Gästeführung bei Wesemann: Erfolgsgeschichte eines Syker Unternehmens

„Standard kann doch jeder“

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Harald Wienberg (l.) erläutert den Besuchern der Gästeführung die Arbeit, die hinter dem Unternehmen Wesemann steckt.

Syke - Von Detlef Voges. „Uhu will Gelb, Gerolsteiner Blau. Wir können alle Farben“, sagt Reinhard Lukat. „Standard kann doch jeder“, ergänzt Harald Wienberg. Beide sind erfahrene Mitarbeiter in der Firma Wesemann. Lukat im Bereich Vertrieb und Verkauf, Wienberg im Management. Am Freitag erwiesen sie sich als kenntnisreiches und eloquentes Öffentlichkeits-Duo bei einer Führung durch die renommierte Syker Firma für Laboreinrichtungen.

Was bei der 31-köpfigen Besuchsgruppe erwartungsvoll begann, endete nach gut zwei Stunden respektvoll vor couragierter unternehmerischer Weitsicht und wirtschaftlicher Standfestigkeit in stets unruhigem Markt.

„Die Wesemann-Gruppe hat sich in den 53 Jahren seit ihrer Gründung ganz ordentlich entwickelt und behauptet“, erklärt Wienberg nicht ohne Stolz über Gründungsvater Werner Wesemann und seine Söhne Frank und Robert, die heute die Firma leiten.

Es liegt in der Natur der Sache, dass sich bei Firmenführungen der Gastgeber von der besten Seite zeigt. Bei Wesemann ist das auch so und doch anders. Dort spürt der Besucher die Philosophie Werner Wesemanns, dass man keine Laboreinrichtungen verkaufen kann, wenn der Laden nicht picobello sauber ist.

Die Abteilungen sind aufgeräumt, auch dort, wo Schmutz anfällt. Die Arbeitsplätze wirken einladend mit Schallschutz und verstellbaren Schreibtischen, so dass die Mitarbeiter rückenschonender auch im Stehen arbeiten können.

Auffällig ist das Arbeitsklima. „Wir sind relativ autark in unserem Tun. Druck von oben gibt es nicht“, betont Lukat. Der Erfolg spricht für sich. Bilder im Gebäude dokumentieren den Werdegang von der Gründung 1963 der „Garagen-Firma“ in Bremen als „Wesemann & Striepe“ hin zur Wesemann-Group und zur Top 3 in Europa heute.

Das Unternehmen beschäftigt etwa 220 Mitarbeiter. Sie kommen aus Syke und einem Umkreis von rund 30 Kilometern. „Die Fluktuation ist gering“, erklärt Lukat, der sein silbernes Betriebsjubiläum hinter sich hat.

Die Wesemann-Group mit Hauptsitz in Syke hat Niederlassungen in Leipzig, Ulm, Rastede, Castrop-Rauxel und Wengen im Allgäu. Die Bandbreite der Produkte klingt faszinierend und schillernd. Sie reicht von modernen Einrichtungen für Labore und Schulen bis hin zu Einrichtungen für Labortierhaltung und Systemen zur Sicherstellung von hochgiftigen Flüssigkeiten und Viren.

Illustrer

Kundenkreis

So produziert die Firmentochter Abarcon in Rastede Sicherheitsduschen gegen Viren und Umfüllstationen von Flüssigkeiten, die nicht mit Außenluft in Verbindung kommen dürfen. „Wir liefern den Kunden eine komplette Einrichtung“, sagt Lukat. Kaum verwunderlich, dass der Kundenkreis für dieses Syker Unternehmer-Eigenwächs schon glänzend klingt: Novartis, Henkel, BASF VW, Oetker, Nestle, Ratiopharm, Merck.

Das Syker Unternehmen macht einen Jahresumsatz von rund 55 Millionen Euro und operiert weltweit. „Wir reisen mit den Großen“, umschreibt Lukat den Weg. Jetzt mit VW nach China oder mit dem Forschungsschiff „Polarstern“ des Alfred-Wegener-Instituts in die Arktis. Überall ist Wesemann-Technik mit dabei.

Was die großen Hallen verlässt, entspricht den Kundenwünschen und ist geprüft. „Wir haben Serienproduktion, aber handwerkliche Strukturen“, sagt Lukat und meint die individuelle Herstellung. Der Kunde bekommt, was er wünscht. Sogar ein völlig schwarzes Labor. Selbst die Lagerhaltung passt in dieses Haus der Kreativität. Lukat spricht von einem „chaotischen Lagersystem“. Was wo abgelegt wird, entscheidet der Computer. Der Gabelstaplerfahrer fragt ihn, wo etwas frei ist. Der Computer teilt das Lagerfach mit. Kommunikation und Handling in einem modernen Unternehmen. Bei Wesemann denkt man mit – und weiter.

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