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Ein Akt der Gewalt: Unbekannte verwüsten Biker-Anlage

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Von: Michael Walter

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Die Biker-Bahn am Krusenberg steht auf Privatgelände. Eigentümer Uwe Wehrenberg unterstützt den Freeride Club Friedeholz ausdrücklich, Stadt und Landkreis dulden den Betrieb, bis der Club ein geeignetes Grundstück für den Bau und Betrieb einer neuen Anlage hat. Das scheint einigen aber ein Dorn im Auge zu sein. Schon zum zweiten Mal ist die Anlage jetzt verwüstet worden. Aber die Jugendlichen haben sie wieder aufgebaut. Foto: Michael Walter
Die Biker-Bahn am Krusenberg steht auf Privatgelände. Eigentümer Uwe Wehrenberg unterstützt den Freeride Club Friedeholz ausdrücklich, Stadt und Landkreis dulden den Betrieb, bis der Club ein geeignetes Grundstück für den Bau und Betrieb einer neuen Anlage hat. Das scheint einigen aber ein Dorn im Auge zu sein. Schon zum zweiten Mal ist die Anlage jetzt verwüstet worden. Aber die Jugendlichen haben sie wieder aufgebaut. © Michael Walter

Unbekannte Täter haben das Trainingsgelände der Syker Mountainbiker zerstört.

Barrien – In der Pressemitteilung der Polizei hört sich das noch ganz harmlos an: Die Tat habe sich zwischen Sonntag, 17 Uhr, und Montag um 11.30 Uhr ereignet. Diverse Fahrrad-Rampen sowie selbst gebaute Trainingsgeräte seien beschädigt worden. Den Schaden schätzt die Polizei auf 1000   Euro. Aber wenn man sich die jugendlichen Radsportler anhört, hat da jemand mit brachialer Gewalt regelrecht gewütet.

„Es war einfach alles kaputt“, erzählt Pius (15), der am Montag bei der Polizei Anzeige erstattet hatte, und beschreibt. Die Fahrspuren: mit Ästen und Baumstämmen versperrt. Die in den Erdboden eingearbeiteten Sprünge: zerstört. Das Erdreich: aufgerissen. Die aus Holz gebauten Geschicklichkeitsbahnen und Rampen: umgerissen. Die Bretter: herausgetreten. Und sogar Schrauben und Nägel: herausgelöst und wild im Gelände verstreut.

Pius wirkt ruhig und besonnen, wenn er erzählt. An dieser Stelle schwillt ihm aber der Kamm. „Sowas ist auch nicht mit Hass auf uns zu erklären. Das ist einfach unverantwortlich. Hier spielen kleine Kinder“, sagt er, und meint damit nicht sich und seine Clubkameraden.

Das kleine Waldstück am Krusenberg liegt am Rand einer ehemaligen Sandgrube. Und es ist Privatgelände. Der Teil, auf dem die Freerider ihre Bahn gebaut haben, gehört dem Barrier Unternehmer Uwe Wehrenberg. Seit Jahrzehnten gehen Kinder zum Spielen dort hin. „Wir haben früher selber da gespielt“, sagt Wehrenberg. „Wir haben Baumhäuser gebaut und Erdhöhlen, und niemand hat sich daran gestört.“

Den Freeridern hat Wehrenberg seinen Grund und Boden kostenlos zur Verfügung gestellt, nachdem der Club seinen ursprünglichen Parcours im Friedeholz abbauen musste. Der Landkreis hatte die Anlage im Landschaftsschutzgebiet als nicht genehmigungsfähig eingestuft (wir berichteten). Außerdem hatten sich vereinzelte Spaziergänger wiederholt heftig über die Jugendlichen im Wald beschwert.

Die Suche nach einem neuen Standort läuft noch. Der Parcours am Krusenberg war von Anfang an als Zwischenlösung gedacht. Doch auch da gab es vom ersten Tag an Beschwerden Einzelner. Uwe Wehrenberg: „Ich bin mehrfach von Spaziergängern angesprochen worden, ich solle den Jugendlichen das verbieten. Aber das sehe ich gar nicht ein! Das ist eine sinnvolle Beschäftigung. Und ich bin selber alter Radsportler.“ Wehrenberg lobt die jungen Biker ausdrücklich. „Die stecken da so viel Geld und Arbeit hinein, und die machen ja auch nichts kaputt!“

Es ist übrigens schon das zweite Mal, dass der Fahrradparcours demoliert worden ist. „Das erste Mal war vor ungefähr einem Monat“, erzählt Justin (ebenfalls 15). Auch da sei die Bahn schon stark demoliert worden. Die Jugendlichen hatten sie innerhalb kurzer Zeit wieder repariert.

So auch jetzt. „Wir haben Montag den ganzen Tag geackert“, sagt Pius. Gestern war auf der Anlage schon wieder Betrieb.

Und was sagt Uwe Wehrenberg bei dem Gedanken, dass sich nachts Unbekannte auf seinem Grund und Boden rumtreiben und wüten wie die Berserker? „Viele Leute wissen gar nicht, dass das Privatgebiet ist. Ich bin selber schon von Spaziergängern beschimpft worden, weil ich hier Bäume gefällt habe. Das Gelände ist offen und für jeden zugänglich. Das soll auch so bleiben. Ich werde hier keine Zäune aufstellen.“

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