Gerda Schmidt ist Kirchenöffnerin bei der St.-Bartholomäus-Gemeinde in Barrien

Der Orgel lauschen oder einfach die Ruhe genießen

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Gerda Schmidt schließt die Türen der Kirche in Barrien gerne auf. Schließlich ist diese „ein besonderer Ort“.

Barrien - Von Tobias Kortas. „Wer Gutes tut, bekommt auch Gutes zurück.“ Dieses Motto setzt Gerda Schmidt, Kirchenvorsteherin der St.-Bartholomäus-Kirchengemeinde in Barrien, um. Die Rentnerin geht einem nicht alltäglichen Ehrenamt nach: Sie ist Kirchenöffnerin.

Schmidt liegt die St.-Bartholomäus-Kirche sehr am Herzen. Sie selbst kommt in der „sehr hellen und ältesten Kirche im Landkreis“ (983 Jahre alt) schnell in eine meditative Stimmung. Dieses Gefühl möchte sie auch anderen geben. „Es ist wichtig, dass man eine Kirche nutzen kann. Schließlich ist das ein besonderer Ort, an dem man sich Gott nahe fühlt, aus dem Alltag herauskommt und Andacht halten kann“, erzählt Schmidt.

Seit 2006 trägt das Gotteshaus in Barrien das Prädikat einer verlässlich offenen Kirche. Dank auf- und abschließender Kirchenvorsteher kann jeder von April bis September werktags von 9 bis 18 Uhr dorthin kommen. Und auch sonntags können Besucher von 14 bis 17 Uhr in das Gotteshaus kommen. Dafür sorgen die 15 ehrenamtlichen Kirchenöffner der Kirchengemeinde wie Gerda Schmidt. „Eine damalige Kirchenvorsteherin und ich hatten uns dafür eingesetzt, dass die Kirche diese langen Öffnungszeiten bekommt. Der Kirchenvorstand hat das dann so beschlossen“, so Schmidt.

Die Gesselerin hält eine „offene Kirche“ für wichtig. „Das Bedürfnis, in die Kirche zu gehen, muss einfach erfüllt werden“, ist sie überzeugt.

Wenn die gelernte Verwaltungsangestellte sonntags um 14 Uhr die Kirche aufschließt, genießt sie gerne die Ruhe dort. „Ich lasse mich schon mal darauf ein, dass ich ganz alleine bin. Manchmal nehme ich mir auch etwas zu lesen mit“, erzählt die Kirchenöffnerin.

Ein Blick in die Besucherlisten verrät, was Schmidt damit meint. An manchen Sonntagen nutzen zwar bis zu 20 Leute die Kirche, um zu beten, Besinnung zu finden oder das Gebäude zu besichtigen. Häufig genug lässt sich aber auch niemand dort blicken. Doch es gibt auch Abwechslung. Schmidt: „Manchmal üben Jugendliche, die Klavier- und Orgelunterricht nehmen, an der Kirchenorgel.“ Häufig bringe ihr auch Christine Breckner, Frau des Diakons der Kirchengemeinde Barrien, Kuchen vorbei.

Mit leichter Sorge blickt Schmidt auf die Altersstruktur der Kirchenöffner. Die meisten seien um die 70 Jahre alt, einen Jugendlichen gebe es aber auch unter ihnen. Besondere Voraussetzungen müsse man als Kirchenöffner nicht erfüllen. Schmidt: „Jeder ist willkommen.“

Auch internationale Begegnungen finden in der Barrier Kirche statt. Schließlich kommen aus den Syker Partnerstädten La Chartre und Wabrzezno immer wieder Besuchergruppen in die Kirche. „Ein ‚Vater Unser‘ auf Deutsch und Französisch war ein besonderes Erlebnis“, meint Schmidt.

Und schließlich ist da noch der Jakobspilgerweg, der durch Barrien führt. Gleich am Eingang in das Kirchenschiff steht eine Stempelstation für die Pilger. Die Wanderer finden unter anderen bei Schmidt zu Hause eine Herberge – zum Nulltarif. „Ich verlange nichts von den Pilgern“, erklärt Schmidt. Es entstünden aber nette Gespräche, weil man oft gleiche Interessen habe.

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