Gästeführung in die Seniorenresidenz „Deutsche Eiche“

Ort mit bewegter Geschichte

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Pflegedienstleiterin Kathleen Berg (l.) und Traute Dittmann (r.) stehen mit der Gästeführungs-Gruppe vor dem Seniorenheim „Deutsche Eiche“. Im Hintergrund einige der erhaltenen historischen Haus-Elemente.

Syke - Von Heiner Büntemeyer. Knapp 20 Besucher hatten sich gestern Nachmittag in der Seniorenresidenz „Deutsche Eiche“ eingefunden, um sich bei einer Gästeführung die Einrichtung anzuschauen. Begrüßt wurden sie zunächst von Traute Dittmann, die den Bezug vom ehemaligen Gasthaus „Zur Deutschen Eiche“ zu einer modernen, hell und freundlich eingerichteten und großzügig gestalteten Seniorenresidenz herstellte.

Ende des 18. Jahrhunderts seien die Ländereien im Bereich der jetzigen Wald- und Wiesenstraße sowie der Straße „Siebenhäuser“ unter Kolonisten aufgeteilt worden, berichtete die Gästeführerin. Daraus habe sich die „Colonie Syke“, ein zunächst eigenständiger Ort, entwickelt.

1835 richtete Wilhelm Ritterhoff auf seinem Hof einen nicht genehmigten Ausschank ein. Erst sein Sohn erhielt die erforderliche Konzession für „Ritterhoffs Gasthof“, aus dem später „Ritterhoffs Gasthaus“ und noch später das „Gasthaus zur Deutschen Eiche“ entstand. Traute Dittmann vermutet, dass der Name „Deutsche Eiche“ entstand, nachdem an der Einmündung der Okeler Straße 1863, 50 Jahre nach der Völkerschlacht, eine Eiche, die so „Friedenseiche“, gepflanzt wurde.

Seinerzeit hatte die „Colonie Syke“ etwa 1500 Einwohner, in den Sommermonaten kamen an den Wochenenden bis zu 4000 Gäste, vorwiegend aus Bremen, um hier in der „Sommerfrische“ aufzutanken. Die „Deutsche Eiche“ war eine echte Alternative zu dem anderen großen Syker Ausflugslokal jener Zeit, dem Schützenhaus.

Zwischen den Weltkriegen war die „Deutsche Eiche“ das Versammlungslokal der örtlichen NSDAP, nach dem Krieg diente es Flüchtlingen als Unterkunft, 1980 wurde das Gasthaus geschlossen. Nachdem 2008 der Dachstuhl ausgebrannt war, galt die Ruine als Schandfleck in der Stadt, bis hier die neue Seniorenresidenz errichtet wurde.

Nach dieser Einführung übernahm die Pflegedienstleiterin Kathleen Berg die weitere Führung durch das Haus. Sie erinnerte an die spektakuläre Rettungsaktion mit der die Gaubenelemente und andere handwerkliche Kleinode des alten Gasthauses vor dem Abriss so gesichert wurden, dass sie später vor der Terrasse und in einigen Gemeinschaftsräumen in Absprache mit der Denkmalpflege wieder verwendet werden konnten.

Auf drei Etagen entstanden 77 Pflegeplätze mit unterschiedlich großen Appartements. Diese können sich die Bewohner nach eigenen Wünschen gestalten. Die Leiterin bat die Besucher auf die große Dachterrasse, zeigte ihnen das kleine Gartengelände mit altem Baumbestand und einem Spazierweg sowie ein Musterzimmer.

Den Bewohnern werden Veranstaltungen und Kurse angeboten, vor der Tür hält der Bürgerbus und der in der Seniorenresidenz integrierte, privat betriebene Friseursalon ist auch „gut gebucht“, wie die Heimleiterin berichtete. Anschließend bat sie die Gäste ins „Geburtstagszimmer“, wo bereits die Kaffeetafel gedeckt war.

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