Ghanaischer Shepherd‘s Heart-Leiter Thomas Okyere in Heiligenfelde zu Gast bei Freunden

„Das bewegt mich sehr“

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Thomas Okyere freut sich über das Heiligenfelder Engagement für sein Projekt.

Von Frank Jaursch. „Ich wollte unbedingt dabei sein.“ Wenn Thomas Okyere von seinem Besuch in Heiligenfelde spricht, leuchten die Augen des 52-Jährigen. Der ghanaische Leiter der Hilfsorganisation Shepherd‘s Heart ist nach vier Jahren wieder nach Deutschland gekommen, um an der heutigen Benefiz-Veranstaltung zugunsten seiner Organisation teilzunehmen.

Die Einnahmen von „Rock 4 Ghana“ kommen voll Okyeres Straßenkinderprojekt in Accra und Saboba zugute (wir berichteten). Gerade in der Hauptstadt ist dabei jeder Beitrag vonnöten. Dort entsteht nach dem schockierenden Abriss des ersten Kindergarten-Baus im vergangenen Jahr (Okyere: „Das hat sehr wehgetan“) jetzt ein neues, stabileres Bauwerk auf dem gleichen Grundstück.

Stabil in mehrfacher Hinsicht: Zum einen dient statt Holz nun Beton als Material. Außerdem steht das Projekt durch das „Okay“ aller Entscheidungsträger auf einem festeren Fundament. Nicht nur Bürgermeister und Stadtingenieure, sondern auch der zuständige Chief – der inoffizielle Boss des Viertels – gaben grünes Licht. Wie wichtig gerade die Haltung des Chiefs für das Projekt ist, verdeutlicht Okyere: „Wenn mein Chief redet, höre ich ihm mehr zu als dem Präsidenten.“

Dass das Konzept „Hilfe zur Selbsthilfe“ funktioniert, zeigt das Projekt im Norden des Landes: In der Stadt Saboba ist es jetzt erstmals gelungen, über mehrere Monate das Gehalt des Lehrers aus Schulgeldern zu bezahlen. „Die Leute stehen dahinter“, freut sich Okyere, „jetzt wird den Eltern die Schule wichtig.“

Viele von denen hätten selbst nie die Möglichkeit gehabt, eine Schule zu besuchen, und würden nun ihren Kindern dieses Privileg ermöglichen wollen: mit der Hilfe von Thomas Okyere und dem Geld aus Heiligenfelde.

Dass das Engagement im mehr als 5300 Kilometer entfernten Ort in Deutschland nun seit 13 Jahren anhält, „das bewegt mich sehr“, sagt Okyere. „Es ist nicht einfach, solche Menschen zu bekommen. Leute, die so weit gucken können, erstaunen mich.“

Morgen früh wird Okyere gemeinsam mit Pastor i.R. Georg Buismann den Gottesdienst in Heiligenfelde gestalten. Und schon heute Abend informiert er die Gäste im DGH über die Arbeit und die neuen Entwicklungen. Und wenn die Bands Paranite und Megaperl anschließend für die Musik sorgen? „Dann werde ich tanzen“, lacht Okyere, „wenn mein Knie nicht zu sehr weh tut.“

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