Glück sind blaue Flügel

„Was ist der Mensch?“: Syker Elftklässler liefern bemerkenswerte Performance ab

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Einblick in die Schüler-Performance „Was ist der Mensch?“ im Rathaus. 

Syke - Von Angelika Kratz. Blaue Flügel trägt neuerdings die Stadt Syke. Sie möchte mit dem jüngsten Projekt dazu beitragen, die schönen Seiten der Innenstadt aufzuzeigen, und gleichzeitig einen geschichtlichen Flug über die Grenzen dieses Ortes zu beginnen.

Grenzen überschreitende Gedanken machte sich innerörtlich der elfte Jahrgang des Gymnasiums. Im Seminarfach „Der Mensch und sein Streben nach Glück“ wurde eine vielschichtige Betrachtung erarbeitet, die am Mittwochabend erfreulich vielen Besuchern im Ratssaal vorgestellt wurde. Die staunten bereits beim Betreten des Saales, der passend zu den blauen Flügeln in blaues Licht gehüllt war und schon vorab mit einigen interessanten Hinguckern lockte.

Da machte ein langes blaues Tuch über dem Boden neugierig, ebenso die unterschiedlichen auf Leinwand projizierten Kunstwerke unterschiedlicher Epochen zum Thema „Blau“ und ein „Gabentisch“ mit blauen Kästen. Die enthielten im Miniaturformat eines Schuhkartons die in 3D umgesetzten Begriffe wie Kälte, Liebe, Glück und Trauer.

„Heute geschieht was Besonderes“, versprach Bürgermeisterin Suse Laue. Sie zeigte sich überaus angetan, den Gedanken der blauen Flügel von Schülerseite aus präsentieren zu können. Ihr Dank ging nicht nur an die begleitenden Pädagoginnen Dorothee von Harsdorf und Dr. Ute Maria Jahnke mit ihren Schülern, sondern auch an den Initiator der Aktion „Blaue Flügel“, Ortsbürgermeister Peter Jahnke, und alle weiteren Beteiligten.

„Die Farbe Blau ist laut Internet die beliebteste Farbe“, eröffnete die Bürgermeisterin die kommende Stunde einer ungewöhnlichen, fantasievollen und geistreichen Präsentation einer Schülerarbeit. Die Stand unter dem Motto „Was ist der Mensch?“ oder: Das Streben nach dem Glück. Blaue Flügel sind Glück. Glück haben – blaue Flügel haben.

Die spannten sich ganz weit auf, als in Schwarz gekleidete junge Menschen mit blauen Gegenständen stumm das blaue, an einen Fluss erinnernde Band im Ratssaal dekorierten und umsortierten. Die Klaviermusik von Philip Sänger verbreitete die Atmosphäre zum „magischen Fluss“.

Gespannte Aufmerksamkeit im Publikum. Wortcollagen mit Sprichwörtern zum „Blau“ wechselten mit der Vorstellung einiger blauer Kästen und bekamen ein wohltuendes Sackenlassen zur Musik „Nocturne“ von Chatschaturjan mit der Geige von Julia Rosendahl und Philip Sänger am Klavier.

Die Choreographie der kurzen Lesungen bot mit stetem Ortswechsel weitere Spannungsfelder. Ein gefühlvoller Ausdruckstanz fügte noch ein Highlight hinzu. Auch Gedichte können Musik sein: Das wurde dem Publikum klar, welches ein „singendes Blau“ ebenso mit Applaus belohnte wie die blaue Modenschau mit umfunktionierten Ikea-Einkaufstaschen und Müllbeuteln. „Auf den Flügeln seiner Einbildungskraft verlässt der Mensch die engen Schranken der Gegenwart“ wurde Friedrich Schiller zitiert, der mit vielen Poeten im blauen Licht des Rathaussaales ganz neu erstrahlte. Zur „blauen Stunde“ wurde am Tisch geladen und der blauen Blume gehuldigt.

Goethe bis Hesse werden vom Himmel aus ihre Freude gehabt haben, genauso wie das Publikum auf Erden. Der Applaus ging Richtung der 21 Schüler, ihrer begleitenden Lehrkräfte und einer ungewöhnlichen, mutmachenden Präsentation eines überaus lebendigen Unterrichts über den Lehrplan hinaus bis hin zu den blauen Syker Flügeln.

Chapeau!

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