Gemischte Reaktionen auf ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte von Kabarettist Sebastian Nitsch im Gleis 1

Dicke Engel und Hirten mit Zahnimplantaten

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Bei Sebastian Nitschs Weihnachtsgeschichte bekamen auch Hirten und Engel ihr Fett ab.

Syke - Von Angelika Kratz. Von Berlin nach Hamburg und Bremen tourte Kabarettist Sebastian Nitsch in den vergangenen Tagen. Für die hiesige Fangemeinde des hintergründigen Humors machte er Halt im Gleis 1 in Syke. Ausverkauft zeigte sich die längst angesagte Kleinkunstbühne, die sich passend zum abendlichen Thema „Frohes Fest“ mit einem prächtigen Tannenbaum schmückte.

Gute Laune brachten die altersmäßig bunt gemischten Gäste mit. Ihre Erwartungslatte lag hoch hinsichtlich einer etwas anderen Besinnung auf das Weihnachtsfest mit all seinen familiären Risiken.

„Es begab sich aber im August, dass sich Lastwagen auf den Weg machten“, begann die Weihnachtsgeschichte von Sebastian Nitsch ein wenig anders als gewohnt. „Wann sind Sie bereit für die erste Weihnachtsschokolade?“, fragte der gerade mit dem renommierten Kabarettpreis „Prix-Pantheon“ ausgezeichnete Berliner das Syker Publikum. „Gerade gekauft“, kam die Antwort.

Im Gleis 1 sitzen die Mitmacher stets in der ersten Reihe. Die mussten aktuell zwar nicht wie gewohnt auf die Bühne und konnten sich somit in Sicherheit wiegen, aber umso mehr kamen die Kommentare.

„Warum muss man mit Süßigkeiten an Jesus erinnern?“ – Sebastian Nitsch blickte voller Ironie auf dicke Engel und Hirten mit Zahnimplantaten.

Musikalisch begleitete sich Sebastian Nitsch entweder am Klavier oder einem kleinen Keyboard.

Die Gedanken über das Haar im Waschbecken, die gebrauchten Wattestäbchen oder die Freiheit für Popel ließen nicht nur beim Dekohund auf der Bühne die Ohren gen Himmel fahren. Das Publikum zeigte sich bei der gedanklichen und musikalischen Verarbeitung von Wattepads und Weihnachtsgeschenken gespalten. Da gab es die absoluten Lachfreaks und dann die stillen Stuhlreihen. „Wonach schmeckt umsonst?“ wurde das Gleis 1 gefragt. „Nach mehr“, kam die treffende Antwort. Sebastian Nitsch kam zwischendurch aus dem Konzept, hatte aber als Profi schnell den roten Faden wieder in der Hand. Der zog sich weiter zu dem Kampf um Bettdecken in der Nacht und landete bei den heiligen zehn Königen schließlich wieder bei der anfänglichen Weihnachtsgeschichte.

Ob Hirten oder Engel, alle bekamen ihr Fett ab, und, schwupps, landete Sebastian Nitsch auf der Suche nach Geschenkpapier bei der Beckenbodengymnastik.

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