Rosarium entwickelt sich zu Einrichtung mit Modellcharakter

„So was gibt’s nur in Wachendorf, nirgendwo sonst“

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Geschäftsführer Thomas Ritter (l.) und Johann Meyer haben die Entwicklung des Projektes im Blick.

Wachendorf - Von Frank Jaursch. Der Kipplader rumpelt vorbei. Staub wirbelt auf. „Bis Ende 2019 geht der Sandabbau hier weiter“, erklärt Thomas Ritter. Das wirkt schon einigermaßen bizarr – denn er steht, nur wenige Meter von der Sandpiste entfernt, inmitten eines Idylls aus blühenden Rosenbeeten. Die Entstehung des Wachendorfer Rosariums schreitet sichtbar voran. Und zwar sowohl auf dem Gelände als auch hinter den Kulissen. Gerade konnte Ritter als Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft weitere finanzielle Unterstützung vermelden.

Für die Projektwerkstatt Artenvielfalt – ein gläsernes Gewächshaus für Arbeits- und Lernplätze – haben die Klosterkammer Hannover (10.000 Euro) und die Vinci-Stiftung (20.000 Euro) weitere Fördermittel zugesagt. Das 8 mal 15 Meter große Gebäude soll in den kommenden Monaten aufgebaut werden.

Parallel dazu nehmen weitere Teile des 70.000 Quadratmeter großen Areals Gestalt an. Eine erste kleine Streuobstwiese wurde bereits angelegt, die Mitarbeiter der Delme-Werkstätten pflegen die Rosenbeete. Wer vom Rand auf das Gelände herabblickt, bekommt eine Vorstellung davon, wie es hier einmal aussehen wird: ein Juwel der Artenvielfalt.

Es geht voran beim Rosarium in Wachendorf: Längst lassen sich die künftigen Strukturen des Garten- und Landschaftsparks mehr als nur erahnen. Während im Hintergrund noch Sandabbau betrieben wird, werden im Vordergrund schon die Rosenbeete gepflegt. Hinten links das hölzerne Skelett des historischen Fachwerkhauses, das für Verwaltung und Gastronomie Platz bieten soll.

„Wir werden oft gefragt: ,Wann werdet ihr denn mal fertig?’ – Dann antworten wir immer ,eigentlich nie’“, lacht Ritter. Denn das Projekt würde sowieso immer in Bewegung bleiben.

Veränderungen in der Planung gehören schon zum Alltag des neunköpfigen Teams. „Darin haben wir schon den dritten Meistergrad abgeschlossen“, bemerkt Ritter mit einem Schmunzeln.

Doch das Team sieht sich mit seinem Konzept auf einem guten Weg. „Wir passen in keine Schublade“, sagt Ritter. Denn es geht hier ja nicht bloß um ein Rosarium, sondern zugleich um die Unterstützung durch Menschen mit Behinderung. Und schließlich soll es eine Stätte des Lernens sein: Bildungsangebote für Experten, Schüler oder auch für Familien sind geplant.

Auffallend außergewöhnlich

Diese Außergewöhnlichkeit fällt auf. „Die guten Verbindungen, die wir mittlerweile haben, zeigen, dass wir damit richtig liegen.“ In Ämtern und Förderstellen sind die Mitarbeiter selbst oft Feuer und Flamme für das Projekt. Die Energie der Wachendorfer steckt eben an. Johann Meyer, Urgestein der Rosariums-Planung, ist auch nach mehr als zehn Jahren stolz auf die Vision. „So was gibt’s nur in Wachendorf, nirgendwo sonst“, erklärt er mit Blick auf ein weiteres Schlagwort, das in den Ausführungen immer wieder auftaucht: Artenvielfalt. „Da haben wir deutschlandweit Modellcharakter.“

Im Laufe der Zeit haben sich die drei Grundpfeiler Tourismus, Bildungsangebote und Kultur/Kunst herausgeschält. Auf ihnen fußt das Konzept.

Besucher sollen sich wohlfühlen im Rosarium, die unterschiedlichen Bereiche genießen und viel über die Natur erfahren. Veranstalter von Bildungsangeboten haben dort die Möglichkeit, Seminare und Fortbildungen anzubieten; zudem gibt es eine Kooperation mit dem Berufsbildungswerk Bremen, die Delme-Werkstätten sind gar als Gesellschafter mit an Bord der gGmbH.

Und schließlich soll auch die Kultur Raum bekommen – im Fachwerkhaus, das Platz für Verwaltung und Gastronomie bietet, oder auf den Freiflächen.

Es geht voran – wenn auch langsam und nach den Möglichkeiten, die die Rahmenbedingungen geben. „Die Natur bestimmt den Rhythmus“, sagt Ritter. Und natürlich auch ein bisschen die Zahl derer, die bei dem Abenteuer Made in Wachendorf mitmachen wollen.

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