Gebürtiger Syker lebt seit 1966 in Kanada

Rolf von Fintels Besuch in der „Alten Welt“

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Rolf von Fintel

Syke - Von Ilse-Marie Voges. Alle paar Jahre besucht er seine Heimatstadt, ohne sich groß vorher anzumelden. Irgendwann ist Rolf von Fintel da, besucht seine Nichte und deren Familie, ein paar Freunde und Bekannte. Dann ist er nach einer Woche auch schon wieder weg. Rolf von Fintel, Jahrgang 1941, ist gebürtiger Syker und lebt seit fast 50 Jahren in Kanada.

„Syke ist eine schöne kleine Stadt“, sagt er. „Als inzwischen Außenstehender weiß man manchmal nur nicht so recht, wie man mit dem Parkleitsystem sein Ziel erreichen kann“, schmunzelt er. Das sei doch teilweise verwirrend.

In der Hachestadt ist er zur Mittelschule gegangen, in Bremen hat er Im- und Exportkaufmann gelernt. Seine Idee war es 1966, sich im Ausland umzusehen, vornehmlich in den USA. Sein Freund Karl Vieson brachte ihn nach Kopenhagen. Von dort aus ging es mit dem Schiff über den großen Teich Richtung Amerika. In den USA erhielt von Fintel jedoch auf die Schnelle keine Arbeitsgenehmigung.

Also stieg er in den nächsten Bus nach Kanada und wurde am Flughafen von Toronto beim deutschen Unternehmen Schenker & Co. eingestellt. Sein Schulenglisch reichte allerdings nicht für den Job.

„Ich habe nach Feierabend gepaukt, mir manchmal drei Filme nacheinander im Kino angesehen, und ich habe bei der Werbung im Fernsehen eine Menge gelernt.“

In Brantford, 100 Kilometer von Toronto, hat er sich nach seiner Heirat mit einer Bremerin privat niedergelassen und 1969 seine Spedition für Land- und Lufttransporte gegründet. Die Firma wuchs schnell und expandierte zügig. „Beacon International“ nannte er das Unternehmen, das heute zu den größten in Kanada gehört – mit Filialen in Neuseeland, Australien, England, Deutschland und den USA. Der Hauptsitz blieb Toronto. Nebenbei betrieb er ein Taxiunternehmen mit 40 Taxen und ein Busunternehmen. 2013 hat Rolf von Fintel seine Firma verkauft. Es war an der Zeit, in Rente zu gehen.

Und was zieht ihn immer wieder nach Syke? – „Der Spaß und die Erinnerung an junge Jahre.“ Zum Beispiel an den alten Bunker auf dem Opel-Bergmannschen Gelände, der heute nicht mehr steht. Da haben Anfang der 1960er-Jahre die Jugendlichen Rockmusik gemacht, das alte Gewölbe mit Gemälden von Louis Armstrong und Elvis verschönert und Partys gefeiert ohne Ende. Oder an die Wolfsschlucht, die ebenfalls ein Treffpunkt für Jugendliche und Liebespärchen war.

In Kanada hat Rolf von Fintel immer die Kneipen vermisst, wie er sie aus Syke kannte. Kanada sei da eher wie die USA, sagt er: bestückt mit Schnellimbiss-Buden oder feinen Restaurants. Grundsätzlich sei Kanada aber ansonsten offener, weiter und geduldiger als Deutschland oder Europa.

Der Besuch in Syke habe ihm gut getan, sagt von Fintel. Aber jetzt freut er sich wieder auf Kanada. Dort ist längst seine Heimat. Aber Syke bleibt immer – in Kopf und Herz.

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