Stadtverwaltung reduziert Eigenanteil um die Hälfte

Gängeviertel: Letzte Chance

An dieser Stelle könnte das Gängeviertel seinen baulichen Ausgangspunkt nehmen: Rechts das ehemalige Gasthaus Brüning, daneben die Relikte der Tankstelle und Auto-Werkstatt aus den 50er Jahren. Insgesamt nicht gerade ein städtebauliches Glanzlicht. Ein Investor steht in den Startlöchern, der dieses Areal neu entwickeln könnte. Was fehlt, ist erstens der grundsätzliche politische Beschluss, mit der Planung zu beginnen und zweitens die Entscheidung, ob Syke zu einer Co-Finanzierung von Fördermitteln bereit wäre und der Investor dadurch nicht die ganze Summe alleine finanzieren müsste. - Archivbild: Jantje Ehlers

Syke - Von Robin Grulke. Das Gängeviertel – ein Jahrhundertprojekt? Immer wieder ist es Teil der Rats- und Bauausschuss-Sitzungen, immer wieder scheint es, als würde das Projekt einen Schritt in Richtung Spatenstich machen – und dann wieder zwei zurück. Aktuell steht es sogar vor dem Aus: Den letzten Entwurf zur Finanzierung hat der Bauausschuss abgelehnt. Folgt der Rat nächste Woche dieser Auffassung, ist das Projekt auf absehbare Zeit gestorben. Daher hat die Verwaltung jetzt noch einmal neu gerechnet.

Für private Investitionen und Umbaumaßnahmen im Plangebiet könnte die Stadt Fördergelder einwerben. Ein Drittel dieser Summe müsste sie aber aus dem Haushalt gegenfinanzieren. Das hörte der Bauausschuss vor rund drei Wochen gar nicht gerne und lehnte das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) für das Gängeviertel ab. Begründung: Die kalkulierten 1,8 Millionen Euro Eigenanteil, auf acht Jahre verteilt, seien nicht nicht zu stemmen. Es fehle schlicht das Geld.

Mit der Empfehlung „Ablehnen“ geht die Beschlussvorlage also am Donnerstag in den Stadtrat. Kurz vor knapp hat die Verwaltung noch einmal nachgebessert: Sie senkt den möglichen Förderanteil von ursprünglichen 30 auf 20 Prozent der Gesamtsumme. Damit reduziert sich der Eigenanteil zur Gegenfinanzierung für die Stadt.

Die Draufsicht zeigt’s: Beim Gängeviertel handelt es sich um das Dreieck, das Grevenweg, An der Weide, Hauptstraße und Ernst-Boden-Platz im Innenstadtbereich bilden.

Desweiteren war ein Neubau für die Stadtbibliothek an der Hauptstraße angedacht, an der Stelle von Brünings Gasthaus und der ehemaligen Tankstelle nebenan. Die dafür notwendigen rund 500 000 Euro würde nun ein Investor übernehmen, berichtet Erster Stadtrat Thomas Kuchem.

Die Gesamtkosten für die öffentliche Hand (EU, Bund, Land und Stadt), ursprünglich mit knapp unter 9 Millionen Euro kalkuliert, schrumpfen so auf rund 6,7 Millionen Euro. Und Syke müsste statt der 1,8 Millionen nur noch rund 970 000 Euro finanzieren, verteilt über acht Jahre.

„Wir müssen dieses Geld nicht ausgeben“

Dass Fördermittel nur ausgegeben werden, wenn auch tatsächlich jemand beispielsweise in Wohnraum oder die Attraktivität der Fassade investiert, fällt für Bürgermeisterin Suse Laue zu oft unter den Tisch. „Wir können dieses Geld ausgeben, müssen es aber nicht!“

Thomas Kuchem pocht darauf, die Maßnahmen im Gängeviertel mit ISEK und der dazugehörigen Förderung anzugehen. „Das ist eine Riesenchance für das Quartier, und die wollen wir nicht sausen lassen.“

Mit dieser neu gerechneten Vorlage versucht die Verwaltung, den Rat doch noch dazu zu bewegen, entgegen der Empfehlung des Bauausschusses das Gängeviertel weiter auf den Weg zu bringen. Ob mit Erfolg, das stellt sich am Donnerstag im Syker Stadtrat heraus. Der öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 19 Uhr.

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