Serie: Unterwegs mit Fahrlehrer Klaus Tiesing

Von Gegenverkehr im Kreisel und vorfahrtberechtigten Parkplätzen

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Beide machen alles richtig, und trotzdem ist es eine irritierende Situation, wenn einem im Kreisverkehr jemand entgegen kommt. Grund: Von der Lindhofhöhe aus muss man linksrum um den Kreisel fahren, vom Finkenberg aus rechtsrum. Sinn: fraglich. 

Syke - Von Michael Walter. Für Autofahrer ist Syke ein durchaus schwieriges Pflaster: Es gibt eine ganze Reihe nahezu versteckter Straßeneinmündungen, viele Vorfahrtsituationen sind auf den ersten Blick oft unklar – manche auch auf den zweiten – und an der einen oder anderen Stelle werden selbst erfahrene Autofahrer stutzig. Fahrlehrer Klaus Tiesing hat diese Stellen einmal mit uns abgeklappert. In den kommenden Wochen wollen wir ein paar „neuralgische Punkte“ in einer kleinen Serie vorstellen.

Die verkehrstechnisch wohl seltsamste Ecke ist der „englische Kreisverkehr“ auf der Lindhofhöhe. Doch schon auf dem Weg dahin liegt ein Stolperstein: 100 Meter vor dem Kreisel mündet ein kleiner Stichweg auf die Lindhofhöhe. Sieht aus wie eine Parkplatz-Ausfahrt, ist aber eine waschechte Straße. Also gilt da rechts vor links. „Das sehen selbst gestandene Autofahrer oft erst im letzten Moment“, sagt Tiesing.

Der Kreisel selbst ist an und für sich schon kurios: Damit niemand irrtümlich von der Lindhofhöhe auf den Spazierweg auf dem ehemaligen Bahndamm abbiegt, hat die Stadt am Kreisel einen blauen Pfeil nach links angebracht. Also muss man quasi verkehrt herum durch diesen Kreisel fahren. „Aber nur von dieser Seite“, sagt Klaus Tiesing. „Wer aus Richtung Finkenberg kommt, fährt ganz normal rechtsrum. Also kann einem da durchaus schon mal jemand im Kreisverkehr entgegen kommen.“

An dieser Stelle dürfte jetzt wahrscheinlich der Einwand der Stadtverwaltung kommen: „Streng genommen ist das ja gar kein richtiger Kreisverkehr, sondern nur eine Art Verkehrsinsel!“ Stimmt zwar, ändert aber faktisch nichts.

Nur eine Parkplatz-Ausfahrt, trotzdem muss das schwarze Auto warten. Der Amtshof gilt offiziell als Straße, also gilt an der Einmündung auf die Georg-Hoffmann-Straße rechts vor links.

Wir fahren zurück Richtung Neustadt und über die Ernst-Boden-Straße auf die Georg-Hoffmann-Straße. Rechter Hand liegt die Einfahrt zum Parkplatz beim Amtsgericht. „Rechts vor links“, kommt der Hinweis von Tiesing. „Auch wenn das nur ein Parkplatz ist: Im Stadtplan ist er als Straße eingezeichnet. Also wird er auch wie eine Straße behandelt.“ Die Bordsteine geben in solchen Fällen oft den entscheidenden Hinweis: „Wenn sie umlaufend sind, ist es eine Straße, wenn sie abgesenkt sind, nicht“, so Tiesing.

Dass die Sache aber auch trotz dieser Faustformel nicht immer auf den ersten Blick klar ist, zeigt sich gleich wenige Meter weiter: Da mündet erst der Grevenweg und kurz darauf die Louise-Chevalier-Straße. Und beide scheinen auf den ersten Blick mit einem abgesenkten Bordstein von der Georg-Hoffmann-Straße abgetrennt zu sein. Sind sie aber nicht. „Das ist nur ein anderes Straßenpflaster, das dort aufhört“, erklärt Tiesing. Also gilt auch dort: Rechts vor links.

Fahrlehrerausbildung bei der Bundeswehr

Fahrlehrer ist der 54-Jährige schon seit 1987. Damals war er als Zeitsoldat bei der Bundeswehr und hat dort seine Fahrlehrerausbildung absolviert. „Vorher hatte ich Heizungsbauer gelernt und danach noch eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann gemacht“, erzählt er. Schon während seiner Bundeswehrzeit hatte Tiesing als freier Mitarbeiter bei Alf Bergmann Fahrstunden gegeben. „1998 habe ich die Fahrschule dann übernommen.“

Wie viele Schüler er seitdem ausgebildet hat, kann Tiesing gar nicht abschätzen. „Ein paar Tausend sicher. Anfangs habe ich darüber tatsächlich Buch geführt. Aber das hab ich dann schnell wieder bleiben lassen.“

Wo liegen Ihre „Lieblingsstellen“?

Sie haben selbst eine „Lieblingsstelle“ im Syker Straßennetz, an der die Vorfahrtssituation unklar ist oder bei der Sie sich über das Fehlverhalten vieler Verkehrsteilnehmer aufregen? Bitte melden Sie sich bei uns, vielleicht nehmen wir diese Stelle ja in unsere Serie auf. Schicken Sie uns bitte eine E-Mail an:

lokales.syke@kreiszeitung.de

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