Gebrüder Jehn begeistern große und kleine Zuschauer mit ihrem Familien-Konzert

Nur keine Angst vor komischen Posen

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„Runter auf die Knie und hoch mit den Zehen“: David Jehn zeigt gemeinsam mit den Osterholzer Kindern, wie Trolle tanzen.

Von Frank Jaursch. „Singen, tanzen, lachen wollen wir“: Schon in ihrem Begrüßungslied geben David und Nicolas Jehn die Richtung dieses Sonntagvormittags vor. Gut 100 kleine und große Besucher sind gekommen, um den Worpsweder Kinderliedermachern zuzuhören.

Das Brüderpaar – der eine bisschen wie der junge Pierre Brice, der andere eine gelockte, pausbäckige Version von „Stromberg“ Christoph Maria Herbst – ist aus Anlass der DGH-Neueröffnung zu Gast in Syke. Maren Bolte von der TSG Osterholz-Gödestorf-Schnepke hat die beiden zu Beginn des Familien-Konzerts mit sichtlicher Vorfreude angekündigt.

Und die ist nicht unbegründet: Die Gebrüder Jehn brauchen keine zwei Minuten, um ihr Publikum für sich zu gewinnen. Schnell wird klar, dass bei ihrem Mitmach-Konzert nicht nur die Kinder ran müssen. Und so stehen Jung und Alt auf, singen lauthals mit und erlernen in Sekundenschnelle manch irrwitzige Choreographie.

Das Spannende dabei: Die Leute machen mit, fast ausnahmslos. Die gute Laune, die das Duo da vorn ausstrahlt, steckt an. Entspannt plaudert David Jehn drauflos, hat stets ein offenes Ohr für die Einwürfe der Kinder – und ist mit einem bemerkenswert ansteckenden Humor gesegnet.

„Zisch!“, sagt der Trollpapa in einem Lied – und alle sollen mitsingen. Gar nicht so einfach für einige, schmunzelt Jehn mit Blick auf die Kinder vor sich, „vor allem, wenn man keine Vorderzähne hat“.

Mehrstimmiger Gesang, gekonnte Begleitung mit Gitarre und Kontrabass, Mandoline und Ukulele – die beiden Worpsweder beherrschen ihr Handwerk. Und haben zum Glück auch keine Angst vor komischen Posen. Als es etwa darum geht, wie Trolle (angeblich) tanzen, gönnt David Jehn den Erwachsenen eine Pause – er selbst aber turnt hemmungslos mit den Kindern auf allen Vieren herum.

Und sorgt Minuten später für den nächsten Lacher, als er das Lied „So tanzen die Lappen“ ankündigt. Ja, er wisse, dass die Lappen, die Ureinwohner im hohen Norden, sich nicht „Lappen“ nennen, sondern Samen. „Aber ich kann das Lied nicht ‚So tanzen die Samen‘ nennen – eure Eltern verstehen das.“

Gut eine Stunde lang unterhalten sie ihre Zuschauer mit neuen Stücken und alten Klassikern, lassen sich vom lautstark applaudierenden Publikum noch zu zwei Zugaben hinreißen. Unter anderem erklingt – natürlich – „Die alte Moorhexe“ aus der Feder ihrer Eltern, der wohl bekannteste Jehn-Song. Im Anschluss an den Auftritt stehen die Besucher Schlange, um CDs von den beiden Sängern kaufen zu können: ein untrügliches Zeichen, dass es nicht nur den Kleinen gefallen hat.

Mit dem Konzert hat der Sportverein der Einweihung des neuen Dorfgemeinschaftshauses eine bunte, fröhliche Nuance verliehen. Und so mancher Besucher hatte noch einen Tag später mit dem einen oder anderen Jehnschen Ohrwurm zu kämpfen.

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