Garten-Kultur-Musik-Festival mit Carin Levine in Vehrings Garten

Tanz der Götter

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Ein gleichsam göttliches Hörvergnügen genossen die Gäste am Sonntagnachmittag in Vehrings Garten in Henstedt im Rahmen des Gartenkultur-Musikfestivals.

Henstedt - Von Dagmar Voss. Ein gleichsam göttliches Hörvergnügen genossen die Gäste am Sonntagnachmittag in Vehrings Garten. Göttlich zum einen, weil das labyrinthartige Ambiente manch einen an ein Paradies denken ließ und es sich dort bei Kaiserwetter bestens schlendern ließ. Zum anderen, weil eine internationale bekannte Musikerin ihr Konzert mit verschiedener Literatur zu Göttern versehen hatte.

Carin Levine bereicherte mit ihren unterschiedlichen Flöten die entspannte Atmosphäre und schickte altbekannte und zeitgenössische Kompositionen in die warme Luft. Manches Mal vervielfacht durch die heimische Vogelschar, die es sich nicht nehmen ließen, ebenfalls Flötentöne beizusteuern.

Im Rahmen des Gartenkultur-Musikfestivals hatten Vera und Fritz Vehring erneut ihren großen Garten geöffnet, und viele waren gekommen.

Die gebürtige Amerikanerin Levine, die seit vielen Jahren in Syke lebt, hat sich mit ihrer Musik Weltruhm gesichert. Unter anderem auch den Kulturpreis des Landkreises Diepholz. Dass diese Preise nicht zu Unrecht verliehen wurden, hat sie mit Brillanz und Virtuosität bewiesen.

In seiner Begrüßung war sich Hausherr Fritz Vehring sicher, dass „spätestens mit der Musik die Götter in den Garten einziehen.“ Das gelang mit dem Auftakt schon hervorragend, denn da beschwor Levine mit Claude Debussys „Syrinx“ den Gott Pan, der besagte Nymphe entführen wollte. Gefolgt von einer ungewöhnlichen Klangstruktur aus dem Jahr 2011, der „Toccata“; einem , bei dem auffallend viele gefiederte Gartenbewohner mit einstimmten.

Neben Göttern kamen auch Könige zu Gehör, so der „König Wiedehopf“ – einst von Aristophanes zum Gott der Vögel ausgerufen - von Klaus Hinrich Stahmer. Eigenwillig das Bild, das die Wahl-Sykerin mit ihrer Piccoloflöte hervorrief, zu dem dann die lebenden Vögel rundum eher schwiegen – möglicherweise lauschten sie intensiv, was da ihr Gott wohl zu verkünden habe.

Auch der Gott des Wassers wurde bedacht mit einem Stück des Italieners Giacinto Scelsi, wunderbar warm und tief interpretiert von Levine mit ihrer Alt-Querflöte. Der Gott der Illumination hingegen erlebte mit „Maya“ eine eigenwillige Hommage, intoniert mit Bass-Querflöte und stimmlichen Vokaleinlagen.

Wasser in den Kopfkinos, Stromschnellen, Fischlein oder Kiesel unter Wasser wurden belebt von der „Dreisam-Nore“ - wobei die Dreisam ein kleiner Fluss in Freiburg ist und Nore die koreanische Bezeichnung für Lied. Komponiert von der Koreanerin Younghi Pagh-Paan, mit der Carin Levine gemeinsam studiert hatte, und die als Bremer Hochschuldozentin mit ihren Schülern oft hier gespielt hatte.

Für die beiden Zuhörerinnen aus Bremen, Christel Murthi und Erika Lorenz, die in Henstedt zum ersten Mal weilten, war es ein Hochgenuss: „Alles ist herrlich und beeindruckend“, waren sie sich einig.

Dabei genossen sie in einem verschwiegenen Winkel neben der Musik Kaffee und Kuchen, unter anderem einen englischen Zitronenkuchen, wie er von der Queen auch nicht köstlicher hätte schmecken können.

Sie fühlten sich genauso wohl, wie viele andere, die sich überall in der Anlage umsahen, manchmal auch, um mehr den Schatten zu suchen, aber immer mit dem Kommentar: „Ein stimmiges Ganzes, Musik und Natur.“

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