur Titelverteidiger, sondern mit Handicap 1 auch der Topspieler. Doch der 45-Jährige hatte zum Auftakt mit den neun Löchern auf dem A-Kurs so seine Probleme, obwohl er nicht zum ersten Mal dort spielte. „Der Kurs ist echt tricky“, berichtete Hutwelker, der inzwischen als Trainer arbeitet und gerade auf Jobsuche ist. „Am Montag muss ein Großangriff von mir gekommen“, stellte Hutwelker klar und lachte. Ganz ernst gemeint war es nämlich nicht, der Spaß und das Sammeln von Spendengeldern für wohltätige Zwecke stehen bei dieser Veranstaltung im Vordergrund.

Die Gofus präsentierten sich in Okel als eine große Familie. Herzliche Umarmungen zur Begrüßung, viel Gelächter. „Es macht einfach Spaß, dabei zu sein“, meinte Ex-Werder-Star Rigobert Gruber. Um mitspielen zu können, nimmt der 56-Jährige vorher sogar eine Schmerztablette ein. „Anders geht es mit meinem Knie leider nicht.“ Vor über 30 Jahren hatte er sich so ziemlich alles im Knie gerissen, die Karriere war vorbei. Aber aufs Golfen und vor allem die Gofus will Gruber, der in Bremen lebt, nicht verzichten.

Sportprominenz in Okel 

Trotz Urlaubszeit waren über 30 Gofus-Mitglieder nach Syke gekommen – darunter namhafte Ex-Profis wie zum Beispiel Norbert Dickel, Stefan Beinlich, Thomas Brdaric, Holger Fach, Wolfgang Sidka, Uli Borowka, Richard Golz, Stefan Blank und Bjarne Goldbaek. Auch Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer spielte mit, genauso wie Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender des Hamburger SV. Auch Handballer haben sich inzwischen unter die Gofus gemischt, diesmal gingen Daniel Stephan und Martin Schwalb an den Start. Durch Partner und Freunde wuchs das Teilnehmerfeld auf über 100.

„Das ist schon eine Großveranstaltung für uns“, meinte York Stolte, der Manager vom Golf-Club Syke. Für die Premiere dieser Veranstaltung auf der Anlage in Okel gab es sehr viel Lob. „Der Platz ist in einem Topzustand“, meinte Titelverteidiger Hutwelker – und das trotz seiner etwas schwächeren Startrunde. Gofus-Projektleiter Jörn Romeiß geriet geradezu in Schwärmen: „Tolle Anlage, tolle Atmosphäre, eine harmonische Zusammenarbeit – wir fühlen uns pudelwohl.“

Das galt ganz besonders auch für Wolfgang Bosbach. Er genoss das Einzeltraining mit Gofus-Golflehrer Petr Mik. „Er zeigt mir die Kleinigkeiten, die so entscheidend sind“, berichtete der Politiker und gestand: „Golf ist so schwierig. Mal triffst du den Ball grandios und glaubst: Jetzt habe ich den Dreh raus. Und schon landet der nächste Ball in den Büschen.“

Gofus Championship in Okel

Zum Ärgern bleibt aber gar keine Zeit, denn beim Familientreffen ist immer etwas los. Für den Abend war ein Empfang im Steigenberger Hotel in Bremen geplant – und dann ging es aufs Schiff: Player’s Party auf der Weser. „Für das Golfen am nächsten Morgen ist das nicht ganz so gut“, grinste ein Spieler, der lieber ungenannt bleiben wollte . . .

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