Bienenstock in Syke-Barrien gefunden

Faulbrutgefahr: Imker warnt wegen achtlos entsorgter Bienenwaben

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Unbekannte haben einen Bienenstock beim Altglas-Container in Barrien entsorgt. 

Es summt und surrt an den Altglas-Containern an der Barrier Grundschule. Doch was auf einer Blumenwiese ein Zeichen von gesunder Artenvielfalt ist, stellte sich am Donnerstag als gefährlicher und unverantwortlicher Akt dar. Zahlreiche Bienen flogen dort nicht etwa um eine blühende Pflanze, sondern um achtlos weggeworfene Reste von Honigwaben.

Barrien - „Meine Frau stand daneben und hat fast geheult“, berichtet Christian Dimke. Er hat die in Plastik und Folie eingepackten und noch honigbenetzten Wabenstücke am Fuße der Altglas-Container entdeckt. „Sowas habe ich noch nicht gesehen“, zeigt sich der Barrier schockiert. Die Tiere stünden doch unter Artenschutz.

In seiner Hilflosigkeit wandte er sich an die Feuerwehr. Dort vermittelte man ihm einen Barrier Imker. Dieser vertrieb die Tiere und sicherte die Wabenstücke, denn: Die Bienen gehörten nicht etwa zu den Wabenresten, sondern zu den vielen umliegenden Bienenstöcken der Anwohner. Sie dürften vor allem Interesse an dem süßen Honig gehabt haben, der sich noch an den Waben befand.

Amerikanische Faulbrut gefährlich

Doch genau dieser sei sehr gefährlich, erklärt der Imker, der in diesem Bericht unerkannt bleiben möchte. In den Honigresten kann sich vor allem ein Bakterium sehr gut vermehren: Paenibacillus larvae. Es löst die unter Imkern gefürchtete und in Deutschland anzeigepflichtige Amerikanische Faulbrut aus. Ist ein Bienenstock einmal infiziert, können dem Bakterium sämtliche Larven des Volkes zum Opfer fallen. In Jeebel bei Weyhe musste kürzlich eine große Sperrzone eingerichtet werden, da bei einer Imkerei die Amerikanische Faulbrut entdeckt wurde.

Hoffnung auf Zeugenaussagen

Deswegen müssen ausrangierte Waben vom eigentlich wertvollen Honig befreit werden. Heißer Dampf beseitigt Wachs und Keime. Erst dann kann die biologisch abbaubare Wabe entsorgt werden, erklärt der Hobby-Imker, der bereits seit rund 50 Jahren mit Bienen arbeitet.

„Das ist eine große Schweinerei“, findet auch seine Frau, die ihn beim Imkern unterstützt. Eigentlich würden bei der Seuchenbekämpfung strenge Regeln gelten. Einmal im Jahr sollten Imker ihre Waben im Labor auf die Faulbrut untersuchen lassen. Verbände und Vereine würden das bei ihren Mitgliedern durchsetzen, freie Imker seien ein Risiko, so die beiden.

Bezüglich der Wabenreste am Container hofft das Imker-Ehepaar jetzt auf mögliche Zeugenaussagen. Ohne diese könne die von ihnen kontaktierte Polizei nämlich wenig ausrichten. Aber selbst wenn: Trotz aller Gefahren wäre es wohl nur eine Ordnungswidrigkeit.

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