Geschäftsstelle seit vier Wochen ohne Telefon und Internet

Totalausfall beim TSV-Barrien

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Bürokraft Sigrid Dellies stimmt sich mit dem TSV-Vorsitzenden Gerhard Mey ab: Welche Arbeiten muss sie von Zuhause aus erledigen? Und was kann auf der Geschäftsstelle liegenbleiben?

Barrien - Von Michael Walter. Mit einem leichten Rauschen im Telefon fing alles an – am Ende stand der Totalausfall. Der TSV Barrien ist seit mittlerweile vier Wochen ohne Telefon und Internet. Und es kann laut Auskunft des Vereins noch weitere vier Wochen dauern, bis der Schaden repariert wird. Der Vorsitzende Gerhard Mey findet das schlicht „unerträglich“.

Gleich mehrere Dinge stoßen dem ehrenamtlichen Chef des TSV sauer auf: Da wäre zunächst einmal der Schaden selbst, der die Geschäftsstelle nahezu komplett lahm legt. Darüber hinaus fühlt sich Mey aber auch im Stich gelassen und wie ein hilfloser Spielball zwischen zwei Telekommunikations-Unternehmen.

„Das fing bei der Meldung der Störung an“, erzählt Mey. „Mehrfach habe ich bis zu einer halben Stunde in der Warteschleife gehangen, nur um überhaupt erstmal mit jemandem zu sprechen. Und damit geht der Ärger erst richtig los.“

Hintergrund: Der TSV ist Kunde bei der Ewetel, der Schaden – so viel steht inzwischen fest – liegt jedoch im Infrastrukturbereich der Telekom. Sprich: Irgendwo zwischen dem Verteilerkasten und der Geschäftsstelle dürfte ein Kabel defekt sein, das der Telekom gehört.

Die Abläufe sind in solchen Fällen gesetzlich geregelt: Ansprechpartner für den Kunden ist sein Anbieter, in diesem Fall also die Ewetel. Die muss den Fall an die Telekom weitermelden, und die Telekom muss den Schaden reparieren. Das kann allerdings dauern.

„Am 27. Juli hatten wir den Totalausfall“, zählt Mey auf. „Am 5. August erhielten wir die Nachricht: Der Besuch eines Technikers ist nötig. Bitte vereinbaren Sie einen Termin.“ Gesagt, getan („Halten Sie sich bereit zwischen 8 und 12 Uhr“). Wer nicht erschien, war die Telekom. Ein zweiter Termin wurde vereinbart. Wieder ließ die Telekom ihn ohne Absage platzen. Einen neuen Termin hat der TSV noch nicht. „Uns wurde mitgeteilt, dass das nochmals bis zu 30 Tage dauern kann“, sagt Gerhard Mey zerknirscht.

In der Zwischenzeit ruht der Geschäftsbetrieb des Vereins weitgehend. Das Allernötigste erledigt Bürokraft Sigrid Dellies von Zuhause aus. Die Ewetel hat den Anschluss der Geschäftsstelle auf ihren Privatanschluss umgeleitet. „Aber vieles bleibt liegen“, sagt sie. Zum Beispiel die Abrechnungen mit den Krankenkassen für die Gesundheitssport-Kurse des Vereins. Und wenn an diesem Wochenende die neue Fußballsaison beginnt, droht sogar richtig Ärger: Bis in die Jugend-Ligen hinab müssen die Vereine innerhalb einer kurzen Frist ihre Spielergebnisse online an den Verband übermitteln. „Passiert das nicht, bekommen wir eine Geldstrafe“, sagt Mey.

Die Ewetel gibt den Schwarzen Peter weiter: „Wir haben die Reparatur bei der Telekom beantragt und vor zwei bis drei Wochen nochmal um ein beschleunigtes Verfahren gebeten“, sagt Pressesprecher Gerd Lottmann.

Und warum dauert das dann so lange? – Die Telekom geht auf die schriftliche Nachfrage der Kreiszeitung gar nicht erst ein: „ Da es sich um einen EWE-Kunden handelt, bitte ich Sie, das mit dem Wettbewerber zu klären“, lautet die lapidare Antwort von Pressesprecher André Hofmann. Lediglich zu den beiden geplatzten Terminen gibt er Auskunft: „Wir informieren den Anbieter, falls ein Termin nicht zustande kommt, den Kunden dürfen wir gar nicht kontaktieren.“

Und jetzt? – Gerhard Mey seufzt auf. „Wenn man uns wenigstens für die Übergangszeit eine Möglichkeit anbieten würde, dass wir in der Geschäftsstelle wieder arbeiten könnten, wäre ich ja schon zufrieden.“ Die Ewetel sichert Entgegenkommen zu: „Wir treten nochmal mit dem TSV in Kontakt und schauen mal, ob es noch eine andere Lösung gibt“, verspricht Gerd Lottmann.

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