Bürger-Energie Syke

Stadt setzt ein Zeichen für erneuerbare Energie: Solarzellen für das Rathaus

+
Besichtigen die künftige Baustelle: Bürgermeisterin Suse Laue mit (von vorn nach hinten) Medard Andrae, Manuel Schulenberg und Ralf Borchers von der Genossenschaft.

Syke - Wo jetzt noch rote Tonziegel die Optik prägen, sollen sich bald Solarzellen im Licht spiegeln: Das Rathaus bekommt eine Fotovoltaikanlage auf das Dach. Das gab Bürgermeisterin Suse Laue am Dienstag bei einem Pressegespräch bekannt.

Die Stadt verpachtet das Dach dafür an die Genossenschaft Bürger-Energie Syke. Die baut die Anlage auf eigene Rechnung und verkauft den erzeugten Strom an die Stadt. Diese profitiert dabei von einem Strompreis, der immer einen Cent pro Kilowattstunde unter dem günstigsten Marktpreis liegt. „Eine Win-win-Situation“, sagt Suse Laue. „Bei 113.500 Kilowattstunden im Jahr rechnet sich das.“

Selbst wenn die Anlage gar nicht so viel Strom liefern kann. Etwa 35 bis 40 Prozent dieser Menge sind realistisch drin. Wohlgemerkt übers Jahr gesehen. Saisonal gibt es da große Unterschiede. In den Sommermonaten kann die geplante Anlage bis zu 85 Prozent des im Rathaus benötigten Stroms liefern, im Winter dagegen weniger als zehn Prozent.

Erstmal keine Kosten für die Stadt Syke

Die Stadt kostet das erst mal nichts. Die Genossenschaft baut ja die Anlage. Etwa 70.000 Euro dürfte das erfordern, kalkuliert Medard Andrae vom Aufsichtsrat. Innerhalb von 20 Jahren – so der Plan – soll sich diese Investition amortisiert haben.

„Uns geht es darum, in Zeiten der Klimadiskussion ein Zeichen für erneuerbare Energie zu setzen: Es geht!“, sagt Suse Laue. Es ist nicht das erste. Sechs Fotovoltaikanlagen hat die Genossenschaft Bürger-Energie seit 2008 in Syke gebaut. Allesamt auf stadteigenen Dächern. Eine siebte ist gerade im Werden: Sie kommt auf das Dach des neuen Kindergartens im Wohngebiet Moorheide. Die Anlage auf dem Rathausdach wäre die achte.

Besichtigen die künftige Baustelle: Bürgermeisterin Suse Laue mit (von vorn nach hinten) Medard Andrae, Manuel Schulenberg und Ralf Borchers von der Genossenschaft.

„Vom Einspeisen des Stroms in das Netz könnten wir solche Anlagen heute nicht mehr rentabel betreiben“, sagt Medard Andrae. Er ist der kaufmännische Vorstand im Aufsichtsrat der Genossenschaft. „Die Einspeisevergütung, die wir dafür erhalten, wird immer weniger. Dafür müssen wir Netzumlagen zahlen, sogar für den Strom, den wir selbst verbrauchen, selbst wenn der gar nicht erst ins Netz geht. Fotovoltaik rechnet sich nur noch, weil die Anlagen selbst immer billiger geworden sind. Wenn keine Störungen auftreten und nichts kaputt geht, schreiben wir eine schwarze Null.“

„Zwei Prozent Dividende im Jahr schaffen wir auch“

Und Ralf Borchers, Technischer Vorstand im Aufsichtsrat, ergänzt: „Das geht nur noch, wenn wir einen möglichst hohen Teil des Stroms selbst nutzen, indem wir ihn direkt an die Stadt verkaufen. Wir haben allerdings ältere Anlagen, die nur 30 Prozent selbst nutzen und 70 Prozent ins Netz einspeisen. Die sind mittlerweile kritisch.“

„Gewinnmaximierung war allerdings auch nie unser Ziel“, sagt Aufsichtsratsvorsitzender Manuel Schulenberg. Das lautet im Prinzip: Inflationsausgleich plus Taschengeld. „Zwei Prozent Dividende im Jahr schaffen wir auch.“

115 Mitglieder hat die Genossenschaft. „Wir würden gerne neue gewinnen“, sagt Schulenberg. Und sich irgendwann in den nächsten Jahren vielleicht auch mal dem Thema Windkraft widmen. Da wäre die Rendite deutlich höher.

Info zur „Bürger-Energie Syke“

Mitglied werden in der Genossenschaft Bürger-Energie kann man ab 1000 Euro aufwärts.

www.buerger-energie-syke.de

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Blamage für Hongkonger Regierung: Vermummungsverbot gekippt

Blamage für Hongkonger Regierung: Vermummungsverbot gekippt

Unwetter in Österreich: Hochwasser und abrutschende Hänge

Unwetter in Österreich: Hochwasser und abrutschende Hänge

Selfies auf Schienen und lebensgefährlicher Leichtsinn

Selfies auf Schienen und lebensgefährlicher Leichtsinn

Diese Weihnachtsdekoration liegt 2019 im Trend

Diese Weihnachtsdekoration liegt 2019 im Trend

Meistgelesene Artikel

Nicht alle Hoffnungen erfüllt: Ortsumgehung Bassum wird 25

Nicht alle Hoffnungen erfüllt: Ortsumgehung Bassum wird 25

Auto crasht auf B51 gegen Laterne - Insassen flüchten daraufhin

Auto crasht auf B51 gegen Laterne - Insassen flüchten daraufhin

Wölfe im Kreis Diepholz: Mehrere Sichtungen bei Drentwede

Wölfe im Kreis Diepholz: Mehrere Sichtungen bei Drentwede

Marktempfang der Gemeinde beim Herbstmarkt

Marktempfang der Gemeinde beim Herbstmarkt

Kommentare