Gästeführung in Heiligenfelde bietet interessante Geschichten über den Ort

Eine Straße für die „Könige“

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Gästeführerin Silke Lehmler erzählt über Heiligenfeldes Geschichte Geschichten.

Heiligenfelde - Wie spannend die Geschichte eines Ortes sein kann, bewiesen am Freitag Gästeführerin Silke Lehmler, Axel Lankenau und Jürgen Becker in Heiligenfelde. Nur, die angekündigte Gästeführung glich eher einer Stehparty vor der Kreissparkassen-Filiale. Statt „Rund um den Pudding“, führten sie referierend durch den Ortskern.

Dabei hatte das Trio mit Unterstützung von Ortschronist Ernst-August Goldmann den rund 50 Frauen und Männern Interessantes aus der Historie zu sagen. Wer wusste schon, dass 1923 die Bilanzsumme der 1920 gegründeten Elektrizitätsgenossenschaft Heiligenfelde sage und schreibe 883 Billionen Mark betragen hatte? Silke Lehmler (geborene Heuer und in Heiligenfelde aufgewachsen) trug vor, dass der Ort 1929 die erste Straßenbeleuchtung erhalten hatte. Laut Gästeführerin wurde der Ort 1230 erstmals urkundlich erwähnt. Die erste Schreibweise lautete „Hillengenuelde“.

Ein kurzes Stück ging die Gruppe auch und zwar vom Stein mit den Zahlen „1230-1930“. Den hatte Steinmetz Johann Dannemann, der auch das 1921 eingeweihte Kriegerdenkmal neben der Michaelskirche baute, bearbeitet. Auch die Schulgeschichte war Thema. Sehr zum Interesse von Ursel Knese, geborene Bergmann (77, Hoya), sowie Heidrun Schmidt-Bergmann (71) und Ehemann Dr. Josef Schmidt (71, sie leben in Brüssel). Ihr Vater war der Lehrer Robert Bergmann, der bis 1971/72 an der Heiligenfelder Schule viele Jahre unterrichtet hatte.

Mit Bernhard Dierking brachte die Gästeführerin einen Lehrer ins Gespräch, dessen Heimatliebe dazu führte, dass der Ort ein Dorfmuseum bekam. Das bildete den Grundstock für das Kreismuseum in Syke.

Ein Stück Heiligenfelde ist auch der Namenswechsel von der Bahnhofstraße zur Königstraße 1976. Grund war, dass in der Bahnhofstraße damals schon einige „Königshäuser“ standen. Dort wohnten die Schützen- und Kyffhäuserkönige. Es gibt inzwischen weit über 20 Königssitze in der Königstraße.

Über das Feuerwehrwesen wusste Jürgen Becker einiges zu berichten. Etwa, dass Heiligenfelde eine Pflichtfeuerwehr vor Gründung der freiwilligen Feuerwehr hatte. Sogar einen Löschteich hatte es gegeben. Er war 1773 sogar auf der Kurhannoverschen Landkarte verzeichnet. 1964 wurde er zugeschüttet.

Axel Lankenau erzählte etwas über die 1907 gebaute Bäckerei neben der früheren Molkerei. Betreiber waren Lankenaus. Bekannt war die Bäckerei für ihren Butter-Zucker-Zwieback, den sie bis Berlin zum Kaufhaus des Westens lieferte.

Die Gästeführung endete lecker bei Kaffee und Kuchen. Dazu hatte Lankenau in seine Wohnung eingeladen, hoch droben im Molkereigebäude mit einem herrlichen Ausblick.

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