Gegen alle Widerstände

Genossenschaft Syker Wohnmix feiert Richtfest

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Gute Laune bei schlechtem Wetter: Die Genossenschafter vom Syker Wohnmix feierten am Donnerstag Richtfest bei ihrem gemeinsamen Wohnhaus an der Bassumer Straße.

Syke - Von Michael Walter. Andere reden nur über alternative Wohnformen. An der Bassumer Straße schaffen sie Tatsachen: Die Genossenschaft Syker Wohnmix feierte am Donnerstag Richtfest.

Einzig das Wetter spielte mit acht Grad und Nieselregen nicht so richtig mit. „Man hat uns schon oft im Regen stehen lassen. Insofern passt das“, witzelte Ralf Borchers. Der Syker Bauingenieur hat das Projekt von Anfang an begleitet und ist inzwischen selbst Anteilseigner an der Genossenschaft. Seit 2011 beschäftigt er sich jetzt damit.

Das Prinzip lautet vereinfacht: Fremde Menschen tun sich zusammen, bauen ein Haus und leben darin.

„So ein Projekt dauert lange“, sagt Genossenschaftsvorstand Karl Otto Friesen. „Man muss dazu viele verschiedene Charaktere unter einen Hut bringen.“

Genau das erwies sich anfangs als Hemmschuh. Ralf Borchers: „Es gab Widerstände verschiedenster Art.“ Inhaltlich fasst er das zusammen mit: „Ich trau mich nicht. Ich weiß nicht. Ich hätte vielleicht doch lieber 'ne Eigentumswohnung.“ Über solche Diskussionen flog die ursprüngliche Gruppe der Projektgründer auseinander.

Neuer Anlauf vor drei Jahren

Friesen und Borchers fegten vor drei Jahren die Scherben zusammen und nahmen einen neuen Anlauf. Und sie bekamen am Ende zwölf Genossenschafter zusammen, die zunächst mal viel Geld in einen gemeinsamen Topf schmissen, um ein Startkapital aufzubauen. Seitdem ging das Vorhaben kontinuierlich voran, wenn auch nicht reibungslos.

Das Genehmigungsverfahren hinkte: Die Zufahrt zum Grundstück machte Probleme und die Lage des Baukörpers. Schließlich musste die Gruppe ihre Pläne abspecken. Statt zwölf oder dreizehn Wohnungen werden es jetzt nur acht.

Auch die Nachbarn mussten erstmal überzeugt werden. Da gab es zunächst durchaus Ängste. Nicht jeder konnte sich etwas unter dem Begriff genossenschaftliches Wohnen vorstellen.

Friesen: „Da mussten wir erstmal erklären, dass das eine Rechtsform ist und keine Kommune, wo jeder mit jeder schläft, und auch keine Wohngemeinschaft. Wir wollen uns gegenseitig unterstützen und uns auch zu den Nachbarn öffnen. Deshalb bauen wir auch einen großen Gemeinschaftsraum. Aber wir legen durchaus Wert auf unsere eigenen Wohnungen und Rückzugsbereiche.“

2,1 Millionen Euro Investitionen

Insgesamt rund 2,1 Millionen Euro investiert die Genossenschaft in ihren Bau. Der Name „Syker Wohnmix“ hängt noch mit der Entstehungsphase zusammen. „Das ist eine Verbeugung vor Margit Mix, die sich in der ersten Gruppe sehr stark engagiert hatte und leider verstorben ist“, sagt Friesen.

Im wörtlichen Sinn ist der Mix noch nicht ganz so, wie es das Konzept ursprünglich einmal vorgesehen hat: Stand jetzt, werden demnächst zwei Generationen unter dem gemeinsamen Dach leben. Drei hätten es sein sollen. Aber das kann ja noch kommen. Noch ist eine der Wohnungen frei. „Wir haben aber schon Optionen darauf“, sagt Friesen.

Im Juli war die Grundsteinlegung, im Dezember das Richtfest. Einweihung soll im August sein. „Spätestens“, betont Friesen. „Vielleicht schaffen wir es ja früher.“

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