Grundschule am Lindhof: Erste ganztägige Grundschule

Gewaltiger Meilenstein

Buchstäblich vor der Haustür empfingen Bürgermeisterin Suse Laue und Schulleiterin Ursula Buchwald-Wachendorf ihren Ehrengast, die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt.

Syke - Von Michael Walter. Die Grundschule am Lindhof ist seit Monaten eine Großbaustelle. Festivitäten kommen da eigentlich sehr ungelegen. Trotzdem kommt die Schule aus dem Feiern kaum heraus: Kurz vor den Ferien war das Sommerfest zum 40-jährigen Bestehen. Und jetzt – unmittelbar nach den Ferien – feierte die Schule schon wieder. Seit Freitag ist sie die erste teilgebundene Ganztagesgrundschule im Landkreis. Besonderer Ehrengast war dabei die Niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt.

Ihr dürften die Ohren geklingelt haben bei den Ansprachen von Bürgermeisterin Suse Laue und Schulleiterin Ursula Buchwald-Wachendorf. Denn beide nahmen die Ministerin ganz offen und unverblümt in die Pflicht. Ihre Botschaft: Obwohl die Landesregierung die Einrichtung ganztägiger Grundschulen befürworte, schaffe sie nicht im erforderlichen Umfang die dafür nötigen Rahmenbedingungen.

Der Schulchor setzte den musikalischen Rahmen für die Feier – und begeisterte auch die Ministerin. - Fotos: Heinfried Husmann

Insbesondere hatten sie dabei das Thema Schulsozialarbeit im Blick. Seit Jahren schon läuft die Grundschule am Lindhof vergeblich einer benötigten weiteren Schulsozialarbeiterstelle hinterher. Laue: „Ich freue mich, dass die Landesregierung die Schulsozialarbeit zu ihrer Aufgabe erklärt hat. Leider werden Grundschulen dabei bisher kaum berücksichtigt.“ Eine solche Stelle sei für den Ganztagsbetrieb am Lindhof aber unbedingt erforderlich. Nicht zuletzt auch, weil die Integration von Flüchtlingskindern eine unmittelbare Aufgabe der Schule sei. „Ich wünsche mir, dass das Land die Kosten für eine volle Stelle übernimmt“, schloss Laue.

Noch direkter formulierte es die Schulleiterin. Man könne nicht die Ganztagsschule ausrufen „und dann die Schule im Regen stehen lassen, nach dem Motto: Das werden die Lehrer schon irgendwie machen“. Und weiter: „Wir erwarten, dass uns nicht nur der Schulträger unterstützt, sondern auch die Landesregierung. Ganztagsschule macht sich nicht von allein.“

Frauke Heiligenstadt nahm es professionell, lobte das große Engagement, das Lehrer und Eltern sowie Politik und Verwaltung bei der Neugestaltung ihrer Grundschule bewiesen hätten und lobte die Aufnahme des Ganztagesbetriebs als einen gewaltigen Meilenstein. „Schule passt sich immer der gesellschaftlichen Entwicklung an.“ Noch vor 15 Jahren sei ganztägiger Unterricht an Grundschulen praktisch noch kein Thema gewesen.

Heiligenstadt deutete Verständnis für die Nöte im Kollegium sowie die daraus resultierende Forderung nach mehr Unterstützung an und zählte die Investitionen im dreistelligen Millionenbereich auf, die das Land in Sachen Schulsozialarbeit unternimmt. „Ja“, gab sie zu, „diese Schule ist noch nicht dabei. Aber auch ich kann nur einen Schritt nach dem anderen machen.“

Im Anschluss an den formellen Teil besichtigte Frauke Heiligenstadt gemeinsam mit weiteren Gästen aus Politik, Verwaltung und Elterngremien die Schule, wobei vor allen der noch im Bau befindliche Mensa-Trakt im Fokus stand. Laut Plan soll er bis zum Ende der Herbstferien fertig werden. Und dann hat die Schule gleich den nächsten Grund zum Feiern.

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