Hin und wieder machen Mieter Probleme

Genervte Immobilienbesitzer im Landkreis Diepholz

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Einige Vermieter lassen ihre Wohnung lieber unbewohnt, als den Schlüssel herauszugeben.

Syke/Landkreis - Von Ulf Buschmann. Im Landkreis Diepholz wird es in den kommenden Jahren eng. Wie berichtet, fehlen insbesondere in den Gemeinden Stuhr und Weyhe sowie im Südkreis Wohnungen. Trotz des Bedarfs gibt es auch Leerstände. Der Grund: Manch ein Immobilienbesitzer ist wegen des Verhaltens von Mietern und der Bürokratie genervt.

Wer eine bezahlbare Wohnung sucht, braucht die gewisse Portion Glück. Trotzdem gibt es Leerstände. Dies hat aber nicht damit zu tun, dass die Besitzer keine Mieter finden. Im Gegenteil, sie sind so genervt, dass sie ihre Wohnungen lieber nicht auf dem Markt feilbieten.

Entsprechende Informationen bestätigt Heinz Jürgen Häßner. Er ist Rechtsanwalt und Vorsitzender des Ortsverbandes Syke von Haus und Grund. Ihm seien „einige Fälle bekannt“, so Häßner.

Er nennt ein Beispiel: das in den 1950er-Jahren gebaute Haus. Damals war noch keine Trittschalldämmung vorgeschrieben. Die Folge: Wer in der unteren Wohnung lebe, empfinde schon das normale Gehen der Mitbewohner im oberen Geschoss als Lärm. Hieraus könnten sich schnell Konflikte zwischen den Parteien ergeben – entweder zwischen Mieter und Vermieter oder den Mietern untereinander, sofern der Immobilienbesitzer „nicht vor Ort“ sei, erläutert Häßner.

Verhältnis größtenteils aber gut

So etwas lasse die Vermieter entnervt aufgeben. Um ihre Ruhe zu haben, stehen ihre Wohnungen deshalb lieber leer. Auch Rechtsanwalt Jürgen Partikel, Vorstandsmitglied von Haus und Grund in Sulingen, kommen derartige Fälle hin und wieder unter. Er spricht von „vermögenden Leuten“, die es sich leisten könnten, ihre Wohnungen nicht zu vermieten. Mit anderen Worten: Sie suchen sich ihre Mieter ganz genau aus.

Glücklicherweise sei das Verhältnis zwischen Mietern und Vermietern größtenteils gut. Dies bestätigen nicht nur Häßner und Partikel. Ihre Kollegen in Bassum und Diepholz kommen zu dem gleichen Ergebnis. „Dass Vermieter ihre Wohnungen leer stehen lassen, kann ich für Bassum nicht bestätigen“, sagt Egon Wunsch, Vorsitzender des dortigen Ortsverbandes auf Nachfrage.

Volker König, Haus-und-Grund-Chef in Diepholz, berichtet Gleiches. Vermieter-Unlust gebe es nicht. Wenn Probleme auftreten, betreffe dies die „Nichtzahlung der Miete“ mit anschließender Zahlungs- oder Räumungsklage oder angezweifelter Nebenkostenabrechnung. König urteilt: „Wir haben in Diepholz und umzu einen ruhigen Vermieter- und Mietermarkt.“

Zu Erkenntnissen wie König kommt auch Hans Reinold König, Pressesprecher des niedersächsischen Landesverbandes von Haus und Grund. Er sagt: „Wohnungen leer stehen zu lassen, ist nicht die große Tendenz.“

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