Gemeinsame Projektarbeit von angehenden Erziehern und jungen Flüchtlingen

Kunst aus Müll mit Vorbildwirkung

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Sprachförderschüler aus unterschiedlichen Nationen und angehende Erzieher haben an der BBS gemeinsam aus alten Fahrrädern und Abfällen Kunst gemacht.

Syke - Von Michael Walter. „Ich hab schon viele Projekt-Aktionen gemacht. Aber diese hier ist mit keiner anderen zu vergleichen.“ Lehrerin Imke Lehmkuhl ist ganz hin und weg, was ihre Schüler da auf die Beine gestellt haben.

Ihre Schüler – das sind angehende Erzieher: Der Abschlussjahrgang der Fachschule Sozialpädagogik an der BBS. Und die haben jetzt auf bemerkenswerte Weise mit den Schülern der Sprachförderklassen zusammengearbeitet: Mit jungen Flüchtlingen im Alter von 16 bis 24 Jahren aus unterschiedlichen Nationen und mit unterschiedlichen Deutschkenntnissen. Die eine Hälfte hat ein Multi-Kulti-Fußballturnier vorbereitet und am Dienstag in der Olympiahalle ausgespielt (wir berichteten). Die andere Hälfte hat aus alten Fahrrädern und Werkstattabfällen Kunst gemacht und gestern an der BBS die Ergebnisse vorgestellt.

„Art der Gemeinschaft“ hat die Gruppe sich und ihr Projekt genannt. Ein Wortspiel mit dem Begriff Art: Einmal für die „Art und Weise“ wie man miteinander umgeht, und einmal Art als Fremdwort für die Kunst, die am Ende dabei herauskommt.

„Kunst ist ein guter Weg, sich auszudrücken“, erklärt Jonas Bußjäger die Motivation. Kai Korfmacher zeigt vor die Tür und ergänzt: „Draußen stehen jede Menge alte Fahrräder rum. Dadurch kamen wir auf die Idee.“ Bei der Umsetzung half dann vor allem eine Fahrradwerkstatt, indem sie ein paar alte Fahrräder zur Verfügung stellte, die nicht mehr zu reparieren waren. Weiteres Material bekam die Projektgruppe aus den diversen Werkstätten der BBS spendiert: Farbe, Holz, Metall… Und so kam es, dass ein Fahrrad auch schon mal den Tacho aus dem Armaturenbrett eines alten Autos haben kann oder an Stelle eines Sattels eine alte Deckenlampe hat. Womöglich etwas unbequem.

„Man könnte aber ein bisschen darauf fahren“, sagt Redwan Malek (21) lachend. Sein Mitschüler Adnan Almusker (17) hat sein Fahrrad mit vielen verschiedenen Farben und mit bunten Federn verziert.

Bis morgen sind die Räder im Eingangsbereich des Hauptgebäudes am Standort An der Weide ausgestellt. Die Gruppe hat dafür eine Reihe von Plakaten entworfen und ausgehängt. Und danach?

Weitere Ausstellungen sind nicht geplant. Was mit den Rädern geschieht, ist offen. „Redwan möchte seins gern behalten“, sagt Jonas Bußjäger. Für die Gruppe völlig okay. „Es steckt ja auch ‘ne Menge Arbeit drin.“ Jo König sagt mit einem Augenzwinkern: „Vielleicht kommt ja auch die Schulleitung auf die Idee, uns die Objekte für ganz viel Geld abzukaufen.“

Das hätte den Charme, dass auf diese Weise ein bisschen Geld für Nachfolgeprojekte in die Kasse käme. Denn das möchte Lehrerin Imke Lehmkuhl unbedingt. „Das Thema ist absolut aus dem Beruf, es gibt einen praktischen Bezug, und die angehenden Erzieher sind in direktem Kontakt mit den Sprachschülern. Das ist herausragend“, sagt sie. So wie sie hoffen auch ihre Schüler auf eine Vorbildwirkung für die nachfolgenden Jahrgänge. „Wenn die sehen, was dabei herauskommt, ist das ja vielleicht ein Anreiz.“

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