Keine Mehrheit für städtebauliches Entwicklungskonzept

Gängeviertel scheitert am Rat

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Das Plangebiet Gängeviertel von vorn: Lange, schmale Grundstücke und keine baurechtlich klar umrissenen Festsetzungen kennzeichnen das Areal zwischen Hauptstraße und Georg-Hoffmann-Straße. 

Syke - Von Michael Walter. Der Rat der Stadt Syke hat am Donnerstagabend die Planungen für das Gängeviertel auf absehbare Zeit begraben: Das Integrierte Städtebauliche Entwicklungs-Konzept (ISEK) fand im Gremium keine Mehrheit. 15:15 lautete am Ende das Ergebnis nach geheimer Abstimmung.

Eine Zustimmung zu diesem Konzept wäre die Voraussetzung für die weitere Planung gewesen. Sie hätte es der Stadtverwaltung außerdem ermöglicht, Fördergelder zu beantragen. Die hätte Syke gegenfinanzieren müssen: Etwa 900.000 Euro, verteilt auf acht Jahre.

Dass es ums Geld nur am Rande ging, wurde im Verlauf der Debatte schnell deutlich. Ausführlich erklärte Fraktions-Chef Wilken Hartje, warum die CDU das Konzept ablehnen würde. Die Kurzfassung lautet: Niemand könne garantieren, dass das Gängeviertel am Ende auch funktioniert und die gewünschte Aufwertung für die Innenstadt mit sich bringt. 

Die Draufsicht zeigt’s: Beim Gängeviertel handelt es sich um das Dreieck, das Grevenweg, An der Weide, Hauptstraße und Ernst-Boden-Platz im Innenstadtbereich bilden.

Außerdem: Nähme man für das Gängeviertel Geld in die Hand, könne man Ähnliches für die Bahnhofstraße oder den Barrier Ortskern ja wohl schwer ablehnen. „Syke boomt – auch ohne Hauptstraße“, so Hartje.

Die Hauptstraße sei lediglich eine Facette des Projekts Gängeviertel, betonte Bürgermeisterin Suse Laue. Es gehe dabei nicht um die Entwicklung einer Geschäftsstraße, sondern um „Städtebauförderung mit Strahlkraft für die ganze Stadt“.

SPD-Fraktions-Chef Peter Jahnke wies auf die „große Chance“ hin, die das Konzept bedeute. Syke würde damit einen „Paradigmenwechsel“ einläuten, indem die Stadt nicht auf Anfragen und Bauanträge von außen reagiere, sondern aus eigener Initiative ein Quartier entwickele.

Heinz-Jürgen Michel (Grüne) ergänzte: Stillstand bedeute da Rückschritt. „Und das macht Syke nicht besser, sondern schlechter.“ Man entscheide doch lediglich über einen Antrag und bliebe danach jederzeit Herr des Verfahrens.

Im rückwärtigen Bereich zeigt das Plangebiet Gängeviertel eine verschachtelte Struktur mit reichlich Modernisierungsbedarf, aber viel Platz für Gestaltungsmöglichkeiten.

„Wer sich in Förderung begibt, begibt sich auch in Zwänge“, hielt Jochen Harries (FWG) dagegen. Wenn es in der Innenstadt nicht vorangehe, könne man später ja immer noch auf ISEK setzen.

Als Harries' Fraktionskollege Florian Kastner ankündigte, er werde entgegen der Linie seiner Fraktion für das Konzept stimmen, witterte die SPD noch einmal Morgenluft und beantragte geheime Abstimmung. Ohne Erfolg: Obwohl die Sozialdemokraten sogar den bis dahin abwesenden Heinfried Schumacher aus einer anderen Veranstaltung herzitierten, endete die Abstimmung im Patt.

Ohne Mehrheit für das Konzept ist die städtische Planung am Gängeviertel bis auf Weiteres beendet. Ganz will die Verwaltung die Hoffnung dennoch nicht aufgeben. Gestern sagten Suse Laue und Stadtplaner Wolfram Schneider dazu: Jetzt werde man versuchen, so viel wie möglich vom Konzept über das Aufstellen neuer Bebauungspläne zu retten.

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